Gabriel und Zypries eröffneten dritten internationalen „Berlin Energy Transition Dialogue“

Außenminister Sigmar Gabriel und Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries eröffneten  am 20.03.2017 den dritten „Berlin Energy Transition Dialogue“ im Auswärtigen Amt in Berlin. Zahlreiche  Ministerinnen und Minister, unter anderem aus Argentinien, China, Dänemark, Kuba und den  Vereinigten Arabischen Emiraten sowie hochrangige Delegationen, Wirtschaftsvertreter und Gäste  aus mehr als 93 Staaten nahmen teil.

Die internationale Energiewende-Konferenz wird von der  Bundesregierung gemeinsam mit dem Bundesverband Erneuerbare Energien e.V. (BEE), dem  Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar), dem Beratungsunternehmen eclareon sowie der  Deutschen Energie Agentur (dena) veranstaltet und von einem umfangreichen Begleitprogramm  flankiert. Am  zweiten Tag spricht Umweltministerin Barbara Hendricks für die Bundesregierung.

Die Konferenz soll inhaltliche Impulse für die Energieagenda der deutschen Regierung im G20-Prozess setzen. Hierzu werden die Internationale Energieagentur (IEA) und die Internationale  Organisation für Erneuerbare Energien (IRENA) auf der Konferenz ihre Studie „Perspectives for the  Energy Transition: Investment Needs for a Low Carbon Energy System“ vorstellen. Die Studie wurde  mit Unterstützung des Bundeswirtschaftsministeriums erstellt und untersucht, welche Investitionen  für das Erreichen der Pariser Klimaziele notwendig sind, und wie Fehlinvestitionen in klimaschädliche  Energietechnologien vermieden werden können.

Energieeffizienz, erneuerbare Energien, der Atomausstieg – viel sei derzeit im Energiebereich in Bewegung, sagte Außenminister Gabriel zum Auftakt des Berlin Energy Transition Dialogue. Schon jetzt werde mehr in erneuerbare Energien investiert als in konventionelle; mit dem Übergang von fossilen Energieträgern zu erneuerbaren Energien durchlebt der Energiesektor eine nachhaltige Umwälzung. Die Energiewende sei längst nicht mehr nur ein deutsches Projekt, so Gabriel. Allein das Wort „Energiewende“ bedürfe kaum noch der Übersetzung, sondern habe Eingang in den internationalen Sprachgebrauch gefunden. Nicht nur in Industrieländern, sondern auch in Schwellen- und Entwicklungsländern gewinnen erneuerbare Energien zunehmend an Bedeutung. Eine wichtige Entwicklung, denn: „Energiepolitik ist kein Thema, das sich in nationalen Grenzen besprechen lässt. Den Klimawandel bekämpfen wir nicht mit Zäunen und Abschottung, sondern mit internationaler Zusammenarbeit“, sagte Gabriel im Vorfeld der Veranstaltung.

Besonders wichtig: „Umweltschutz, Klimaschutz, Ressourcenschutz und wirtschaftliche Entwicklung sind keine Gegensätze“, betonte Gabriel, sondern vielmehr zwei Seiten derselben Medaille. Die Energiewende hat neue unternehmerische Geschäftsfelder erschlossen, durch den Ausbau der erneuerbaren Energie sind neue Märkte, Wertschöpfungsketten und Arbeitsplätze entstanden. Auch für Investitionen findet sich neuer Raum. Zudem sei eine nachhaltige Energiewirtschaft auch eine Frage der globalen Gerechtigkeit, ergänzte Gabriel. Nur auf diesem Wege können Ressourcenkonflikte vermieden und langfristig Frieden, Stabilität und Entwicklung gesichert werden.

Impulse für deutsche G20-Präsidentschaft

Um die Energiewende voranzubringen, habe nun die Umsetzung der Klimaziele der Agenda 2030 sowie des Übereinkommens von Paris aus dem Jahr 2016 oberste Priorität. Deutschland wolle außerdem seinen diesjährigen Vorsitz in der Gruppe der G20-Staaten nutzen, um zur langfristigen Reduzierung des Kohlenstoffverbrauchs in der Energiewirtschafts beizutragen – der Berlin Energy Transition Dialogue soll neue inhaltliche Impulse liefern, um dieses Ziel zu erreichen.

Bundeswirtschaftsministerin Zypries: „Die Energiewende ist unser Weg hin zu mehr Energieeffizienz  und erneuerbaren Energien. Dieser Umbau unserer Energieversorgung ist Kern der deutschen  Energiewende und längst keine Zukunftsmusik mehr, sondern Gegenwart. Wir müssen in  Investitionszyklen denken. Dazu gehört auch, die richtigen Investitionsanreize in nachhaltige  Technologien zu setzen. Energieeffizienz und erneuerbare Energien sind der neue  Investitionsstandard. Auf dem Berlin Energy Transition Dialogue wollen wir mit anderen  Regierungsvertretern, aber auch Wirtschaftsvertretern diskutieren, wie sich die Investitionsströme  effizient von konventionellen in erneuerbare Energien umleiten lassen und zwar so, dass wir auch  weiterhin eine sicherer, bezahlbare Energieversorgung garantieren können.“  Dr.-Ing. E.h. Fritz Brickwedde, Präsident des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE):  „Erneuerbare Energien sind nicht nur die ökologisch, sondern auch die ökonomisch klügere  Alternative – denn sie schaffen nachhaltige Arbeitsplätze, sorgen für Innovation und sind ein Gewinn  für alle, die sich hier engagieren und zwar weltweit.“

Berlin Energy Transition Dialogue 2017

Die Bundesregierung und der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE), der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar), die dena und eclareon veranstalteten am 20. und 21. März 2017 die dritte internationale Energiewende-Konferenz im Auswärtigen Amt, den Berlin Energy Transition Dialogue 2017 (BETD). Internationale Entscheidungsträger der Energie- und Außenpolitik, Industrie, Wissenschaft und Zivilgesellschaft sowie die wichtigsten Energieexperten diskutieren die aktuellen Entwicklungen der globalen Energiewende. Es sprachen Bundesaußenminister Sigmar Gabriel, Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries und der Schweizer Solarpionier Bertrand Piccard.

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