„Klimawandel viel wuchtiger als Pandemie“

Dirk Messner im Solarify-Selbst-Gespräch

Leere Autobahn, Avus Berlin - Foto © Gerhard Hofmann für SolarifyUBA-Präsident Dirk Messner fragt sich, ob die Covid-19-Pandemie neben allen negativen Wirkungen nicht auch etwas Positives bewirken könne und kommt zu dem Schluss, nicht nur die aktuellen guten Wirkungen auf Luftreinhaltung und Benzinverbrauch seien zu begrüßen, auch die Tatsache, dass wir bewiesen hätten, schnelles Umsteuern sei möglich. Und immer mehr Menschen sähen ein, dass „die Zerstörung von Umwelt und Biodiversität Pandemien begünstigt“. Zudem hätten wir gelernt, dass wir trotz allen wirtschaftlich-wissenschaftlichen Spitzenstandards „verletzlich“ seien. Schließlich plädiert er dafür, dass „Preise die ökologische Wahrheit sagen“ müssten. weiterlesen…

Klimaschutz sofort in den Mittelpunkt

Michael Müller im Solarify-Selbst-Gespräch: „Politisiert, aber nicht politisch“

Auch wenn die Zahlen es derzeit nicht unbedingt hergeben und die SPD erst einmal aus dem Tal der Tränen heraus muss, wirbt der SPD-Umweltexperte und Ex-Umweltstaatssekretär Michael Müller im Solarify-Selbst-Gespräch für ein neues rot-grünes Projekt. Der Klimaschutz gehöre – nicht erst seit den Ergebnissen der Europawahl – ins Zentrum der politischen Auseinandersetzungen. weiterlesen…

„Permanenter Druck wird notwendig sein“

Christian Breyer im Solarify-Selbst-Gespräch

„Ein zeitgeschichtliches Dokument von politischem Versagen“ nennt Skandinaviens erster „Solar-Professor“ Christian Breyer von der Lappeenranta Universität (LUT) Finnland (ein „Q-Cells-Gewächs“ aus dem Reiner-Lemoine-Institut) die Zerstörung vieler Hoffnungen, vor allem in Ostdeutschland, durch „dilettantische Industriepolitik unterstützt von sinistren Gewerkschaften“. Die Versuchung sei einfach groß, „in de facto halben Legislaturperioden zu denken“. Dennoch bleibt er Optimist: Der Druck müsse anhalten, das ist wichtig für ihn. Dann bleibe die Wirkung der Klimawandelleugner eher gering. #Fridays4Future (siehe solarify.eu/fridays4future-junge-generation-fordert-politik-fuer-ihre-zukunft) könne „elementarer Teil der Sozialisation einer ganzen Generation werden“. Breyer war einer der ersten Unterzeichner des Unterstützungsaufrufs von Scientists4Future – inzwischen sind es mehr als 23.000 – für die klimastreikenden Schüler (300.000 am 15.03.in Deutschland). (Foto: Christian Breyer – Foto © lut.fi) weiterlesen…

„Die Natur macht es uns vor“

thyssenkrupp-CTO im Solarify-Selbstgespräch

Reinhold Achatz, seit 2013 CTO bei thyssenkrupp – Head of Corporate Function Technology, Innovation & Sustainability, und in dieser Funktion zuständig für das innovative Projekt Carbon2Chem (s. solarify.eu/co2-als-rohstoff-carbon2chem), in dem 18 Partner aus Politik, Industrie und Wissenschaft bereits erfolgreich erproben, wie aus Hüttengasen Chemieprodukte oder Treibstoffe gewonnen werden können. Nachhaltigkeit und Technologie müssten einander unterstützen, so Achatz. Die Natur mache es uns vor: Hier habe über Millionen Jahre ein Gleichgewicht zwischen CO2-Emission und CO2-Verbrauch bestanden. Der Mensch habe dann aber fossile Energieträger in kurzer Zeit viel schneller genutzt, als sie in der Erdgeschichte aufgebaut worden seien. Damit sei das System des Kohlenstoffkreislaufes nicht mehr stabil. Achatz schließt daraus: „Wir müssen genau so viel CO2 stofflich nutzen und damit der Atmosphäre entziehen, wie wir in die Atmosphäre abgeben.“ Dazu gehöre „Carbon Capture and Utilization“ (CCU). weiterlesen…

„Wechselseitiges, bilaterales Lernen zur Beschleunigung der Energiewende“

Prof. Peter Hennicke, Wuppertal-Institut, im Solarify-Selbst-Gespräch über die deutsch-japanische Zusammenarbeit

Eine globale Energiewende halten viele Experten aus Gründen des Klimaschutzes und der Risikominimierung für dringend notwendig. Als führende Industrienationen haben Japan und Deutschland eine besondere Verantwortung, eine Vorreiterrolle in der Implementierung der Pariser Klimavereinbarung einzunehmen und einen maßgeblichen Beitrag zur Dekarbonisierung der Weltwirtschaft zu leisten; daher arbeiten sie seit Mai 2016 in energiepolitischen und -wirtschaftlichen Schlüsselfragen zusammen, um Empfehlungen für Politik, Industrie und Zivilgesellschaft zu geben und somit neue und langfristige Perspektiven auf dem Weg zum ambitionierten Ziel der Energiewende aufzuzeigen. weiterlesen…

Nach sechs Jahren Triumph über BASF u.a.

Jürgen Resch (DUH) im Solarify-Selbst-Gespräch

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, im Solarify-Selbst-Gespräch über die fruchtbare Konkurrenz der deutschen Umwelt- und Verbraucherschutz-Organisationen, über vergebliche Einschüchterungsversuche der Großkonzerne, über saubere Luft und über Erfolge – und über die dringend notwendige Begrenzung überbordender Marktmacht. weiterlesen…

Klimawandel leistet Beitrag zu Extremwetter

Der Geo-Risikoforscher Peter Höppe im Solarify-Selbst-Gespräch nach den Hurrikanen

„Durch den Klimawandel werden wir auch in Deutschland zunehmend Extremwettersituationen erleben, sagt der Geo-Risikoforscher Peter Höppe von Munich Re, einem der größten Rückversicherer der Welt. Die Wetterereignisse mit relevanten Schäden haben sich weltweit seit Beginn der 1980er Jahre etwa verdreifacht. Noch ist unklar, wie viel die Hurrikane Harvey und Irma kosten werden und ob sie das Schadenniveau von Hurrikan Katrina im Jahr 2005 erreichen werden – die verursachte 105 Mrd. Euro an gesamtwirtschaftlichen Schäden. Höppe im Selbst-Gespräch auf Solarify. weiterlesen…

Fell: „Diese Koalition meint es nicht ehrlich mit der Energiewende“

Ex-energiepolitischer Grünen-Sprecher im Solarify-Selbst-Gespräch

Hans-Josef Fell, bis vor kurzem energiepolitischer Sprecher der grünen Bundestagsfraktion kritisiert im Solarify-Selbst-Gespräch hart die neue Bundesregierung: Maximal 60% Ökostrom will Wirtschaftsminister Gabriel bis 2035 gesetzlich verbindlich vorschreiben. Dies sei gleichbedeutend mit dem gesetzlich garantierten Schutz von mindestens 40% Strom aus fossilen Kraftwerken. Da der Atomausstieg bis dahin ja längst verwirklicht sein solle und da Erdgasgaskraftwerke wegen hoher Gaspreise nicht mehr wettbewerbsfähig seien, bedeute dies nichts anderes ein Festschreiben des Anteils der Kohleverstromung von mindestens 40%. So würde der heutige Kohlestromanteil von etwa 45 % fast vollständig noch weit über 20 Jahre geschützt werden. weiterlesen…

„Über Energieverbrauch reden, statt über Preise!“

Claudia Kemfert im ersten Solarify-Selbst-Gespräch

„:…also wenn Sie mich fragen: Warum reden alle beim Thema „Energiekosten“ immer nur über die Preise und nie über den Verbrauch? Preise sind nicht gleich Kosten: je effizienter wir mit Energie umgehen, desto geringer die Kosten. Die Preise für fossile Energien werden steigen, so dass wir gut beraten sind, wenn wir die Kosten über die Reduktion des Verbrauchs dämpfen. Die Strompreisdiskussion soll ablenken: Öko-Energien werden als Sündenbock missbraucht, um die Strompreise nach oben zu schrauben und die Energiewende schlecht zu reden.“ weiterlesen…