Meyer Burger macht Perowskit-HJT

Strategische Partnerschaft mit Oxford PV

Meyer Burger Technology AG und Oxford Photovoltaics Limited sind einer Medienmitteilung zufolge eine strategische Partnerschaft eingegangen und haben einen exklusiven Kooperationsvertrag unterzeichnet, um gemeinsam die Technologie für Massenfertigung von Perowskit auf Silizium Heterojunction (HJT) Tandemzellen voranzutreiben.

Um die Industrialisierung dieser vielversprechenden Technologie zu verfolgen, haben beide Unternehmen vereinbart, Meyer Burgers führende Heterojunction (HJT) und SmartWire Connection (SWCT™) Technologien mit der konkurrenzlosen Perowskit-Solarzelltechnologie von Oxford PV zu kombinieren. Meyer Burger verkaufe an Oxford PV eine 200 MW Heterojunction-Produktionslinie für die Pilot-Produktion von Tandemzellen, die gegen Ende 2020 in Oxford PVs Standort in Brandenburg an der Havel hochgefahren sein wird. Der Wirkungsgrad der mit dieser 200 MW Pilot-Produktionslinie erzeugten Tandemsolarzellen soll zu Beginn bei 27% liegen.

Die von Meyer Burger entwickelte HJT-Zelle ist aufgrund ihrer Eigenschaften die perfekte Basis-Zelle für Oxford PVs Top-Solarzelle aus Perowskit und die SmartWire Connection Technologie (SWCT™) von Meyer Burger ist die ideale Technologie, um die neuen Perowskit-Heterojunction-Tandemzellen in zuverlässige und hocheffiziente Solarmodule zu verschalten. Meyer Burger wird in diesem Zusammenhang auch Equipment entwickeln und liefern, das es erlaubt, die Perowskit-Beschichtung auf HJT-Basiszellen mit für die Massenproduktion tauglichen Verfahren abzuscheiden. Das gemeinsame Programm beschleunigt die „Time-to-Market“ und verstärkt die Position von Oxford PV und Meyer Burger als Technologieführer in Perowskit und HJT Technologien in der globalen Solarindustrie.

Überdies wird sich Meyer Burger mit bis zu 18.8 Prozent an Oxford PV beteiligen. Dazu sollen bis zu 62.29 Millionen neue Meyer-Burger-Namenaktien aus dem bestehenden genehmigten Kapital der Gesellschaft ausgegeben werden. Dadurch werde das Unternehmen zum größten Aktionär von Oxford PV. Eine Erhöhung der Beteiligung sei optional möglich. Der Vollzug der Transaktion wird gegen Ende April 2019 erwartet. Oxford PV wurde 2010 als Spin-out der University of Oxford in England gegründet und hat Perowskit-Tandemsolarzellen aus kristallinem Silizium entwickelt, die im Juni 2018 einen Weltrekord-Wirkungsgrad von 27,3 Prozent erreichten. Perowskit-Tandemsolarzellen gelten in der Solarindustrie als Solarzellentechnologie der nächsten Generation und sollen Kosten senken helfen.

Oxford PV wurde 2010 als Spin-out der University of Oxford in England gegründet und hat Perowskit-Tandemsolarzellen auf Basiszellen aus kristallinem Silizium entwickelt, die 2018 einen zertifizierten Weltrekord-Wirkungsgrad von 28 % erreichten. Die Tandemsolarzellen absorbieren einen grösseren Anteil des blauen Spektralbereichs des Sonnenlichts, was zu einem deutlich höheren theoretischen Wirkungsgradlimit von 43% im Vergleich zu 29% für traditionelle Standard-Silizium-basierte Solarzellen führt. Perowskit-Tandemsolarzellen gelten in der Solarindustrie als Solarzellentechnologie der nächsten Generation, welche die Kosten von Solarenergie (LCOE – Levelized Cost of Energy) weiter deutlich sinken lassen werden. In Fachkreisen ist Oxford PV als die weltweit führende Firma im Bereich Perowskit-Tandemsolarzellen bekannt. Das Technologie- und Material-Knowhow von Oxford PV ist durch ein Patentportfolio mit über 200 Patenten geschützt.

Zur Untermauerung der strategischen Partnerschaft wird sich Meyer Burger an Oxford PV mit bis zu 18.8% des Kapitals von Oxford PV beteiligen durch die Ausgabe von bis zu 62.29 Millionen neuen Meyer Burger Namenaktien aus dem bestehenden genehmigten Kapital der Gesellschaft (entspricht bis zu 9.99% des derzeit kotierten Aktienkapitals von Meyer Burger). Dadurch wird Meyer Burger zum grössten Aktionär von Oxford PV. Des Weiteren verfügt Meyer Burger über eine Option, die Beteiligung an der Oxford PV im Rahmen der strategischen Partnerschaft zur gleichen Bewertung auf 31.6% des Kapitals und 24.0% der Stimmrechte an Oxford PV zu erhöhen. Als strategischer Investor erhält Meyer Burger auch spezielle Corporate Governance Rechte und Hans Brändle, CEO von Meyer Burger, wird dem Verwaltungsrat von Oxford PV beitreten.

Meyer Burger bleibt 2018 in Verlustzone, konnte jedoch Betriebsergebnis und Profitabilität steigern<

Meyer Burger hat das Geschäftsjahr 2018 erneut mit einem wenn auch deutlich tieferen Verlust abgeschlossen,meldet der Branchendienst ee-news. Das Betriebsergebnis und die Profitabilität konnten hingegen gesteigert werden. Angesichts der Unsicherheiten verzichtete das Solar-Unternehmen auf einen Ausblick auf das laufende Jahr. Am 19.03.2019 gab Meyer Burger einen Auftrag eines asiatischen Kunden über rund 15 Mio. Schweizer Franken (13,4 Mio. Euro) für seine Zellbeschichtungsanlagen bekannt. Unter dem Strich resultierte 2018 ein Minus von 59.4 (€ 53) Millionen Franken, verglichen mit einem Fehlbetrag im Vorjahr von 79.3 (€ 71) Millionen, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Das ist der siebte Jahresverlust des Zulieferers für die Solarindustrie in Folge. 2017 hatte noch die Restrukturierung am Standort Thun für das Minus gesorgt. Nun musste Meyer Burger die erwarteten künftigen Guthaben auf Ertragssteuern nach unten korrigieren, was Wertberichtigungen von 49 (€ 44) Millionen Franken nach sich zog. Operativ dagegen konnte Meyer Burger zulegen. D er Betriebsgewinn auf Stufe EBITDA kletterte derweil von 12.4 (€ 11,1) Millionenauf 26.1 (€ 23,3)  Millionen Franken.

->Quellen: