SOLARIFY – wer oder was ist das?

Forschung in Fragen der Energieumwandlung dringend notwendig –  7.200 Texte in  fünf Jahren

„SOLARIFY – Energie für die Zukunft“ heißt seit März 2012 dieses unabhängige Informationsportal für Erneuerbare Energien, Klimawandel und Energiewende von Agentur Zukunft und Max-Planck-Gesellschaft.

Ausgangspunkt Nicholas Stern: Zwei große Weltprobleme – Hunger/Armut und Klimawandel

Die Ausgangsidee war die Erkenntnis von Sir Nicholas Stern, dass wir zwei große Weltprobleme haben: den Hunger und die Armut einerseits und den Klimawandel andererseits. Bei beiden spielt die Energiefrage eine entscheidende Rolle: Da wo Armut, Hunger und Unterentwicklung herrschen, fehlt neben Kapital Energie – wo diese aber „falsch“ (fossil) gewonnen wird, drohen überschießende CO2-Emmissionen, atmosphärische Erwärmung, Überschreitung der Zwei-Grad-Grenze – kurz: Klimawandel mit allen negativen Folgen für viele Millionen Menschen. Daher bedarf es der Anstrengung aller, zur Dekarbonisierung der Welt-Energiewirtschaft beizutragen, mit anderen Worten: die Energiewende zum Erfolg zu führen.

Die Energiewende erfordert nicht nur neues Denken in Politik und Wirtschaft, sondern auch in Forschung und Entwicklung. Die deutschen Atomkraftwerke haben bisher etwa 100 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr vermeiden helfen. Ihr Ersatz durch fossile Energieträger würde die Klimaziele, vor allem die Zwei-Grad-Obergrenze für die Erwärmung der Erdatmosphäre, in Gefahr bringen. Abscheidung des CO2 und seine Verpressung als „Abfall“ in unterirdische Kavernen ist aus verschiedenen Gründen (mangelhafte Akzeptanz in der Öffentlichkeit, daher politische Ablehnung, Sicherheitsprobleme, Begrenztheit brauchbarer Speicherräume) keine dauerhafte Lösung – immer, wenn etwas als „Abfall“ gilt, stimmt etwas nicht. Der Name „Kreislaufwirtschaft“ sagt es: Ein Stoff-Kreislauf – oder viele Stoff-Kreisläufe – muss, bzw. müssen angestrebt werden: CO2 muss als Rohstoff in neue Prozesse eingebunden werden.

Die Solare Raffinerie

Eine Lösung, die noch in der Zukunft liegt, und deshalb großer Forschungsanstrengungen bedarf, ist die sogenannte Solare Raffinerie (engl.: solar refinery – SOLARIFY). Sie verarbeitet nicht nur CO2 sondern auch Biomasse. Biomasse gilt als „CO2-Sammler“, arbeitet also den Klima-Erfordernissen positiv entgegen. Wichtigste Bedingung dabei ist, dass die eingesetzten Pflanzen nicht mit der Nahrungsmittelproduktion konkurrieren – „Tank oder Teller“ darf kein Gegensatz sein. Hier ist weitere Forschung nötig.

Daneben wird in der Solaren Raffinerie aus solarer bzw. Windenergie gewonnener Wasserstoff (Power-to-Gas) in künstliches Erdgas (Methan) oder künstlichen Flüssigtreibstoff (Alkohol = Methanol) umgewandelt. Diese Prozesse haben bisher noch einen sehr schlechten Wirkungsgrad, sind ineffizient und kaum skalierbar (in großem Maßstab einzusetzen) das heißt, auch hier sind Forschungsanstrengungen und technische Fortschritte notwendig.

Insgesamt, so Prof. Dr. Robert Schlögl, Abteilungs-Direktor (Anorganische Chemie) am Fritz-Haber-Institut  in Berlin (FHI), Gründungsdirektor des Max-Planck-Instituts für Chemische Energiekonversion (CEC) in Mülheim/Ruhr und Sprecher für Energiefragen der Max-Planck-Gesellschaft, „ist es sowohl aus Gründen der unmittelbar heutigen Effizienzverbesserung, wie auch für die Verbesserung auf lange Sicht erforderlich, Forschung und Entwicklung in diesem bisher scheinbar unattraktiven Bereich der Energieumwandlung zu betreiben.“ Diesem Thema entsprang der Titel dieser Webseite: SOLARIFY.

Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse und deren Folgen

Bei der Verfolgung neuer Ansätze muss die naturwissenschaftliche Forschung aber erkennen und beherzigen, dass ihre Arbeit nicht nur naturwissenschaftliche Aspekte hat – wirtschaftliche, gesellschaftliche, politische und ökologische Konsequenzen werden immer wichtiger und müssen daher mitbedacht werden. Für die Naturwissenschaft folgt daraus eine größere Verantwortung als früher: Sie muss darauf bedacht sein, den Akteuren in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft mehr als bisher die Auswirkungen wissenschaftlicher Ergebnisse und Erkenntnisse zu vermitteln. Der wissenschaftliche Diskurs ist dahingehend zu erweitern. Alle Beteiligten müssen daran arbeiten, den Graben der Verständnislosigkeit zwischen Wissenschaft und Forschung einerseits und Politik, Gesellschaft und Wirtschaft andererseits ein wenig zuzuschütten. Auch diesem wichtigen Gedanken gilt die Webseite SOLARIFY.

SOLARIFY will mit den inzwischen mehr als 6.500 hochgeladenen Texten und Grafiken eine aktuelle Informationsquelle sein, ein verlässlicher Leitfaden, um sich in der Flut der Informationen zurechtzufinden –

  • mit den verfügbaren potenziell interessanten Aussagen, verständlichen Anleitungen, Daten und Fakten zur aktuellen Diskussion,
  • soliden wissenschaftlichen Informationen über den Stand der Forschung in  den einschlägigen Bereichen
  • mit möglichst tendenzfreien Informationen: offene Kennzeichnung von Tendenzen, Meinungen, Kommentierungen, bzw. Anmerkung von Zweifeln an Einzelinformationen sollen Prinzip sein
  • aber keinen Wahrheitsanspruch erheben
  • mit Gebrauchsanweisungen zur Nutzung
  • mit Erklärungen von Begriffen
  • mit fundierter Aufklärung über alle Schattierungen erneuerbarer Energien
  • und mit dem Bestreben um absolute Seriosität.

Letzte Aktualisierung: August 2016