Solarwirtschaft fordert Ende der Ungleichbehandlung

BSW-logo neuWie die Presseabteilung des BSW-Solar am 15.02.2017 mitteilt, fordert der Bundesverband Solarwirtschaft die Bundesregierung auf, Mietern endlich Zugang zu Solarstrom zu ermöglichen. Ein entsprechender Bundestagsbeschluss vom Sommer 2016 müsse jetzt endlich in die Tat umgesetzt werden. Anders als bei Solaranlagen auf Eigenheimen und Gewerbedächern werde Solarstrom, der auf dem Dach des Vermieters geerntet und vor Ort verbraucht werde, seit 2014 mit der vollen EEG-Umlage von derzeit rd. 7 Cent je Kilowattstunde belastet.

Carsten Körnig, BSW-Solar - Foto © Gerhard Hofmann, Agentur Zukunft für Solarify„Die Sonnensteuer auf solare Mieterstromangebote muss jetzt fallen. Sie darf Mietern nicht länger den Zugang zu preiswertem Solarstrom verwehren“, fordert Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar von der Bundesregierung. Andernfalls blieben Innenstädte CO2-Schleudern und hunderttausende Dächer für die Energiewende ungenutzt.

PV-Dächer in Radolfzell, - Foto © Gerhard Hofmann, Agentur Zukunft für Solarify„Diese Ungleichbehandlung und Zweckentfremdung muss endlich ein Ende haben! Die EEG-Umlage hat eigentlich die Aufgabe, als Umlage auf den Verbrauch von Kohle- und Atomstrom die Energiewende zu finanzieren und diese nicht zu blockieren. Viele Mieter wollen endlich von der Energiewende unmittelbar auch finanziell profitieren“, kritisiert Körnig.

Ohne die künstliche Verteuerung mit der EEG-Umlage wäre es nach BSW-Berechnungen längst möglich, Mietern lokal erzeugten Sonnenstrom unter dem Preisniveau regionaler Grundversorgertarife anzubieten, so Körnig.

Der Bundestag hatte im Sommer vergangenen Jahres im Rahmen der Verabschiedung des EEG 2017 die Bundesregierung aufgefordert, „zeitnah“ eine entsprechende Verordnung zu erlassen.

Körnig: „Diese Gesetzesinitiative darf nicht dem Wahlkampf zum Opfer fallen. Die Vorlage eines entsprechenden Gesetzesentwurfs ist überfällig!“ Bei diesem Klimaschutzthema zögen Mieter, Vermieter und Verbraucherschützer an einem Strang.

Laut einer kürzlich veröffentlichten Studie des Bundeswirtschaftsministeriums könnten bundesweit rund 3,8 Millionen Wohnungen an Mieterstrommodellen teilnehmen. Nach Schätzungen des Verbandes ließen sich bundesweit bereits mittelfristig von Mietsgebäuden jährlich rund vier Milliarden Kilowattstunden Solarstrom ernten und weitgehend – ohne Belastungen öffentlicher Stromnetze – direkt vor Ort verbrauchen. Dies setzt aber voraus, dass bestehende finanzielle Belastungen und bürokratische Hürden bundesweit abgebaut werden. Andernfalls werden Solare Mieterstromangebote auch künftig eine seltene Ausnahme bleiben.

Kostenlose Infos zum Thema Solarer Mieterstrom bietet der Bundesverband Solarwirtschaft auf dem jüngst eingerichteten Onlineportal www.sonneteilen.de.

->Quelle:  BSW-Solar