2018: Erneuerbare überstiegen 40 Prozent

Atomkraft 72,1 TWh (wie 2017) – Braunkohle -2% – Steinkohle -7,4%

Die Nettostromerzeugung aus Kernkraftwerken lag mit 72,1 TWh auf dem Vorjahresniveau.  Braunkohlekraftwerke produzierten 131,3 TWh netto. Das sind ca. 2,7 TWh bzw. 2 Prozent weniger als in 2017. Die Braunkohlekraftwerke reagierten flexibler auf niedrige Börsenstrompreise als in den vergangenen Jahren und drosselten ihre Leistung auf unter 6 GW, wie z.B. am 05.01.2018 und am 08.12.2018. Die Drosselung erfolgt hauptsächlich bei niedrigen oder negativen Börsenstrompreisen. Nach wie vor sind Braunkohlekraftwerke aber noch unflexibel in ihrer Reaktion auf hohe Einspeisung von Erneuerbarer Energien.  Die Nettoproduktion aus Steinkohlekraftwerken betrug 75,7 TWh und damit 6 TWh bzw. 7,4 Prozent niedriger als 2017.  Gaskraftwerke verzeichneten den stärksten Rückgang: Sie haben 40 TWh netto für die öffentliche Stromversorgung produziert und lagen damit 9,1 TWh bzw. 18,5% unter dem Niveau des Vorjahres. Gaskraftwerke im Bergbau und im verarbeitenden Gewerbe produzierten zusätzlich ca. 20 bis 25 TWh für den industriellen Eigenbedarf.

Die Grafik zeigt die Anteile erneuerbarer Energien an der Nettostromerzeugung zur öffentlichen Stromversorgung von 2002 bis 2018. Das ist der Strommix, der tatsächlich aus der Steckdose kommt. Die Erzeugung aus Kraftwerken von “Betrieben im verarbeitenden Gewerbe sowie im Bergbau und in der Gewinnung von Steinen und Erden”, d.h. die industrielle Erzeugung für den Eigenverbrauch, ist bei dieser Darstellung nicht berücksichtigt – © Fraunhofer ISE/Bruno Burger – Quelle: https://www.energy-charts.de/ren_share_de.htm

Exportüberschuss 45,6 TWh

2018 wurde ein Exportüberschuss (physikalische Flüsse) von ca. 45,6 TWh erzielt, ein leichter Rückgang gegenüber 2017 (52,5 TWh). Der Großteil der Exporte floss in die Niederlande (19,2 TWh), die einen Großteil des Stroms nach Belgien und Großbritannien weiterleiten. Auf Platz zwei folgt Österreich (11,6 TWh) vor der Schweiz (11,5 TWh), die hauptsächlich Transitland nach Italien ist.  Deutschland importierte 8,3 TWh Strom aus Frankreich, der hauptsächlich an die Nachbarländer weitergeleitet wurde. Die durchschnittlich exportierte Leistung betrug ca. 5,2 GW, was der Leistung von vier Kernkraftwerken entspricht.

An 8.215 Stunden des Jahres (94 Prozent) wurde Strom exportiert, an 545 Stunden (6 Prozent) wurde Strom importiert. Beim Außenhandel mit Strom ergibt sich ein Exportüberschuss von 52,8 TWh und Einnahmen im Wert von 1,81 Mrd. Euro. Eingeführter Strom kostete durchschnittlich 38,31 Euro/MWh, ausgeführter Strom 35,57 Euro/MWh. Der durchschnittliche volumengewichtete Day-Ahead Börsenstrompreis liegt mit 32,89 Euro/MWh etwas über dem Wert des Vorjahres (28,20 Euro/MWh). Inflationsbereinigt liegt er aber noch unter dem Niveau von 2003 und 2004.  Die Last betrug 508,5 TWh, das ist ein Zuwachs von 3,1 Prozent gegenüber 2017.

Zur Datengrundlage:  Diese erste unter Leitung von Prof. Bruno Burger erstellte Version vom 01.01.2019 berücksichtigt alle Stromerzeugungsdaten der Leipziger Strombörse EEX bis einschließlich 31.12.2018. Über die verfügbaren Monatsdaten dds Statistischen Bundesamtes (Destatis) zur Elektrizitätserzeugung bis einschließlich September 2018 und die Monatsdaten zur Ein- und Ausfuhr von Elektrizität bis einschließlich Oktober 2018 wurden die Stundenwerte der EEX energetisch korrigiert. Für die restlichen Monate wurden die Korrekturfaktoren auf Basis von zurückliegenden Jahresdaten abgeschätzt. Die hochgerechneten Werte unterliegen größeren Toleranzen.

->Quellen und weitere Informationen: