Erneut ausschließlich Zuschläge für Photovoltaik

Kein Gebot für Wind-Onshore in technologieoffener Ausschreibung

In der vierten vierten technologieoffenen Ausschreibung gingen bisher laut Bundesnetzagentur alle Zuschläge an die Photovoltaik, Gebote für Windparks an Land wurden in der Runde gar nicht abgegeben, die dennoch deutlich überzeichnet war. Nur Photovoltaik-Gebote waren in den vier bisherigen Runden erfolgreich. Insgesamt 37 Photovoltaik-Projekte mit 202,5 Megawatt könnten nun gebaut werden, schreibt am 25.11.2019 in pv magazine. BDEW-Chefin Kerstin Andreae forderte neben der Aufhebung des 52-Gigawatt-Deckels für die Photovoltaik auch die Ausweitung der zulässigen Flächen und die Anhebung der Begrenzung für Solarparks auf 20 MW.

Insgesamt gingen 103 Gebote für Photovoltaik-Anlagen mit 514 MW Leistung bei der Bonner Netzagentur ein, die 13 Gebote mit 86 MW „aufgrund von vermeidbaren Formfehlern“ ausschließen musste. Letztendlich sind 37 Gebote für Photovoltaik-Anlagen mit 202,5 MW bezuschlagt worden. Die ermittelten Zuschlagswerte reichten von 4,88 bis 5,74 ct/kWh bei einem mengengewichteten durchschnittlichen Zuschlagswert von 5,40 ct/kWh. Dieser Durchschnittswert liegt unter dem der Vorrunde aus dem April, als es 5,66 ct/kWh waren und die Zuschlagswerte sich dabei zwischen 4,50 und 6,10 ct/kWh bewegten. Bei der letzten technologiespezifischen Photovoltaik-Ausschreibung vom Oktober lag der Durchschnittspreis mit 4,90 ct/kWh allerdings niedriger.

Zur regionalen Verteilung hieß es von der Bundesnetzagentur, dass sich die Zuschläge auf acht Bundesländer verteilten. 20 erfolgreiche Gebote für insgesamt mehr als 76 MW Photovoltaik-Leistung stammten aus Bayern, gefolgt von fünf aus Rheinland-Pfalz mit knapp 34 MW und vier aus Schleswig-Holstein mit 31,5 MW Jeweils zwei Zuschläge gingen nach Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. Jeweils ein erfolgreiches Gebot wurde noch für Flächen in Brandenburg und Hessen abgegeben.

Andreae erklärte nach dem Bekanntwerden der Ausschreibungsergebnisse: „Kein einziges Gebot zum Bau von Windenergieanlagen an Land – die für die Energiewende fatale Entwicklung geht weiter.“ Die Bundesregierung habe sich den guten Ansätzen für die Planung und Genehmigung mit ihrer „Windausbau-Bremse“ entgegengestellt. „Erfreulich dagegen sind die Ausschreibungsergebnisse für die Solarenergie. Sie ist ein wichtiger Pfeiler der Energiewende“, so Andreae weiter. Daher sei es umso wichtiger, die Begrenzung für Freiflächenanlagen auf Konversionsflächen von 10 auf 20 Megawatt anzuheben. Auch sollten die Flächen des 110-Meter-Korridors entlang von Autobahnen und Schienenwegen für Solarparks ausgeweitet werden. Auch bei Photovoltaik-Anlagen außerhalb von Ausschreibungen seien Kostensenkungspotenziale gehoben worden.

Streichung gestrichen

„Es ist deshalb richtig, den 52 Gigawatt-Deckel für diese Solaranlagen außerhalb von Ausschreibungen aufzuheben. Diese Maßnahme muss einhergehen mit weiteren Schritten zur Marktintegration, wie der Absenkung der de-minimis-Grenze für Ausschreibungen und der Definition eines neuen Rechtsrahmens für Prosumer“, erklärte Andreae und verwies auf den Vorschlag des BDEW für ein 3-Säulen-Modell.

Die PV-Welt wartet zwar seit Monaten auf die Streichung des 52-Gigawatt-Deckels. Eigentlich besteht innerhalb der Regierungskoalition in Berlin auch Konsens darüber dessen Wegfall. Eigentlich war vorgesehen, die Streichung über das Kohleausstiegsgesetz zu vollziehen. Doch  am 26.11. fehlte im neuen Referentenentwurf zum Kohleausstiegsgesetz, der pv magazine vorliegt, plötzlich die Hälfte der Artikel im Vergleich zum ersten Entwurf von vor zwei Wochen. Der Bundestag soll nun statt ursprünglich über 17, nur noch über 7 Artikel  entscheiden. Alle bisher geplanten Änderungen im EEG, darunter eben die Streichung des 52-Gigawatt-Deckels für die Photovoltaik, wurden offenbar ersatzlos gestrichen (siehe pv-magazine.de/neuer-referentenentwurf-zum-kohleausstiegsgesetz-aufgetaucht)

Die nächste technologiespezifische Photovoltaik-Auktion läuft derzeit auch bereits. Stichtag ist 1. Dezember. Es handelt sich bei der Runde um die Vergabe der zweiten Tranche der für 2019 vorgesehenen Sonderausschreibungen mit einem Volumen von 500 Megawatt. Ein Datum für die erste Innovationsausschreibung hat die Bundesnetzagentur noch nicht festgesetzt, nachdem das Kabinett Mitte Oktober die entsprechende Verordnung verabschiedet hatte.

->Quellen: