Menschenrechtsgericht bewilligt Klage junger Portugiesen

Kläger werfen Deutschland und 32 weiteren Staaten vor, nicht genug zur Einhaltung der Klimaziele zu tun

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat die Verhandlung einer Klimaklage gegen Deutschland und 32 weitere Staaten bewilligt. Das Gericht werde der Beschwerde acht junger Portugiesen im Alter zwischen acht und 21 Jahren Priorität einräumen, erklärten die Straßburger Richter. Die betroffenen Länder müssen sich nun zu dem Vorwurf äußern, nicht genug gegen den Klimawandel zu unternehmen, wie zeit-online. am 01.12.2020 berichtete. weiterlesen…

Noch wärmt der Golfstrom

Nordatlantik ändert sich, aber Zirkulation ist stabil – neue Studie zeigt Kontrast zwischen Ozean-Eigenschaften und Strömungen

Im Zuge des Klimawandels verändern sich auch Eigenschaften des Nordatlantiks wie Sauerstoff- und Salzgehalte oderTemperaturen – bis in große Tiefen. Doch ändert sich damit auch die Ozeanzirkulation? Wissenschaftler des South China Sea Institute of Oceanology, des Georgia Institute of Technology und des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel zeigen in einer am 27.11.2020 in Science Advances publizierten Studie, dass trotz tiefgreifender Veränderungen der inneren Eigenschaften des Ozeans die Zirkulation seit den 90er Jahren stabil geblieben ist. weiterlesen…

Wer ist schuld am Klimawandel?

Das ARD-Drama „Ökozid“ im Fakten-Check

Im Science-Fiction-Kammerspiel „Ökozid“am 18.11.2020 ist Deutschland vor dem Internationalen Gerichtshof angeklagt, die Klimakrise mitverschuldet zu haben. Wie realistisch ist das Gedankenspiel? Zwei Max-Planck-Wissenschaftler haben sich den Film angesehen und ihn einem Fakten-Check unterzogen: Hauke Schmidt vom Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg und Tom Sparks vom Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht in Heidelberg. Sein Institut hat im Vorfeld bereits die Drehbuchautoren mit juristischem Fachwissen unterstützt. weiterlesen…

„Alles, was Sie über Geopolitik und Klimawandel denken, ist falsch“

Obamas Ex-Berater zur Energiewende

Eine neue Sicht der Energiewende und ihres Einflusses auf die Weltpolitik hat am 05.10.2020 Jason Bordoff, vormals ranghohes Mitglied im Sicherheitsrat der USA und Berater Barack Obamas im Magazin Foreign Policy veröffentlicht. Er erklärte, warum die Abkehr vom Öl China nicht unbedingt helfe – und Russland nicht zwingend schade. weiterlesen…

Klimawandel erhöht Korrosionsraten an Betonbauten

EU-Studie empfiehlt feuerverzinkte Bewehrung als klima-resiliente Lösung

Der Klimawandel wird zu einer deutlich erhöhten Bewehrungskorrosion an Betonbauten führen, zeigt eine Untersuchung des Joint Research Centers (JRC) der Europäischen Union. Die Studie der Gemeinsamen Forschungsstelle der EU mit dem Titel „Expected implications of climate change on the corrosion of structures“ geht davon aus, dass der bereits jetzt schon spürbare Klimawandel die Dauerhaftigkeit von Stahlbetonkonstruktionen in negativer Weise beeinflussen wird. Als wesentliche Treiber hierfür werden Schwankungen der Temperatur und Luftfeuchtigkeit sowie die Erhöhung des CO2-Gehalts identifiziert. Eindringende Schadstoffe aus der Umwelt wie Chloride und Kohlendioxid (Karbonatisierung) führen zu einer verstärkten Bewehrungskorrosion. Ein Anstieg der Temperatur und der relativen Luftfeuchtigkeit erhöht die Infiltrationsrate dieser Substanzen und forciert die Korrosion des Bewehrungsstahls. weiterlesen…

Meerestemperaturen und Wirbelstürme

Klimawandel: Hurrikane schwächen sich nach Landfall langsamer ab

Der Klimawandel verursacht Hurrikane deren An-Land-Gehen und die Abschwächung länger dauert als normal, berichtet eine am 12.11.2020 in Nature veröffentlichte Untersuchung des Okinawa Institute of Science and Technology (OIST). Die Forscher zeigten, dass Hurrikane, die sich über wärmeren Ozeanen entwickeln, mehr Feuchtigkeit mit sich führen und daher nach dem Auftreffen auf Land länger stärker bleiben. Dies bedeutet, dass in Zukunft, wenn sich die Welt weiter erwärmt, Hurrikane mit größerer Wahrscheinlichkeit weiter landeinwärts liegende Gemeinden erreichen und zerstörerischer sein werden. weiterlesen…

„Ein systemisches Risiko“

Allianz Re fordert gemeinsame Initiativen gegen den Klimawandel

Die Coronakrise ist auch im Versicherungssektor das derzeit dominierende Thema. Die Pandemie sorgt für Milliardenschäden: Die Berechnungen großer Banken wie Barclays, Bank of America, Goldman Sachs oder Berenberg ergaben zuletzt Belastungen zwischen 30 und 107 Milliarden Dollar allein für die Sachversicherung, wie Christian Schnell im Handelsblatt vom 02.11.2020 schreibt. weiterlesen…

Kommissionsbericht: Bedrohung für Europas Natur

Weltweit schlimmstes Waldbrandjahr seit Beginn der Aufzeichnungen

Am 30.10.2020 hat die Gemeinsame Forschungsstelle der Europäischen Kommission die 20. Ausgabe ihres Jahresberichts über Waldbrände in Europa, im Nahen Osten und in Nordafrika für das Jahr 2019 vorgelegt. In diesem in der jüngeren Geschichte weltweit verheerendsten Jahr in Bezug auf Waldbrände verbrannten mehr als 400 000 Hektar der europäischen Naturlandflächen und eine Rekordzahl an Naturschutzgebieten war von Wald- und Flächenbränden betroffen. weiterlesen…

Zum ersten Mal: Nature unterstützt Joe Biden

“Wir können nicht tatenlos zusehen, wie die Wissenschaft untergraben wird”

“Joe Bidens Vertrauen in Wahrheit, Beweise, Wissenschaft und Demokratie macht ihn zur einzigen Option bei den US-Wahlen” so das angesehene britische Forschungsmagazin Nature, neben der amerikanischen Science die weltweit angesehenste Zeitschrift für Naturwissenschaften, die sich in ihrer 151jährigen Geschichte noch nie in eine Präsidentschaftswahl eingemischt hat. Zuvor hatte bereits Scientific American (SA) in seiner Oktober-Ausgabe zum ersten Mal in seiner 175jährigen Geschichte eine Wahlempfehlung für Biden ausgesprochen. Trump lehne die Wissenschaft ab und schade damit dem Land und der Bevölkerung, schrieben die Herausgeber in einem Leitartikel. weiterlesen…

Erderwärmung graphisch – drei anschauliche Beispiele

Kartierung der globalen Temperaturänderung, Spirale, Streifen von Ed Hawkins

Die Visualisierungstechnik der ‘kleinen Vielfachen’ (‘small multiples’) wird oft verwendet, um einfache Botschaften zu vermitteln. Das Beispiel des britischen Klimaforschers Ed Hawkins, Professor für Klimawissenschaft im National Centre for Atmospheric Science (NCAS) an der University of Reading, IPCC AR5-Ko-Autor und IPPCC AR6-Lead-Autor, zeigt Karten der Temperaturänderung von 1850-2017 – der allgemeine Erwärmungstrend ist offensichtlich, auch wenn die Details unscharf sind. Schon früher hat Hawkins den Anstieg der Erdmitteltemperatur als Spiale visualiert – bekannt sind auch seine “Warming Stripes”. weiterlesen…