„Klima-Enzyklika wird Leugner und US-Kirchen ärgern“

Das Oberhaupt der katholischen Kirche, Papst Franziskus, will sich 2015 verstärkt für den Klimaschutz einsetzen: Laut der britischen Tageszeitung The Guardian will Franziskus eine Enzyklika zum Klimawandel veröffentlichen und im März die  2012 durch den Taifun Haiyan stark zerstörte Stadt Tacloban auf den Philippinen besuchen.

Wie der Guardian unter Berufung auf Vatikan-Kreise weiter berichtet, will der Papst im September 2015 auch persönlich an der nächsten UN-Generalversammlung in New York teilnehmen, bei der Armut und Umwelt im Mittelpunkt stehen werden. Nach Angaben von Marcelo Sánchez Sorondo, dem Kanzler der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften, will Franziskus auch die Verhandlungen auf der nächsten Weltklimakonferenz in einem knappen Jahr in Paris direkt positiv beeinflussen – denn: „Wenn die Entwicklung so weitergeht, wird das Jahrhundert eine beispiellose Veränderung des Klimas und die Zerstörung des Ökosystems in tragischem Ausmaß mit sich bringen“, sagte Sorondo.

Bereits während der letztjährigen 20. Weltklimakonferenz in Lima hatte sich Franziskus mahnend zu Wort gemeldet. Die Bewältigung des Klimawandels bedeute „ernsthafte ethische und moralische Verantwortung“, schrieb Franziskus den Gipfel-Unterhändlern. „Die Zeit, globale Lösungen zu finden, läuft ab. Wir können angemessene Lösungen nur finden, wenn wir gemeinsam und einmütig handeln“, hatte der Papst in einem Brief an den peruanischen Umweltminister und COP20-Gastgeber Manuel Pulgar-Vidal geschrieben.

„Die Papst-Enzyklika über den Klimawandel wird Leugner und US-Kirchen ärgern“, schreibt der Guardian. Der Papst hoffe, dass er – nach den Besuchen auf den Philippinen und in New York – bei der UN-Klima-Konferenz im Dezember 2015  in Paris die Politiker zum Handeln bewegen könne. Man habe ihn schon Superman-Papst geheißen, und es sei kaum zu leugnen, dass Franziskus einen guten Dezember gehabt habe. Von Präsident Barack Obama als wichtiger Akteur beim Auftauen der Beziehungen zwischen den USA und Kuba geholt, habe der argentinische Pontifex seinen Kardinälen Vorhaltungen über die Notwendigkeit der Sanierung der Vatikanpolitik angedeihen lassen. „Aber kann Franziskus die Herausforderung meistern, erfolgreich auf entscheidende Maßnahmen gegen den Klimawandel zu drängen, wo sich doch die weltlichen Mächte bisher stets gedrückt haben?“

->Quelle: catholicregister.org