Ein Planet voller Überraschungen

Populärwissenschaftlich – aber nicht oberflächlich

Aus einer Besprechung des Deutschlandradios: “Das Buch liefert einen Querschnitt durch die Disziplin. Trotz der Informationsdichte ein anschauliches Werk.” D-Radio-Autorin Susanne Billig: “Als das Wissenschaftsmagazin New Scientist die wichtigsten Entdeckungen der Menschheit auflistete, rangierte sie ganz oben neben der Evolutionstheorie: Die ‘Kontinentaldrift’ des deutschen Forschers Alfred Wegener lieferte 1915 erstmals eine schlüssige Erklärung, warum Randzonen und Fossilien weit entfernter Kontinente so gut zusammenpassen.”

Das Buch “Ein Planet voller Überraschungen” (Hrsg.: Reinhard Hüttl) stellt ausführlich und anschaulich dar, wie die geologische Forschung sich seitdem weiterentwickelt hat. Ganz vorne: die Klimaforschung, und weiter: Tektonik, Sedimentbecken und vulkanische Explosionen, die Erforschung der Bodenoberfläche, das Magnetfeld der Erde und Geoenergie.

Susanne Billig: “Das System Erde präsentiert sich der Wissenschaft heute äußerst komplex, das wird bei der Lektüre deutlich. So ist unser Klima nur eine Schnittstelle vielfältiger Prozesse, die sich in Atmosphäre, Hydrosphäre, Geosphäre, Biosphäre und Anthroposphäre ereignen. Für die Erforschung all dieser Teilgebiete sind Spezialisten verantwortlich, mit eigenen Fragestellungen, einem eigenen Methodenarsenal und der Aufgabe, riesige Räume und Zeiten zu durchmessen. Geowissenschaftler müssen in der Lage sein, sich gedanklich und methodisch viereinhalb Milliarden Jahre zur Geburtsstunde der Erde zurückzubewegen oder in den Nanosekunden des Global Positioning Systems zu messen. Sie rechnen in Lichtjahren, um mit Hilfe weit entfernter Quasare geodätische Messungen vorzunehmen, und haben es in der Geochemie mit kleinsten Molekülen zu tun.”

Trotz seiner Informationsdichte sei “das großformatige Buch angenehm klar layoutet”, so die Rezensentin: “Vierfarbige Fotos und Grafiken bieten Anschauungsmaterial, und das zwischen Orange und Blau changierende Farbleitsystem lenkt den Leser klar durch die zweisprachigen Texte. Der ‘Planet voller Überraschungen’ ist ein gelungenes Beispiel, wie sich komplexe Wissenschaft populärwissenschaftlich aufbereiten lässt, ohne oberflächlich zu werden.”
Besprochen im Deutschlandradio von Susanne Billig

Reinhard Hüttl (Hg.): Ein Planet voller Überraschungen. Neue Einblicke in das System Erde
Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2011
320 Seiten, 49,95 Euro