Belgien muss Pannenreaktor schon wieder abschalten

Brand, undichte Stellen, Schalter defekt – Hendricks: “Flickschusterei!”

“Brand in AKW Tihange” – “Belgisches Schrott-AKW nahe an deutscher Grenze” – “Pannenreaktor weiter kalt” – “Tausende Risse in belgischem AKW vertuscht” – keine guten Schlagzeilen, welche die belgische Atomwirtschaft mit beunruhigender Regelmäßigkeit produziert. Nun die jüngste: Nach nur vier Tagen Betrieb musste der Pannenmeiler Doel 3 bei Antwerpen am 25.12.2015 schon wieder vom Netz genommen und weitere drei Tage später das bereits für den 28.12.2015 geplante Wieder-Hochfahren erneut verschoben werden. Electrabel-Sprecherin Els de Klerk versicherte, man werde “das kleine Problem schnell beheben”; man will jetzt das AKW am 06.01.2015 neu starten.

Wie der deutschsprachige Dienst des belgischen Rundfunks berichtet, ist laut Betreiber Electrabel zunächst im nicht-nuklearen Bereich eine undichte Stelle in der Wasserzufuhr der Stromgeneratoren aufgetreten. Dann hätte ein defekter Schalter die Stromeinspeisung ins Netz verhindert.

Das Nachbar-AKW Doel 2 war nur wenige Stunden vorher hochgefahren worden. Die Wiederinbetriebnahme sei vollkommen sicher gewesen, teilte der Betreiber Electrabel im Internet mit. Die belgische Atomaufsicht hatte eine Verlängerung der Laufzeit des Reaktors bis 2025 erst kurz zuvor gebilligt. Ursprünglich sollte er im laufenden Jahr komplett stillgelegt werden.

Juristische Bedenken wegen Laufzeitverlängerung Doels

Die Laufzeitverlängerung der AKW Doel 1 und 2 hat inzwischen beim belgischen Staatsrat juristische Bedenken ausgelöst: Die von der Regierung Michel zugesicherten Garantien zugunsten von Electrabel könnten als illegale staatliche Beihilfe ausgelegt werden. Die Brüsseler Zeitung Le Soir meldet, dass die dem Betreiber der Atomanlagen gegebene Garantie vorher der EU-Kommission zur Genehmigung hätte vorgelegt werden müssen.

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