CO2-Dünge-Effekt untersucht

Kein Argument für Klimaleugner

Während die steigende Kohlendioxidkonzentration in der Luft für Pflanzen von Vorteil sein kann, ist sie aber auch hauptverantwortlich für den Klimawandel. Das Gas, das die Wärme in der Erdatmosphäre einfängt, hat seit dem Industriezeitalter aufgrund der Verbrennung von Öl, Gas, Kohle und Holz zur Energiegewinnung zugenommen und hat seit mindestens 500.000 Jahren nicht erreichte Konzentrationen erreicht.

Philippe Ciais - Foto © geosciences.univ-rennes1.fr

Theoretisch könnte man angesichts der Ergebnisse meinen, dass der Klimawandel halb so schlimm sei und zumindest in Bezug auf die Pflanzenwelt einiges Positives bringe. Doch das täuscht, wie die Wissenschaftler betonen. Denn zum einen weiß man, dass der Düngeeffekt des CO2 nicht dauerhaft anhält; dass die positiven Auswirkungen von Kohlendioxid auf Pflanzen nämlich ihre Grenzen hätten, sagte Co-Autor Philippe Ciais, stellvertretender Direktor des Labors für Klima und Umweltwissenschaften, Gif-Sur-Yvette, Frankreich: “Studien haben gezeigt, dass Pflanzen sich akklimatisieren oder auf steigende Kohlendioxid-Konzentration einstellen können, die Düngewirkung verringert sich dann im Lauf der Zeit.” Der positive Effekt kehre sich bei weiter steigenden CO2-Werten ins Gegenteil um – zu viel CO2 schade den Pflanzen.

“Während die Erfassung der Ergrünung auf Daten basiert, ist beruht die Zuordnung zu verschiedenen Treibern auf Modellen”, sagte Co-Autor Josep Canadell vom Ozean- und Atmosphären-Institut  der Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation im australischen Canberra, und er fügte hinzu, dass die Modelle kontinuierlich verbessert würden, obwohl sie bereits die bestmögliche Simulation der Erdsystem-Komponenten darstellen. Schmelzender Gletscher - Foto © Nasa_NOAAZum anderen dürfe nicht vergessen werden, dass der Klimawandel nicht nur die Vegetation beeinflusse, sondern auch viele negative Folgen zeitige: “Dazu gehören der Meeresspiegelanstieg, die schmelzenden Gletscher und Eiskappen, mehr tropische Stürme und vieles andere mehr”, betont Ciais. Das Argument einiger Klimaleugner, den CO2-Düngeeffekt gegen Klimaschutzmaßnahmen ins Feld zu führen, greife daher zu kurz.

[note Vor allem wegen der Zunahme des atmosphärischen Kohlendioxids auf einem Viertel bis zur Hälfte der  bewachsenen Gebiete der  Erde hat sich eine erhebliche Ergrünung in den letzten 35 Jahren gezeigt. Dieses Video ist von einer Public Domain und kann von Scientific Visualization Studio heruntergeladen werden.]

Abstract aus Nature Climate Change: “Die Erde wird grüner”

“Die Dynamik der Vegetation auf der Erde wechselt schnell infolge globaler Umweltveränderungen, mit Folgen für das Funktionieren des Systems Erde und für die Bereitstellung von Leistungen des Ökosystems. Doch wie die globale Vegetation auf die sich verändernde Umgebung reagiert, ist noch nicht richtig verstanden. Tropischer Regenwald - Ureinwohner - Foto © Gerhard Hofmann, Agentur ZukunftHier verwenden wir drei Aufzeichnungen langfristiger satellitengestützter Blattflächenindexe (BFI) und zehn globale Ökosystemmodelle um die vier wichtigsten Treiber von BFI-Trends zwischen 1982 und 2009 zu untersuchen. Wir zeigen eine anhaltende und weit verbreitete Zunahme der in die Vegetationsperiode integrierten BFI (Ergrünen) auf 25% bis 50% der globalen bewachsenen Fläche, während weniger als 4% der Erde eine Abnahme des BFI (Bräunung) zeigt. Factorielle Simulationen mit mehreren globalen Ökosystemmodellen deuten darauf hin, dass sich 70% des beobachteten Ergrünungstrends aus den Auswirkungen der CO2-Düngung erklären, gefolgt von Stickstoffdeposition (9%), Klimawandel (8%) und Landnutzungsänderungen (land cover change – LCC) (4%). CO2-Düngungs-Effekte erklären die meisten der Ergrünungstrends in den Tropen, während der Klimawandel zu Ergrünung hoher Breiten und des tibetischen Plateaus geführt hat. LCC leistete den größten beobachteten Beitrag zur regionalen Ergrünung im Südosten von China und den östlichen Vereinigten Staaten. Die regionalen Auswirkungen unerklärlicher Faktoren deuten darauf hin, dass die nächste Generation von Ökosystemmodellen die Auswirkungen von Wald-Demographie, von Unterschieden in der regionalen Verwaltungs-Intensität von Acker- und Weideflächen sowie aufkommender Produktivitäts-Einschränkungen wie der Verfügbarkeit von Phosphor werden erforschen müssen.”

[note Solarify meint: Höchste Zeit, dass sich gegen Ende der Untersuchung eine relativierende Stimme vernehmen lässt: Allerdings ist “…Meeresspiegelanstieg, die schmelzenden Gletscher und Eiskappen, mehr tropische Stürme…” zwar etwas dürftig als Klimawandelfolgenbeschreibung – es sei nur als Beispiel die unbestritten bevorstehende millionenfache Klimamigration genannt (siehe die stockseriöse MPIC-Studie “ auf solarify.eu/orient-droht-klima-exodus) – denn nach einer Reaktionszeit von Sekundenbruchteilen klappten die Freunde der kalten Sonne  (heißen sie nun “donnerunddoria.welt.de” oder “EIKE – Europäisches Institut für Klima und Energie”) laut hörbar die Patschhändchen zusammen – die Aussage der Veröffentlichung bejubelnd, die kein seriöser Wissenschaftler je bestritten hat: CO2 sei “Pflanzennahrung” – Donnerwetter, welch ein Fortschritt!]

->Quellen: