Jetzt ist es amtlich: 6,88 ct – schuld sind nicht die Erneuerbaren

stromkosten-foto-gerhard-hofmann-agentur-zukunft-fuer-solarify-20160404Die EEG-Umlage für Strom aus Erneuerbaren Energieträgern steigt ab 01.01.2017 auf 6,88 Cent; das gaben die Netzbetreiber am 14.10.2016 bekannt –  so hoch war sie seit ihrer Einführung 2000 nicht. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass der Strom teurer wird. Denn parallel dazu sind die Einkaufspreise für Strom an der Börse gesunken und zwar mindestens um den gleichen Betrag. Geben die Energieunternehmen das an die Kunden weiter, könnte alles gleich bleiben Wenn nicht, muss ein durchschnittlicher Stromkunde dann knapp 20 Euro mehr bezahlen – insgesamt macht die Umlage jetzt etwa 240 Euro im Jahr aus.

Allerdings ist es eher wahrscheinlich – und die Erfahrung zeigt das -, dass die meisten die Chance für eine weitere Preiserhöhung nutzen. Kunden können sich dagegen nur wehren, wenn sie zu jenen Anbietern wechseln, die stabil günstige Tarife anbieten.

Die Umlage steigt vor allem wegen des niedrigen Börsenpreises für Strom und weil viele energie-intensive Unternehmen weitestgehend von ihr befreit sind. Denn zwischen Börsenpreis und den Garantie-Vergütungen für Erneuerbare klafft eine riesige Lücke. Experten sind sich weitgehend einig, dass die Schuldzuweisung an die Erneuerbaren Energien überholt ist.

eeg-umlage-2010-2017-grafik-strom-report

energie-neu-denken-logo

Energie-neu-denken dazu: „Die EEG-Umlage steigt, obwohl zuletzt kaum noch Erneuerbare Energien ausgebaut wurden. Der Anstieg liegt vor allem an den niedrigen Börsenpreisen für Strom und an den vielen befreiten Industrieunternehmen. Herr Gabriel hatte also Unrecht. Er hat die Kostendynamik der EEG-Umlage nicht durch den Ausbaustopp der Erneuerbaren Energien durchbrochen, wie er immer wieder behauptet hat. Dabei hatte er alle Möglichkeiten in der Hand. Er hätte zum Beispiel die Kosten gerechter verteilen können, damit alle von den sinkenden Preisen an der Börse profitieren. Denn große Industrieunternehmen profitieren doppelt von der Energiewende: Die meisten zahlen kaum oder gar keine Umlage und kaufen gleichzeitig ihren Strom extrem günstig ein. Von 2009 bis 2016 ist der durchschnittliche Börsenpreis – vor allem dank Erneuerbarer Energien – von mehr als 7 auf unter 3 Cent gefallen. Stromintensive Unternehmen profitieren von diesem Preisverfall und müssen zudem nur 0,468 Cent/kWh zur Umlage beitragen.
Würden die privilegierten Unternehmen den Vorteil der fallenden Stromeinkaufspreise weitergeben, indem sie 4 Cent mehr zur Umlage beitragen, also im Schnitt 4,468 Cent, und sich beim privilegierten Kraftwerkseigenverbrauch (stromintensive Betriebe müssen für Eigenstrom keine EEG-Umlage oder Netzkosten zahlen.) wenigstens mit 40 Prozent an den Solidarkosten beteiligen, dann würde die Umlage nicht auf 7 ct/kWh steigen, sondern auf 5,075 ct/kWh sinken.

BDI-Präsident Ulrich Grillo 20130313 - Foto © Gerhard Hofmann, Agentur ZukunftBDI-Präsident Grillo warnte: „Der starke Anstieg der Kosten für erneuerbare Energien ist ein Alarmsignal. Energiekosten werden für die Industrie zu einem echten Standortproblem.“ Die EEG-Umlage wachse in diesem Jahr fast viereinhalb Mal so stark wie die Wirtschaft. „Das jetzige Fördersystem läuft aus dem Ruder.“ Er bemängelte, die versprochene Kostenbremse des Bundeswirtschaftsministeriums sei Wunschdenken.

Die EEG-Umlage wird als Differenz zwischen dem Preis, den die Stromerzeuger für ihren Strom bekommen, und den garantierten Abnahmepreisen für Ökostrom berechnet. Zahlen müssen sie grundsätzlich alle Stromverbraucher. Je niedriger der Börsenpreis, den Energiekonzerne zahlen müssen, und je mehr energie-intensive Unternehmen teilweise oder ganz befreit werden, desto höher die Umlage (Unternehmen mit besonders hohem Stromverbrauch weitreichende Rabatte. Diese Rabatte sind seit Jahren sehr umstritten) (nach DLF).

Solarify logo[note Solarify meint: Immer wieder die gleiche Leier – die ach so teuren Erneuerbaren Energien treiben den Strompreis. Diese Behauptung gewinnt jedoch auch durch noch so permanent-penetrante Wiederholung nicht an Wahrheit.

Quellen: