Belgien muss Pannenreaktor schon wieder abschalten

Flickschusterei

[note Bundesumweltministerin Barbara Hendricks äußerte  sich im WDR-Fernsehen besorgt über die Pannen in Doel und Tihange. Die jüngsten Störfälle in Doel seien zwar im nicht-nuklearen Bereich passiert. Doch die vielen Zwischenfälle stünden dafür, dass die Meiler langsam aber sicher außer Betrieb genommen werden müssten. Die Maßnahmen von “Electrabel” bezeichnete Hendricks wörtlich als “Flickschusterei”. Sie bedauerte, keine rechtliche Handhabe zu haben, da die AKW auf belgischem Staatsgebiet stehen. Doel 3 hat Tausende von Rissen im Druckbehälter – wie auch der baugleiche Reaktor Tihange 1 rund 70 Kilometer westlich von Aachen. Auf ihrer Facebook-Seite schrieb die SPD-Politikerin aus Nordrhein-Westfalen zudem: “Wir sind besorgt, ob die erforderliche Reaktorsicherheit dieser Anlagen in vollem Umfang gewährleistet ist. Speziell die Wiederinbetriebnahme der AKW Tihange 2 und Doel 3 werden wir im Benehmen mit der belgischen Seite aktiv und kritisch hinterfragen.” Hendricks kündigte für Januar Gespräche mit der belgischen Atomaufsicht an.]

Tausende von Haarrissen

Erst am 18.12.2015 hatte sich der Reaktorblock 1 des Kernkraftwerks Tihange bei Huy in der Provinz Lüttich nach einem Brand im nichtnuklearen Bereich automatisch abgeschaltet. Der marode Atommeiler, an dem bereits mehr als 3.000 Haarrisse festgestellt wurden (im AKW Doel 3 sind es gar 13.000, die sich inzwischen von 2 auf 18 cm verlängert haben – siehe: Solarify.eu/pannenreaktor-tihange und solarify.eu/brand-in-akw-tihange), war im März 2014 abgeschaltet worden – er sorgt schon seit Jahren in Deutschland für Ärger.

Jodtabletten

“Die strukturelle Integrität des Reaktordruckbehälters bleibt in jedem Fall garantiert, sei es im Normalbetrieb oder bei einem Unfall,” erklärt Electrabel mit stoischer Ruhe. Doch diesseits der Grenze, in Aachen etwa sieht man das kritischer und denkt über den Ernstfall nach: Die Landesregierung soll in Kindergärten und Schulen Vorräte von Jodtabletten anlegen.

[note Solarify wird den Verdacht nicht los, als seien die 30 Jahre alten Schrott-Atommeiler – seit Jahren auf Null abgeschrieben – einfach Gelddruckmaschinen für die Betreiberin. Nachdem Belgiens Atom-Oberaufseher zudem Korruption eingestanden hat, wird Solarify den weiteren Verdacht nicht los, als seien den Herrschaften von Electrabel und FANC (Föderale Agentur für Nuklearkontrolle) die Sorgen und Ängste der Bevölkerung vollkommen wurscht – um es nicht drastischer zu formulieren.]

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