SOLARIFY

Energie für die Zukunft

SOLARIFY – das unabhängige Infoportal von Agentur Zukunft und Max-Planck-Gesellschaft für Nachhaltigkeit, Erneuerbare Energien, Klimawandel und Energiewende.




Keine Fortschritte – Trump hält COP21-Ausstieg der USA weiter offen

„Einigkeit im Kampf gegen den Terrorismus, Fortschritte beim Freihandel, aber keine Einigung beim Klimaschutz – das ist die Bilanz des G7-Staaten auf Sizilien. Bei einigen Themen habe es ein hohes Maß an Übereinstimmung gegeben, bei anderen müsse man den Dissens zur Kenntnis nehmen, so Bundeskanzlerin Merkel. Keine Einigung konnten die sieben Staats- und Regierungschefs hingegen beim Klimaschutz erzielen.“ Das teilte das Bundespresseamt am Nachmittag des 27.05.2017 mit.


Papst drängte US-Präsidenten zu mehr Klimaschutz – Enzyklika für Trump

Einen Tag nach der Begegnung des Papstes mit US-Präsident Donald Trump sind Einzelheiten aus dem Gespräch bekannt geworden. Papst Franziskus habe US-Präsident Donald Trump bei der Begegnung im Vatikan gedrängt, „sich an die Vereinbarungen von Paris zu halten“, sagte US-Außenminister Rex Tillerson am 25.05.2017 auf dem Flug von Rom nach Brüssel vor Journalisten laut einem Bericht von Radio Vatikan. Der Papst habe den Prozess mit seiner Umweltenzyklika Laudato Si’ (siehe: solarify.eu) begleitet, die er Trump in die Hand gedrückt habe. Greenpeace projizierte „Planet Earth First“ auf die Peterskuppel – rund lief der Papstbesuch jedenfalls nicht.


Start am 1.12.2017 – Kombi-Ausschreibungen Wind-PV

Betreiber von Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK) mit einer Leistung zwischen einem und 50 MW müssten in Zukunft an einer Ausschreibung teilnehmen, wenn für diese Anlagen eine Förderung gezahlt werden solle – meldet der parlamentseigene Pressedienst „heute im bundestag“. Einzelheiten regle die jetzt von der Bundesregierung vorgelegte „Verordnung zu Ausschreibungen für KWK-Anlagen und innovative KWK-Systeme, zu den gemeinsamen Ausschreibungen für Windenergieanlagen an Land und Solaranlagen sowie zur Änderung weiterer Vorschriften“.


Global Soil Week 2017

Im Rahmen der vierten Global Soil Week vom 22. bis 24.05.2017 suchten Experten in Berlin nach Wegen, um fruchtbare Böden zu schützen. Die internationale Wissenschaftskonferenz war 2012 von Klaus Töpfer initiiert worden, in seiner Rolle als Direktor des IASS Potsdam. Weil er es geschafft hatte, das Thema Boden auf die internationale Agenda zu hieven, überreichte ihm der „Papst der Bodenforschung“, US-Professor Rattan Lal, den „Nobelpreis der Bodenforschung“, die Medaille der International Union For Soil Science. Ein Lesehinweis auf den Artikel „Ohne Boden kein Essen, kein Frieden“ von Ute Scheub in der taz.


IRENA-Report: Solar mit 3,1 Mio. Arbeitsplätzen

2016 gaben Erneuerbare Energien (EE) 9,8 Millionen Menschen Arbeit. Mehr als 3,1 Mio. sind inzwischen weltweit in der Solarindustrie beschäftigt – eine Zunahme um zwölf Prozent. Laut dem am 24.05.2017 im Rahmen der 13. Ratssitzung vorgestellten Jahresbericht 2017 der International Renewable Energy Agency (IRENA) unter dem Titel Renewable Energy and Jobs schaffen die Erneuerbaren mehr Arbeitsplätze, als durch die globale Energiewende verloren gehen.


uniper versus RWE

Der Streit um das neue Steinkohlekraftwerk Datteln 4 geht in die nächste Runde: Wie mehrere Blätter, allen voran das manager magazin, am 26.05.2017 meldeten, geht Uniper jetzt gerichtlich gegen Konkurrent RWE vor – Stein des Anstoßes und Grund zur Feststellungsklage (AZ: 3 O 28/2017) vor dem Landgericht Essen sind zehn Jahre alte Lieferverträge.

Von 2007 bis 2017 hat die deutsche Automobilindustrie 969 Millionen Euro für Forschung und Entwicklung von verschiedenen Bundesministerien erhalten. Wie die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke mitteilte, wurden außerdem in dieser Zeit 181 Millionen Euro für Investitionen gezahlt. Das meldete der parlamentseigene Pressedienst „heute im bundestag“ (hib/HLE). Die Antwort enthält umfangreiche Angaben zur Förderung von Forschung und Entwicklung bestimmter Unternehmen in verschiedenen Jahren.

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Das süße Gift des (Klima-)Zweifels

Die New York Times hält sich seit Neuestem einen Klimaleugner als Kolumnisten. Karl Poppers Lehre, dass Wissenschaft nicht zu verifizieren, also zu beweisen, sondern Hypothesen zu falsifizieren habe, missbraucht mancher als Mäntelchen scheinbar progressiven Zweifels: Pulitzer-Preisträger Bret Stephens fordert in seiner allerersten Kolumne in der „Gray Lady“ genannten NYT, weil die Wissenschaft den Klimawandel zu 100 Prozent für sicher halte, seien Zweifel angebracht: „Normale Bürger“ hätten ein „Recht, skeptisch gegenüber einer übertriebenen Wissenschaftsgläubigkeit zu sein“. Sie wüssten – „was alle Umweltschützer wissen sollten“ – dass die Geschichte zugemüllt sei von „wissenschaftlichen Fehlern, die mit politischer Macht verheiratet“ gewesen seien. Wäre Hillary Clinton weniger „gewiss“ gewesen, wäre sie heute Präsidentin, so Stephens, der seine Kolumne mit einem Zitat des Polen Czeslaw Milosz überschreibt: „Wer sagt, er habe 100 Prozent Recht, ist ein Fanatiker, ein Verbrecher und die schlimmste Art von Lump.“ Aber: Kein seriöser Klimawissenschaftler hat jemals behauptet, es gebe 100prozentige Gewissheit über den Klimawandel; von Wahrscheinlichkeiten ist stets die Rede. Klimaskeptiker (präferierte Selbstbezeichnung) erkennt man daran, dass sie Beweise für den anthropogenen Klimawandel fordern – die es nicht gibt. Und siehe da: Nicht nur laut Wikipedia ist Stephens als „Trump-Gegner von rechts“ und „Klimaleugner“ bekannt. Seine Kolumne: schlicht unseriös, demagogisch – kein Ruhmesblatt für die 165jährige Prestigezeitung mit der größten Redaktion der USA und dem Wahlspruch „All the news that’s fit to print“. Immerhin ist das Verhältnis von Klimawandel-Wahrscheinlichkeit zu -Unwahrscheinlichkeit etwa 96:4. Das hindert aber viele Medien, allen voran die Talkshow-Sintflut bei uns, nicht daran, immer wieder die Gleichen aus dem versprengten Häuflein der Skeptiker einzuladen – aus drei Gründen: Leben in der Sendung, ein Trump-Befürworter soll her, und vorgebliche Ausgewogenheit (siehe: solarify.eu/missverstandene-ausgewogenheit). Wir sind Zeugen eines epochalen Wandels: Bisher unseriöse bis lächerliche Argumente und Praktiken bis hin zur radikalen Wissenschaftsfeindlichkeit werden hoffähig – ein weltweiter Ruck nach rechts. Beim March for Science am 22.04.2017 zeigte sich, dass weder die Medien noch die Wissenschaft – ganz gleich in welchem Land – vor schleichender Anpassung sicher sein können. Wir alle müssen aufpassen – und uns einmischen (s. auch: solarify.eu/trumpozaen).
-Gerhard Hofmann-