Bürgerenergie geht nur regional!


Robert Spanheimer im Solarify-Selbst-Gespräch über die Bedeutung der lokalen Perspektive beim Umbau der Energieversorgung

Die Regionalstrom Franken eG ist eine im Oktober 2014 gegründete Vermarktungsgenossenschaft für Strom aus Bürgerenergieanlagen mit dem Ziel, die zahlreichen Kleinerzeuger der Region westlich von Nürnberg zu bündeln und den Strom gemeinsam mit kommunalen Stromversorgern in der Region bis zum Endkunden zu vermarkten. Die Genossenschaft hat 134 Mitglieder, die Bürgerwindparks , PV- und Biogasanlagen in Nordbayern betreiben. Ihr ehrenamtlicher Vorstandvorsitzender Spanheimer will, dass die Menschen im ländlichen Raum durch Profit motiviert werden, sich für die Erneuerbaren Energien einzusetzen. Er begrüßt die BMWi-Vorschläge zu Digitalisierung der Energiewende, kritisert aber, dass kein EEG-geförderter Strom als Grünstrom an Endkunden mehr verkauft werden kann – daher verlangt er, “dass die Verordnungsermächtigung zur Grünstromvermarktung endlich umgesetzt wird”. weiterlesen…

„Bürgerwissenschaftler werden uns noch positiv überraschen”


Peter Finke im Solarify-Selbst-Gespräch über „die famose Erfindung des kostenlosen wissenschaftlichen Mitarbeiters“

Der Wissenschaftsforscher und einschlägige Buchautor (“Freie Bürger, freie Forschung: Die Wissenschaft verlässt den Elfenbeinturm”) Prof. em. Peter Finke äußert sich im Solarify-Selbst-Gespräch über wichtige Fragen der gegenwärtigen Citizen Science-Debatte. Er findet, dass die Bürgerwissenschaft vielfach auf Voreingenommenheit stößt und von der überkommenen Wissenschaft zu Unrecht in die Dilettanten-Ecke gestellt wird. Das neue BMBF-Förderprogramm nennt er einen „Etikettenschwindel“, es sei nicht viel mehr als „ein Förderprogramm für Wissenschaftsprofis, die nach neuen Geldquellen Ausschau halten, die sie erschließen können, wenn sie sich Beschäftigungsaufgaben für kenntnisreiche Laien ausdenken“. weiterlesen…

Gerhard Knies: “Zukunft nach Design oder Desaster?”


Konturen einer lebensfähigen Welt mit 10 Milliarden Menschen

Gerhard Knies, Club of Rome-Mitglied und Desertec-Erfinder, jetzt Gründer des Vereins “Viable World Connection (ViWoCon)” entwirft im Solarify-Selbst-Gespräch “eine lebens­fähige Welt, in der das Zusammen­spiel der Einzel­prozesse und der ver­schiedenen Akteure eine nachhaltige Gesamtentwicklung ergibt”. Das erfordere ein grundle­gendes Umdenken. Wir bräuchten eine – nur kooperativ erreichbare – ökologi­sche (no-carbon) und zivili­satorische (no-mili­tary) Sicherheit, und eine Welt-Innenpo­litik. weiterlesen…

“Abkehr von Wachstumsgesellschaft überfällig”

Helmut Röscheisen im Solarify-Selbst-Gespräch über zentrale Herausforderungen der Umweltverbände

Helmut Röscheisen, nach 35 Jahren ausgeschiedener DNR-Generalsekretär, fordert im Solarify-Selbst-Gespräch die “Abkehr von der Wachstumsgesellschaft”, denn wir hätten die “ökologischen Grenzen etwa bei der biologischen Vielfalt und beim Klimaschutz längst überschritten”. Anfangen müsse das mit der eingebauten Verkürzung der Lebensdauer von Produkten (Obsoleszenz). Röscheisen will eine “Kennzeichnungspflicht für die Gebrauchsdauer, die Reparierbarkeit, die Ersatzteilverfügbarkeit und des durchschnittlichen Zeitpunktes für den ersten Schadenseintritt” einführen. Außerdem müsse die Ressourceneffizienz entscheidend gesteigert werden. weiterlesen…

VKU-Präsident Ivo Gönner: Dezentralen Leistungsmarkt weiterentwickeln

Für den Präsidenten des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) Ivo Gönner, ist die Versorgungssicherheit für den Strommarkt von elementarer Bedeutung. Im Solarify-Selbst-Gespräch weist er darauf hin, der VKU habe bereits 2013 mit dem dezentralen Leistungsmarkt einen Vorschlag gemacht, wie wettbewerblich Versorgungssicherheit gewährleistet werden könne. Gönner verlangt, das KWK-Gesetz weiter zu entwickeln. Die Stadtwerke müssten zudem die Infrastruktur für Elektromobilität ausbauen und mehr in Energieeffizienz-Beratung und -Dienstleistungen gehen. weiterlesen…

Latif: CO2 seit 1990 um 60 Prozent gestiegen

Solarify-Selbst-Gespräch: “Bankrotterklärung der internationalen Klimaschutzpolitik”

Der Meteorologe und Klimaforscher Mojib Latif erklärt im Solarify-Selbst-Gespräch, warum “kaum jemand die Bedrohung durch den Klimawandel” wahrnimmt, („wir sind offensichtlich nicht imstande, die dramatischen Folgen der schleichenden Erderwärmung zu erkennen“), warum die internationalen Klimaschutz- Verhandlungen immer wieder scheitern („die Industrieländer werden Ihrer historischen Verantwortung nicht gerecht“) und, warum das 2°C-Limit “eine Schande ist, auf das sich die Weltpolitik verständigt hat”: „eine Bankrotterklärung der internationalen Klimaschutzpolitik“. weiterlesen…

Von Weizsäcker: “Zerstörerischer Fortschritt ist kein Fortschritt, sondern Rückschritt”

Ernst Ulrich von Weizsäcker im Solarify-Selbst-Gespräch

Der amtierende Ko-Präsident des Club of Rome und Ko-Vorsitzende des International Panel for Sustainable Resource Management plädiert dafür, von der Kurzfristigkeit wegzukommen, sie destabilisiere die Welt – und sie sei nicht “enkeltauglich”. Er schlägt ein “sich selbst beschleunigendes ‘Ping-Pong’ zwischen Effizienz und Preisen” vor und bringt einen neuen Begriff auf: “Aufkommensneutralität – die kassierten Energiesteuern würden an die Branche zurückgegeben, pro Wertschöpfung oder Arbeitsplatz; so würde die Branche nichts verlieren, aber sie hätte einen Daueranreiz, effizienter mit Energie umzugehen.” weiterlesen…

Hüttl: “Energiewende hat weltweite Signalwirkung”

Im Solarify-Selbstgespräch nennt acatech-Präsident und GFZ-Potsam-Leiter Reinhard F. Hüttl den Atomausstieg “absolut realistisch”. Allerdings müsse der Ausstieg so gestaltet werden, “dass die Energieversorgung in Deutschland sicher und bezahlbar” bleibe. Dazu gehörten auch unbequeme Notwendigkeiten wie der Netzausbau und der mittelfristige Bau neuer Gas- und Kohlekraftwerke. Die Energiewende sei “im internationalen Kontext zu sehen”. Das deutsche Energiesystem müsse mit dem der EU harmonieren. Außerdem habe die “Energiewende eine weltweite Signalwirkung. Sind wir erfolgreich, wird Deutschland zu einem Leitmarkt und Leitanbieter sicherer, bezahlbarer und umweltfreundlicher Energietechnologien”. weiterlesen…

Banning: „Energiewende muss dezentral und bürgernah gestaltet werden“

Thomas Banning, Naturstrom AG, im Solarify-Selbst-Gespräch

Der Ökostrom- und Biogasanbieter will die inländische Ökostromerzeugung aus EEG-Anlagen in viel größerem Maße als bislang für die Endkundenversorgung zugänglich machen. Denn Erzeugung aus EEG-Anlagen und Strombedarf müssten aufeinander abgestimmt werden. Aber trotz aller neuen Nutzungsmöglichkeiten: “Die fixe Einspeisevergütung ist nach wie vor enorm wichtig und sollte auf keinen Fall gekippt werden.” weiterlesen…

Fell: “Diese Koalition meint es nicht ehrlich mit der Energiewende”

Ex-energiepolitischer Grünen-Sprecher im Solarify-Selbst-Gespräch

Hans-Josef Fell, bis vor kurzem energiepolitischer Sprecher der grünen Bundestagsfraktion kritisiert im Solarify-Selbst-Gespräch hart die neue Bundesregierung: Maximal 60% Ökostrom will Wirtschaftsminister Gabriel bis 2035 gesetzlich verbindlich vorschreiben. Dies sei gleichbedeutend mit dem gesetzlich garantierten Schutz von mindestens 40% Strom aus fossilen Kraftwerken. Da der Atomausstieg bis dahin ja längst verwirklicht sein solle und da Erdgasgaskraftwerke wegen hoher Gaspreise nicht mehr wettbewerbsfähig seien, bedeute dies nichts anderes ein Festschreiben des Anteils der Kohleverstromung von mindestens 40%. So würde der heutige Kohlestromanteil von etwa 45 % fast vollständig noch weit über 20 Jahre geschützt werden. weiterlesen…