SOLARIFY

Energie für die Zukunft

SOLARIFY – das unabhängige Infoportal von Agentur Zukunft und Max-Planck-Gesellschaft für Nachhaltigkeit, Erneuerbare Energien, Klimawandel und Energiewende.




Bund und Länder wollen offenbar gemeinsam zügig beim Netzausbau vorangehen

Beim Netzgipfel im Bundeswirtschaftsministerium am 20.09.2018 haben sich Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und die Energieminister der Länder auf ein gemeinsames Vorgehen beim weiteren Ausbau des Stromnetzes verständigt. Sie haben sich auf ein Paket aus drei Maßnahmen geeinigt, wie Sandra Enkhardt am selben Tag im pv magazine berichtete.


EU-Kommission verschärft Untersuchung

Der Abgasskandal und der Streit um die Nachrüstungen trotz Milliardengewinnen belasten die Autobranche massiv. Als ob das nicht schon genug ist: Jetzt stehen deutsche Autobauer auch noch unter Kartellverdacht – die EU-Kommission verschärfte nämlich jetzt ihre Kartellermittlungen gegen fünf deutsche Autokonzerne – wie zahlreiche Medien über eine EU-Medienmitteilung vom 18.09.2018 berichteten.


Synthetische, erneuerbare Energieträger als dritte Säule erfolgreicher Energiewende

Die Deutsche Energie-Agentur (dena) und Partner aus der Industrie haben die Global Alliance Power Fuels gestartet. Das international ausgerichtete Bündnis verfolgt das Ziel, globale Märkte für synthetische Kraft- und Brennstoffe auf Basis erneuerbarer Energien zu erschließen. Es wird von einem branchenübergreifenden Kreis von Wirtschaftsunternehmen getragen und soll ein breites Partnernetzwerk aus den Bereichen Forschung und Wissenschaft, Politik und Gesellschaft aufbauen. Analysiert werden unter anderem internationale Märkte für Power Fuels und die Rahmenbedingungen für ihren Einsatz in verschiedenen Bereichen und Sektoren.


Internes Papier skizziere Blockadestrategie von Business Europe

Der europäische Industrie-Lobby-Verband Business Europe, zu dem auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) gehört, wolle sich laut Greenpeace einem strengeren EU-Klimaziel widersetzen. In einem internen Papier vom 13. September, das Greenpeace zugespielt worden sei, schlage Business Europe seinen Mitgliedern unterschiedliche Strategien vor, wie eine von der EU-Kommission diskutierte Anhebung des Klimaziels für das Jahr 2030 angegriffen werden könnte.


Kohlendioxid als Rohstoff

Urtümliche Bakterien können CO2 in 3-Hydroxypropansäure. einen begehrten chemischen Grundbaustein, verwandeln. Erste Hürden auf diesem Weg haben Frankfurter Mikrobiologen im europäischen Forschungsprojekt „CO2Chem – Biologische Konversion von CO2 zur Plattform-Chemikalie 3-Hydroxypropansäure“ genommen, schreibt Björn Lohmann im Portal bioökonomie.de, einer Initative des BMBF . Bis 2020 sollte Deutschland eigentlich die Treibhausgasemissionen gegenüber 1990 um 40 Prozent senken, was aber inzwischen nicht nur das Umweltbundesamt für nicht mehr erreichbar hält. Um dennoch bis 2050 CO2-Neutralität zu erreichen, muss ein weiterer Ansatz relevant werden: CCU – Carbon Storage and Utilization (Kohlendioxid-Abscheidung, Speicherung und Wiederverwendung – so wie gestern in Duisburg das Technikum des Projekts Carbon2Chem eingeweiht wurde).


…zur Sauerstoffreduktion für PEM-Brennstoffzellen

Nicht-Edelmetall oder metallfreie Katalysatoren mit Stabilität sind zwar wünschenswert, aber eine Herausforderung für Protonenaustauschmembran-Brennstoffzellen (PEM). In einem Artikel in Nature Communications entwickeln Forscher der chinesischen Beihang-Universität und aus den USA teilweise ein mehrwandiges Kohlenstoff-Nanoröhrchen, um zickzackartige Graphen-Nanoröhrchen mit einem Kohlenstoff-Nanoröhrchen-Rückgrat für die Elektrokatalyse der Sauerstoffreduktion in PEM-Brennstoffzellen zu synthetisieren.

SAP mit KI-Ethik-Beirat


SAP gründet als erstes europäisches Technologieunternehmen Ethik-Gremium für künstliche Intelligenz

SAP hat als erstes europäisches Technologieunternehmen am 18.09.2018 eigene Leitlinien für künstliche Intelligenz (KI) entwickelt und einen externen Beirat für den ethischen Umgang mit künstlicher Intelligenz geschaffen. Das Gremium mit Fachleuten aus Wissenschaft, Politik und Industrie soll laut einer Medienmitteilung die Umsetzung der Leitlinien sicher und soll diese gemeinsam mit dem SAP-Lenkungsausschuss für KI – einer Gruppe von SAP-Führungskräften aus den Bereichen Entwicklung, Strategie und Personalwesen – weiterentwickeln.

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“It’s real, it’s us, it’s bad, experts agree, there’s hope.”
(Es stimmt, wir haben es gemacht, es droht Gefahr, Fachleute sind sich einig, es gibt Hoffnung – Kernbotschaft zum Klimawandel in zehn Wörtern von Anthony Leiserowitz, Yale University)

Woidke auf Dummenfang
-von Gerhard Hofmann-
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) warnt davor, dass ein schneller Kohleausstieg Rechtspopulisten stärken werde, verstieg sich im Berliner Tagesspiegel gar zum Begriff “Desaster”. Und griff tief in seinen politischen Erfahrungsschatz: “Menschen vergessen es einem Politiker nie, wenn ihre Lebensgrundlagen infrage gestellt werden” (Dabei lehrt die Politik jeden Aktiven oder Beobachter, dass die bei weitem vergesslichste Bevölkerungsgruppe die Wähler sind!). Woidke (und seine Parteivorsitzende mit ihrer “Blutgrätsche” ebenso) irrt auf eine für einen Politiker unentschuldbare Weise: Politiker dürfen nicht populistisch banalen Vorurteilen hinterher laufen, sondern müssen zukunftsfähig denken. Doch Woidke verhält sich wie ein Rechtspopulist: Er appelliert an das, was die Menschen nicht wissen, an dumpfe Ängste, nicht an das, was sie bereits wissen und verstanden haben. (So bekam die Lausitz seit 2016 aus der Gemeinschaftsaufgabe “Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur” Bewilligungen für Projekte mit insgesamt 194 Millionen Euro, Ende 2017 zudem das Projekt “Zukunftswerkstatt Lausitz” mit 7,07 Millionen Euro (über vier Jahre). 2018 bis 2021 sind 1,5 Milliarden Euro als zusätzliche prioritäre Ausgaben für regionale Strukturpolitik und für Strukturwandel Kohlepolitik vorgesehen.)
Kein Mensch hat je behauptet, der Abschied von den Fossilen solle auf dem Rücken der Schwächsten stattfinden – in praktisch jeder Behandlung des Themas kommt ganz vorne und prominent das Wort “sozialverträglich” vor. Das muss Woidke entweder nicht verstanden oder permanent aktiv übersehen haben. Schließlich ist von den ursprünglich in der Kohleindustrie Beschäftigten heute nur noch ein verschwindender Bruchteil beschäftigt, selbst wenn man die indirekt abhängigen Gewerbe dazu zählt. Das “sozialverträglich” ist also locker bezahlbar. Niemandes Lebensgrundlage wird in Frage gestellt….

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