SOLARIFY

Energie für die Zukunft

SOLARIFY – das unabhängige Infoportal von Agentur Zukunft und Max-Planck-Gesellschaft für Nachhaltigkeit, Erneuerbare Energien, Klimawandel und Energiewende.




Grüne: “…das Gegenteil einer zielgerichteten und konsequenten Energiepolitik“

Dem aktuellen Maßnahmenkatalog „Energiestrategie 2030“ der rot-roten Landesregierung in Brandenburg folgend, sollen Erneuerbare Energien bis 2030 mindestens 32 Prozent des Primärenergieverbrauchs ausmachen – eine Steigerung von 13 Prozent gegenüber dem aktuellen Anteil. Zu wenig, finden die Grünen im Brandenburger Landtag und kritisieren vor allem die Aufrechterhaltung des Braunkohle-Tagebaus, wie Manuel Först am 15.08.2018 in energiezukunft berichtet.


Sonnige Tage können zu Hitzewellen werden – und zu Waldbränden

Ob Regen oder Sonnenschein – das Wetter im Sommer in Nordamerika, Europa und Teilen Asiens bleibt länger gleich. Doch wenn sich Wetterlagen für mehrere Tage oder Wochen festsetzen, können diese zu Extremen werden: Hitzewellen, die dann Dürren, Gesundheitsrisiken und Waldbrände zur Folge haben; oder anhaltende Regenfälle, die zu Überschwemmungen führen. Ein Team von Wissenschaftlern vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) präsentierte am 20.08.2018 den ersten umfassenden Überblick über die Forschung zu sommerlichem Blockadewetter und Jetstream.


„Empörende Verzerrung der Wissenschaft durch die offizielle Politik“

Solarify hat das Buch “Der Tollhauseffekt” (“The Madhouse Effect“) von Michael E. Mann und Tom Toles zwar schon vorgestellt. Nun aber hat der Wissenschaftsjournalist Christopher Schrader auf riffreporter eine hervorragende Rezension veröffentlicht. Wir nehmen sie mit seiner freundlichen Genehmigung hier auf. Der Tollhauseffekt handelt vom Spannungsfeld zwischen Politik und Wissenschaft, vor allem der Klimaforschung. Das Buch beschäftigt sich mit den Manipulationen der – meist als seriöse Wissenschaftler getarnten – selbsternannten Klimaskeptiker, deren Pseudo– und Antiwissenschaft, die anerkannte Erkenntnisse und physikalische Tatsachen leugnet und zu untergraben versucht.


DIW Berlin: Erfolgreicher Klimaschutz in Deutschland und NRW möglich

“Der Kohleausstieg in Deutschland ist aus Klimaschutzgründen notwendig und energiewirtschaftlich sinnvoll: Braunkohle bis 2030, Steinkohle bis 2040”, schreiben Leonard Göke, Martin Kittel, Claudia Kemfert, Casimir Lorenz, Pao-Yu Oei und Christian von Hirschhausen in einer neuen Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) – und: “Auch das traditionelle Energieland NRW sollte den Kohleausstieg vornehmen und den Anteil der erneuerbaren Energien im Sinne des Klimaschutzplans wesentlich steigern.”


FDP-Anfrage zweifelt an E-Mobilitäts-Politik der Regierung

Die “einseitige Konzentration auf lediglich eine Antriebsform” sehen die Liberalen im Bundestag in der Begründung einer Kleinen Anfrage unter dem Titel “Innovative Infrastruktur – Chancen für den technologieoffenen Mobilitätsmix” als “weder progressiv noch innovativ” an und propagieren eine Mischung aus verschiedenen Antriebsformen mit unterschiedlichem Grad an Elektrifizierung. Darunter auch der Verbrennungsmotor, er könne durch weitere Effizienzgewinne oder die Nutzung synthetischer Kraftstoffe ebenso wie die Antriebsart Wasserstoff einen Beitrag zu klimaschonender Mobilität leisten. Ausschnitte aus den Antworten der Bundesregierung.


Energiespeicherung in Verpackungen

Der Internetseite Fibers-in-process.de (nach eigener Aussage “Portal zum Thema nachhaltige Papierwirtschaft”) zufolge haben in Schweden eine Verpackungsfirma (BillerudKorsnäs) und die Universität Uppsala Papierbatterien entworfen und ermöglichen so Energiespeicherung in Verpackungsmaterialien. Sie entwickelten sie aus Grundlagenforschung auf der Basis reiner Zellulose aus Algen mit der gleichen Faserart, die BillerudKorsnäs normalerweise für die Herstellung von Verpackungsmaterial verwendet.

Schnellster Wasserkocher der Welt


100.000 Grad in 75 billiardstel Sekunden

Neun Forschungsteams in Deutschland, den USA und Schweden haben einer Medienmitteilung des Deutschen Elektronen-Synhrotons DESY zufolge einen exotischen Zustand von Wasser erzeugt und untersucht: Per Röntgenlaser haben sie Wasser in 75 Femtosekunden von Zimmertemperatur auf 100.000 Grad Celsius aufgeheizt. Der Experimentaufbau, der als “schnellster Wasserkocher” der Welt gelten kann, erzeugte einen Zustand des Wassers, von dem sich die Wissenschaftler neue Einblicke in die besonderen Eigenschaften der wichtigsten Flüssigkeit der Erde erhoffen.

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Die Erde hat Fieber

Foto © Gerhard Hofmann, Agentur Zukunft für Solarify am 31.07.2018

Zynischer Zeitgewinn
-von Gerhard Hofmann-
Am 20.07.2018 präsentierte Autominister Scheuer den ersten (wirklich!) hardware-nachgerüsteten ÖPNV-Diesel-Bus. Dem erstaunten Beobachter fällt auf, dass viele Politiker bisher das nachbeteten, was ihnen die Millionen-schweren Vorbeter auf den Chefsesseln der deutschen Auto-Groß-Schmieden vorsagten: Hardware-Nachrüstung geht entweder gar nicht, oder ist zu teuer, dauert jedenfalls endlos lange; der automobil-grüne Ober-Schwabe Kretschmann wiederholte das ständig brav. Offenbar geht es doch – aber nur im ÖPNV. Den Armen, die stickstoffoxid-krank vorzeitig aus dem Leben scheiden, ist es jedoch sehr egal, ob ein privater oder ein öffentlicher Auspuff ihre NOx-Sterbehilfe emittierte. Zumal die SCR-Technik seit langem zur Verfügung steht: Beim ersten Diesel-Gipfel am 02.08.2018 demonstrierten eine Menge Vans und Busse vor dem BMVI mit entsprechenden Aufschriften. Hat die damals kein Politiker gesehen? Oder warum brauchten sie seitdem fast ein Jahr? Denn erst im November 2017 erfand die Politik allen Ernstes ein “Sofortprogramm” (das sollte in Wahrheit die Gewinne der Automobilindustrie absichern, vordergründig aber angeblich Arbeitsplätze und die betrügerische Industrie vor dem Ruin schützen). Dann gingen bis Ende März 2018 erneut fast vier Monate für die Konkretisierung für den ÖPNV ins Land, schließlich noch einmal vier Monate, bis der erste (ein einziger!) Bus nachgerüstet war – dreist-stolz von einem Minister präsentiert, der (oder keiner seiner PR-Berater) sich mitnichten der Gefahr bewusst zu sein schien, dass er damit Komiker und Kabarettisten landauf landab unfreiwillig mit Material versorgte (“Comedy-Gold”). Dabei ist das Thema angesichts (geschätzt) 12.000 vorzeitiger Todesfälle viel zu ernst für lustige Wortspiele. SZ-Redakteur Michael Bauchmüller hat die wahre Absicht Merkels/Scheuers im März weitsichtig zusammengefasst: Die Regierung habe “nur ein Ziel: Zeitgewinn”.

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