Alter Streit am Beispiel von Audis E-Auto – ein Umweltsünder?

Wer ist umweltfreundlicher? Verbrenner, Hybrid, E-Auto, Brennstoffzelle?

Verbrenner, Hybride oder Brennstoffzellen-Fahrzeuge, gelten im Vergleich mit E-Autos relativ unbefragt als klimaschädlicher. Brennstoffverbrauch, CO2-Ausstoß, Feinstaubbelastung. Elektroautos fahren zwar abgasfrei, doch das ist nicht alles. Der Strom für ein Elektroauto kann auch aus einem schmutzigen Braunkohlewerk kommen. Die großen Batterien der Elektroautos brauchen reichlich Rohstoffe , deren Abbau schwere Umweltfolgen haben kann und vielfach menschenrechtlich bedenklich ist. Vom Recycling dieser Batterien ganz zu schweigen. Ein Autor von “The Motley Fool” zieht die Schraube an und nennt den neuen Audi e-tron “Umweltsünder”.

Bereits im März 2018 hat der ADAC die CO2-Bilanz aller Antriebsarten von Pkw in einer großen Untersuchung verglichen. Das Ergebnis: Es gibt keinen Antrieb, der generell die beste Klimabilanz aufweist. Und: Das Elektroauto ist nicht immer besonders klimafreundlich. Der ADAC rechnete über den gesamten Lebenszyklus der Autos: Wie viel CO2 entsteht insgesamt bei Produktion/Recycling des Fahrzeugs, der Kraftstoff- und Strombereitstellung sowie beim Fahren selbst – auch im Vergleich zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor? Um die Umweltfreundlichkeit eines Antriebs bewerten zu können, mussten alle notwendigen Energieaufwendungen über den gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeugs mit (angenommenen) 150.000 Kilometern Laufleistung berechnet werden. (In der Klimabilanz zur ökologischen Vollständigkeit fehlte zudem “eine ­Betrachtung der gesamten Luftschad­stoffe und des Ressourcenbedarfs an Rohstoffen (wie Lithium oder seltene Erden), an Wasser und Nutzungsflächen”, schrieb der ADAC.)

Das Ergebnis fiel nicht sehr eindeutig aus: Es gibt keinen Antrieb, der generell am besten ist. Vor allem: Das Elektroauto ist nicht immer das klimafreundlichste. Seine CO2-Bilanz wird durch die hohen CO2-Emissionen bei der Batterieproduktion und Strombereitstellung bestimmt. Es gilt: Je größer die Batterie und der Verbrauch, desto ungünstiger ist die CO2-Bilanz der Modelle. Deshalb hat bei stärker motorisierten Fahrzeugen der Diesel klimatisch klar die Nase vorn. Gut schnitt das Elektroauto dagegen in der unteren Mittelklasse ab: “51 g CO2/km weniger als der Benziner sind eine Hausnummer. Und auch bei den Kleinwagen gewinnt der Stromer die Klimawertung, aber hier ist der Vorsprung zu Diesel, Benzin und Hybrid knapper”. Allerdings seien sparsame Autos mit Verbrennungsmotor dann klimafreundlicher unterwegs, wenn Elektroflitzer mit kleineren Batterien, als Zweit- oder Stadtfahrzeug genutzt, nur 50.000 km er­reichen.

Synthetische, treibhausneutrale Kraftstoffe

Erst mit 100 Prozent Grünstrom verbessert sich die CO2-Bilanz von Elektrofahrzeugen deutlich. Denn nach wie vor besteht der deutsche Strommix zu fast 70 Prozent aus fossilen Energieträger oder Kernenergie. Die Berechnungen der ADAC-Ökobilanz beweisen aber auch: Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren haben noch ein großes Potenzial. Weitere Maßnahmen zur Kraftstoffreduzierung wie innermotorische Optimierungen oder Hybridisierung sowie der Einsatz von Erdgas und synthetischen, treibhausneutralen Kraftstoffen können die Emissionen der Kraftstoffbereitstellung (Well-to-Tank) oder Fahrzeugnutzung (Tank-to-Wheel) weiter reduzieren.

Fazit es ADAC: Wenn wir den drohenden Klimawandel nicht als Erfindung der Chinesen abtun, sollten wir die Entwicklung ­klimafreundlicher Antriebe dringend ­vorantreiben. Allerdings: technikneutral. Wenn Förderinstrumente wie der aktu­elle Umweltbonus nur für Elektro- und Plug-in-Fahrzeuge festgeschrieben sind, ist das bei der Nutzung des deutschen Strommixes zumindest aus Sicht des ­Klimaschutzes nicht zielführend.

Der Audi A3 e-tron

In 7,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h und eine Höchstgeschwindigkeit von 222 km/h  – der Audi A3 Sportback e-tron setzt dem sportlichen Charakter der kompakten Premium-Baureihe ein neues Highlight auf. Nach der ECE-Norm für Plug-in-Hybridfahrzeuge beschränkt sich seine C02– Emission im Durchschnitt auf 35 Gramm pro km – das entspricht einem Verbrauch von (etwa) 1,5 Liter pro 100 km (reifen-abhängig). Dank der Ultra-Leichtbauphilosophie von Audi wiegt der Fünftürer inklusive aller elektrischen Komponenten leer weniger als l.580 Kilogramm, dabei bietet er Platz für fünf Personen und viel Gepäck. Er bringt alle Stärken der Marke mit: das elegante Design, das sportliche Fahrwerk, die erstklassige Ergonomie, die Top-Verarbeitungsqualität und eine breite Auswahl an Highend-Lösungen bei den Assistenz-und Infotainmentsystemen.
Als Verbrennungsmotor dient der 1.4 TFSI, eines der modernsten Aggregate von Audi. Im Motorraum ist er, in Fahrtrichtung gesehen, einige Zentimeter weiter rechts montiert als üblich, um Platz für die Hochvolt-Komponenten zu schaffen. Sein Kurbelgehäuse besteht aus Aluminiumdruckguss, das Gesamtgewicht beträgt wenig mehr als 100 Kilogramm.
Eigentlich sollten schon Ende des Jahres 2018 die ersten Exemplare des Audi e-tron quattro an die Kunden übergeben werden. Die Produktion im Werk Brüssel läuft bereits. Im Oktober wurde allerdings bekannt, dass sich die Auslieferung “um mehrere Wochen” verzögern könnte – wegen eines Software-Problems. Damit wird es Anfang 2019, bis der e-tron tatsächlich auf den Markt kommt.

Den Autoren Marlon Bonazzi von “The Motley Fool” hat nach eigenen Angaben die Betrachtung der Effizienz dazu bewogen, Audis neues Elektromodell e-tron als “Umweltsünder zu bezeichnen”. Wie ARK Investment Management berechnet habe (das ist allerdings im Internet nicht auffindbar – Motley Fool muss diese Information exklusiv haben), “ist ein e-tron quattro nur halb so effizient wie Teslas Model 3. Die Hälfte an Effizienz bedeutet, dass für die gleiche Strecke das Doppelte an Strom benötigt wird. Das bedeutet das Doppelte an Kohle, Gas, Windrädern etc. Darüber hinaus müssen beim e-tron viel mehr Rohstoffe in der Batterie verbaut werden, damit er die gleiche Reichweite wie ein Model 3 erreicht.”

“Natürlich” habe der e-tron trotzdem das Potenzial, dreht Bonazzi schnell wieder bei, “die Umwelt zu entlasten, aber nur unter den richtigen Bedingungen”. Werde er mit Kohlestrom geladen, falle seine CO2-Bilanz negativer aus, als bei einem Elektroauto nötig. Bonazzi: Nur weil wir nicht trainiert sind, so über Elektroautos nachzudenken, heißt das nicht, dass deren Effizienz kein wichtiger Faktor ist.”

Solarify meint: Der beste klimafreundliche und ressourcenschonende Antrieb ist im Moment ein Hybrid aus Elektromotor und Verbrenner, der mit synthetischen Treibstoffen (etwa Wasserstoff oder Dioxymethylenether, siehe: solarify.eu/oxymethylenether-kraftstoffe) angetrieben wird.

->Quellen: