Erderwärmung? – Und trotzdem so viel Schnee?

Die Fakten – Unterschied zwischen Klima und Wetter

“Vielleicht könnten wir ein bisschen von dieser guten alten Erderwärmung gebrauchen, für die unser Land Billionen zahlen sollte”, twitterte Donald Trump im Dezember 2017 angesichts eines Kälteeinbruchs im Osten der USA. Wie viele andere, vor allem die selbsternannten “Klimawandelzweifler”, hat er bis heute den Unterschied zwischen Klima und Wetter nicht verstanden. Aber auch bei uns denken viele angesichts der Schneekatastrophe in den Alpen, Klimakonferenzen seien für die Katz, Erderwärmungen habe es schon immer gegeben, und überhaupt: es sei gar nicht bewiesen, dass der Mensch und die CO2-Zunahme für den Klimawandel verantwortlich seien. Was stimmt?

Klima – Wetter

“Wetter ist der physikalische Zustand der Atmosphäre zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort”, sagt der ARD-Wetterexperte Sven Plöger (siehe: solarify.eu/sonnenschein-in-schiffe-fuellen) – Wetter sei uns emotional sehr nah, daher erinnerten wir uns auch an viele spezielle Wettersituationen. Klima dagegen sei die Statistik des Wetters, aber für Statistik hätten wir “halt kein Organ”. Plögers Definition: “Klima ist die Gesamtheit der Wettererscheinungen an irgendeinem Ort oder Region während einer festgelegten Zeitspanne”. Entgegen der subjektiven Wahrnehmung müsse man beim Klima objektiv vorgehen. Ex-ZDF-Wetterfrosch Dieter Walch sagte einmal: Wetter ist das, was Du siehst, wenn Du zum Fenster hinaus schaust – Klima sind sämtliche Wetter auf der Erde zusammen”. Also ist es nicht sinnvoll, etwa den gegenwärtigen alpinen Schnee in Gegensatz zur Erderwärmung zu setzen; wobei ohnehin unumstritten ist, dass der Klimawandel extreme Wetter-Ereignisse verstärkt und häufiger eintreten lässt – siehe die Sommerdürre 2018.

Klimakonferenzen sinnlos? Stimmt das?

“Klimakonferenzen sind riesige Quasselbuden, deren Flugbewegungen einen gewaltigen CO2-Ausstuß verursachen”. So ein gern gehörtes Stammtisch-(Vor-)Urteil.
Richtig ist vielmehr: Die durch Klimakonferenzen verursachten Emissionen werden kompensiert. Zum Ende des  Weltklimagipfels (COP24) von Katowice hatten sich entgegen pessimistischer Erwartungen 196 Staaten auf ein Regelwerk für die Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens von 2015 (COP21) geeinigt. In Paris hatten die Länder vereinbart, die Erderwärmung möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen. Mehr als 180 Länder haben zwar schon ihre nationalen Klimaschutzpläne eingereicht. Viele haben zum ersten Mal überhaupt einen nationalen Klimaschutzplan aufgestellt (was sie ohne Paris 2015 nicht getan hätten). Ab 2024 müssen demnach die Staaten den gleichen Kriterien folgend über ihre Fortschritte im Kampf gegen die Erderwärmung berichten und ihre Maßnahmen verstärken. Denn die bisherigen Ziele werden die Erderwärmung kaum auf 2 Grad oder weniger begrenzen. Zudem erhalten ärmere Staaten Unterstützung aus dem Klimafonds bei der Umsetzung ihrer Klimapolitik. Die jährlichen Klimaminister-Konferenzen erzeugen diplomatischen Druck, aktiv zu werden.

“Ohne Klimakonferenzen wäre die weltweite Aufmerksamkeit für das Klima nie so groß geworden”, sagte der deutsche Chefunterhändler Karsten Sach (BMU) dem stern und verweist auf den im Zuge der Kyotoer Klimakonferenz eingeführten EU-Emissionshandel – eben steigen die CO2-Preise allmählich in sinnvolle Höhen. Ohne Klimapolitik würde sich die Erde bis 2100 um nahezu 5 Grad erwärmen. Das wäre das Ende der menschlichen Zivilisation, wie wir sie kennen.

Klimawandel in der Erdgeschichte nicht Neues

Treibhausgas CO2 gab’s doch schon immer, und es schwankte schon immer, auch das Klima schwankte schon immer – wer weiß wirklich, ob das CO2 am Klimawandel schuld ist.” Diese Feststellung stimmt sogar, allerdings nur zum Teil. Die Klimawirkung der Treibhausgase ist längst ohne jeden Zweifel. Forscher haben inzwischen die Klimawirkung der Treibhausgase in der Atmosphäre nachgewiesen. Das Kohlendioxid in der Atmosphäre hält einen Teil des infraroten Sonnenlichts ab und ermöglicht so erst menschliches Leben auf der Erde – der natürlich Treibhauseffekt. Nur: Wir verstärken diesen Erwärmungseffekt, indem wir seit etwa 1850 den CO2-Gehalt in der Atmosphäre um fast die Hälfte erhöht haben. Kein Zweifel mehr möglich, dass CO2 in der Atmosphäre einen deutlichen Effekt hat. Niemand bestreitet zudem, dass Pflanzenwachstum CO2 braucht. US-Forscher haben (laut nature 2015) den CO2-Effekt per Messungen belegt: Elf Jahre lang wurden an zwei Standorten Strahlen verschiedener Frequenzen gemessen. Beide Messreihen machten die Temperaturabhängigkeit von CO2 gleich zweifach deutlich.
Klimaschwankungen gab es in der Tat schon immer – Vulkanausbrüche, die schwankende Erdumlaufbahn und Änderungen der Sonnenaktivität – mit gewaltigen Konsequenzen. Aber die Wirkung des anthropogenen Kohlendioxidanstiegs übertrifft alle anderen Einflüsse. Der stern: “Der Mensch produzierte 2016 mindestens 60 Mal mehr CO2 als alle Vulkane im gleichen Jahr zusammen freisetzten, ermittelte die US-Klimabehörde NOAA”.

Folgt: Forscher uneins über Verantwortung des Menschen für Klimawandel