“Heißzeit” – Wort des Jahres 2018

Geprägt vom PIK-Potsdam

“Heißzeit” ist von der Gesellschaft für deutsche Sprache zum Wort des Jahres gekürt worden. Dieser Begriff kam am 06.08.2018 zum ersten Mal in einer Medienmitteilung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenabschätzung vor: “Die globale Erwärmung auf lange Sicht bei 1,5°C bis 2°C zu stoppen, könnte schwieriger sein als bisher angenommen”, hieß es da (siehe solarify.eu/auf-dem-weg-in-die-heisszeit). Selbst bei Umsetzung der COP21-Ziele bleibe ein Risiko, dass der Planet in einen Zustand gerät, den die Forscher als „Hothouse Earth“ bezeichnen. Eine solche Heißzeit wäre langfristig durch etwa 4° C bis 5° C höhere Temperaturen charakterisiert sowie durch einen Meeresspiegelanstieg um 10  bis 60 m, so die PIK-Veröffentlichung.

Jedes Jahr wählt die Gesellschaft für deutsche Sprache das “Wort des Jahres” und veröffentlicht den sprachlichen Jahresrückblick. Erstmals 1971 und seit 1977 regelmäßig werden damit Wörter und Wendungen gekürt, die das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben eines Jahres sprachlich in besonderer Weise bestimmt haben. Aus einer Sammlung von mehreren tausend Belegen aus verschiedenen Medien und Einsendungen von Außenstehenden wählt die Jury, die sich aus dem Hauptvorstand der Gesellschaft sowie den wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zusammensetzt, kurz vor Jahresende zehn Wörter, die die öffentliche Diskussion dominiert und ein Jahr wesentlich geprägt haben. Für die Auswahl der Wörter des Jahres entscheidend ist dabei nicht die Häufigkeit eines Ausdrucks, sondern vielmehr seine Signifikanz und Popularität: Die Liste trifft den sprachlichen Nerv des sich dem Ende neigenden Jahres und stellt auf ihre Weise einen Beitrag zur Zeitgeschichte dar. Die ausgewählten Wörter und Wendungen sind jedoch mit keinerlei Wertung oder Empfehlung verbunden.

Am 14. Dezember 2018 hat die GfdS zum 42. Mal in Folge die Wörter des Jahres bekannt gegeben. Das Wort des Jahres 2018 ist Heißzeit. Diese Entscheidung traf eine Jury der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden. Sie thematisiert damit nicht nur einen extremen Sommer, der gefühlt von April bis November dauerte. Ebenfalls angedeutet werden soll eines der gravierendsten globalen Phänomene des frühen 21. Jahrhunderts, der Klimawandel. Nicht zuletzt ist Heißzeit eine interessante Wortbildung. Mit der lautlichen Analogie zu Eiszeit erhält der Ausdruck über die bloße Bedeutung ‘Zeitraum, in dem es heiß ist’ hinaus eine epochale Dimension und verweist möglicherweise auf eine sich ändernde Klimaperiode.

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