Nicht einfach weniger, sondern anders und besser

Nachhaltigkeit im Ernährungssystem

Die Befürworter einer Wirtschaft ohne Wachstum argumentieren seit langem, dass Wirtschaftswachstum als solches der Umwelt schadet. Jetzt haben Forschende gezeigt, dass eine Eindämmung des Wachstums allein unser Ernährungssystem nicht nachhaltig machen würde – wohl aber eine Änderung unserer Ernährung und ein Preisschild für Emissionen in der Landwirtschaft. Zum ersten Mal hat eine Gruppe unter Leitung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung in einer Computersimulation untersucht, welche Auswirkungen so genannte „Degrowth“-Ansätze und Effizienzsteigerungen auf die Treibhausgasemissionen des Lebensmittelsektors haben könnten. weiterlesen…

Von der linearen zur Kreislaufwirtschaft

Auf dem Weg zur Klimaneutralität – Neustrukturierung industrieller Wertschöpfungsketten

Wie verändern sich industrielle Wertschöpfungsketten im Rahmen der Dekarbonisierung? Gemeinsam mit der Stiftung Arbeit und Umwelt der IGBCE und dem Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) hat die Deutsche Energie Agentur (dena) am 16.02.2022 eine Publikation veröffentlicht, die sich den Wirkzusammenhängen im Rahmen dieser Veränderungen nähert – ein Thema, das auch in der Politik künftig mehr Beachtung finden wird. (Titel: Auf dem Weg zur Klimaneutralität – Neustrukturierung industrieller Wertschöpfungsketten – © dena.de) weiterlesen…

„Die Menschheit zukunftsfähig machen“

Buch von Rolf Kreibich: Plädoyer für eine Zweite Aufklärung und Nachhaltige Entwicklung

Der Diplomphysiker und Soziologe Rolf Kreibich, langjähriger Direktor des Sekretariats für Zukunftsforschung an der Freien Universität Berlin, fordert in seinem jüngsten Buch (Noel-Verlag) nichts weniger als „eine Zweite Aufklärung“. Denn wir hätten den Fortschritt pervertiert, bis dahin, „dass die Entwicklung des Menschen an Punkte gelangen kann, von denen es keine reversible Rückkehr mehr gibt, die Selbstvernichtung also möglich ist: Tipping-Points oder Kipppunkte“. Die Atombombenabwürfe der USA auf Hiroshima und Nagasaki am 6. und 9. August 1945 hätten erstmals grundlegende Zweifel daran hervorgerufen, dass die Wissenschaft im Verbund mit der daraus hervorgehenden modernen Technik immer nur unbeschränkten Fortschritt verheißt. weiterlesen…

Lesehinweis: „Der Mensch als „Meteorit“

Ignoriertes Thema Artenschutz: „Biologisches Analphabetentum der Politik bringt uns noch alle um“
Gastbeitrag von Matthias Glaubrecht* im Berliner Tagesspiegel vom 16.01.2022

„Umwelt wird nur noch als Klima buchstabiert, dabei geht es auch um Flora und Fauna. Doch sogar Grüne opfern Artenschutz dem Windradausbau,“ lautet der Untertitel auf der Internetseite des Tagesspiegel. In der Print-Ausgabe: „Das Artensterben ist massiv. Es kommt einem biologischen Börsencrash gleich. Die Politik weiß das. Konsequenzen zieht sie nicht. Nicht mal die Grünen.“ Der Hamburger Professor für Biodiversität geht in seinem Gastbeitrag kritisch mit den Grünen, aber auch mit der Politik allgemein ins Gericht. weiterlesen…

„Geschäfte machen, als ob der Planet wichtig wäre“

Leitartikel: Die Sicht des Guardian auf grüne Finanzen

„Der Klimawandel findet statt, und die Unternehmen wissen das. Warum also zeigen sie es nicht in ihren Berichten?“ fragte der Londoner Guardian eingangs eines Leitartikel am 08.12.2021. Kürzlich – so der Guardian – erklärte Shell mit der Aufgabe seiner Beteiligung an 170 Millionen Barrel Öl im Cambo-Ölfeld vor der Küste der Shetland-Inseln , die „wirtschaftlichen Argumente für Investitionen“ seien zu schwach (siehe: bbc.com/uk-scotland-59512742*)). Und das britische Blatt mutmaßt: „Wie bei einem politisch so sensiblen Projekt nicht anders zu erwarten, gab es viele Spekulationen darüber, welche anderen Faktoren eine Rolle gespielt haben könnten. Aber: Wie kam Shell überhaupt zu dem Schluss, dass das wirtschaftlich sinnvoll ist?“ weiterlesen…

Mehr Klimaschutz gefordert

Europa und Deutschland im Fokus aktivistischer Investoren

Deutschland entwickelt sich mit dem stärksten Anstieg der prognostizierten gefährdeten Unternehmen zu einem Schlüsselmarkt für Finanz-Aktivisten. Das zeigen die Ergebnisse des jüngsten A&M Activist Alert (AAA) des Beratungsunternehmens Alvarez & Marsal (A&M). Aktivistische Investoren wollen nicht nur Anteile übernehmen, sondern mehr Klima- und Umweltschutz durchsetzen. Dabei wird Rendite erwartet. Bei den sogenannten aktivistischen Hedgefonds hatte die Corona-Krise zuletzt für Zurückhaltung gesorgt, doch die ist nun laut A&M vorbei. weiterlesen…

Neue Allianzen pro Klimaschutz

IÖW: Gewerkschaften, Umwelt- und Sozialverbände fordern den sozial-ökologischen Wandel

Kohleausstieg, Verbrennerverbote, CO2-Preis und energetische Sanierung: Klimapolitik kostet zunächst Geld. Sie braucht daher ein solides sozialpolitisches Fundament, sonst würde sie ganze Berufsgruppen und sozial benachteiligte Menschen empfindlich treffen. Gewerkschaften und Sozialverbände nehmen die Herausforderung an und suchen den Schulterschluss zu Umwelt- und Naturschutzverbänden, um vereint an einer „Just Transition“ zu arbeiten – einem sozial gerechten ökologischen Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft. Eine Untersuchung unter Leitung des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW). weiterlesen…

Deutsche Chemieindustrie in puncto Nachhaltigkeit nicht so toll

Ranking der 50 größten Unternehmen der Branche

Die schwedische NGO Chemsec hat am 09.12.2021 ihren Chemscore veröffentlicht. Titel ihrer Medienmitteilung: „Chemieunternehmen preisen ihre Umweltfreundlichkeit an, während sie hinter verschlossenen Türen gefährliche Chemikalien entwickeln“. Deutsche Chemiefirmen stehen in Bezug auf Nachhaltigkeit im internationalen Vergleich noch nicht gut da. Chemsec hat sich die 50 größten Chemieunternehmen weltweit genau angeschaut und Noten vergeben. Am besten schneidet die thailändische Firma Indorama Ventures ab. Sie erreichte 29 von 48 Punkten und damit die Note B. Ganz hinten auf Platz 50 befindet sich Sinopec Shanghai Petrochemical aus China mit nur 4/48 Punkten und der Note D-. weiterlesen…

Recyclability by Design

In Kunststoff integrierte Elektronik wird nachhaltiger

Der Nachhaltigkeitsgedanke hat inzwischen Einzug in Entwicklung und Fertigung innovativer Produkte gehalten. Innovation bedeutet nicht mehr nur schneller, besser, günstiger, sondern auch sauberer, energieeffizienter und umweltfreundlicher, bis hin zum Ermöglichen von effizienterem Recycling. Im EU-geförderten Projekt ReIn-E, das im Januar 2022 in die zweite Halbzeit geht, entwickelt das INM – Leibniz-Institut für Neue Materialien (INM) zusammen mit Projektpartnern aus Forschung und Industrie Materialien und Methoden, um in Kunststoff eingebettete Elektronik wiederverwertbar zu machen. weiterlesen…

Produktion chemischer Produkte nachhaltig gestalten

Katalytische Hydrierung: Nachwuchsgruppe „H2Organic“ arbeitet an „grünem“ elektrochemischen Prozess

Am Anfang stand ein Wettbewerb. Mit seiner Idee, innovative Materialien für die elektrokatalytische Hydrierung von organischen Chemikalien einzusetzen, bewarb sich Daniel Siegmund beim „BMBF Nachwuchswettbewerb NanoMatFutur„. Ziel der Maßnahme: im Sinne einer Exzellenzförderung dem wissenschaftlichen Nachwuchs im Bereich Werkstoff- und Nanotechnologie gute Startbedingungen zu ermöglichen. Einige Monate später dann die Bestätigung: Daniel Siegmund, Gruppenleiter „Elektrokatalyse“ am Fraunhofer UMSICHT sowie Habilitant bei Prof. Ulf-Peter Apfel an der Ruhr-Universität Bochum, und seine Gruppe „H2Organic“ begannen im Oktober 2021 mit ihrer Forschung. (Foto: Elektrochemische Zelle zur Umsetzung organischer Chemikalien im Labormaßstab – © Fraunhofer UMSICHT, Alina Gawel) weiterlesen…