SOLARIFY

Energie für die Zukunft

SOLARIFY – das unabhängige Infoportal von Agentur Zukunft und Max-Planck-Gesellschaft für Nachhaltigkeit, Erneuerbare Energien, Klimawandel und Energiewende.




Leistungsfähigere und sicherere Batterien

Forscher der Empa und der Universität Genf (UNIGE) haben einer Medienmitteilung von Aurélie Kuntschen folgend einen Prototypen einer neuartigen Natrium-Festkörperbatterie entwickelt, einer kostengünstigeren Alternative zu Lithium. Nachzulesen sind diese Forschungsergebnisse in der Zeitschrift Energy and Environmental Science.


Gestiegene Effizienz: Feldtests bestätigen Potenzial

Wärmepumpen können auch im Gebäudebestand effizient arbeiten. Zu diesem Ergebnis kommt das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE laut einer Medienmitteilung vom 22.11.2017 anhand von Feldtests der vergangenen zwölf Jahre. Im Rahmen einer wissenschaftlichen Tagung des Deutschen Kälte- und Klimatechnischen Vereins stellte das Forschungsinstitut erstmals die Daten der neuesten Langzeitbeobachtung vor. Im Vergleich zu einem früheren Projekt im Bereich der Bestandsgebäude hat sich die Effizienz der Luft/Wasser-Wärmepumpen um etwa 20 Prozent gesteigert. Auch aus diesem Grund baut das Fraunhofer ISE seine Wärmepumpen-Aktivitäten massiv aus, unter anderem mit einem Testlabor und verstärkter Forschung an Konzepten für den Einsatz in Mehrfamilienhäusern.


Carbon2Chem®-Konferenz in Düsseldorf – Vortrag Michael Bender, BASF

Carbon2Chem - Foto © Gerhard Hofmann, Agentur Zukunft für Solarify 20160627Im Verbundprojekt Carbon2Chem® (s. solarify.eu/co2-als-rohstoff-carbon2chem) werden auf der Basis katalytischer Verfahren Technologien für chemische Synthesen entwickelt, mit denen Hüttengase aus der Stahlproduktion in marktfähige Chemieprodukte oder Treibstoffe umgewandelt werden. Im Rahmen der 1. Konferenz zur nachhaltigen chemischen Konversion in der Industrie am 20. und 21. 11.2017 in Düsseldorf befassten sich zahlreiche Referenten mit der Problematik. Solarify fasst einige der Beiträge zusammen. Es beginnt Michael Bender, BASF.


Ironie: Kohle-Stadt richtet COP24 aus

„Wenn bei der COP23 in Bonn etwas herauskam, dann ist es eine Giftpille. Zumindest für Polen,“ schreibt Aline Robert, die Chefredakteurin des Pariser Euractivbüros in The Brief am 22.11.2017. Denn das „kohlesüchtige Land“ sei Gastgeber des nächsten Gipfels COP24 im Dezember 2018 in der Bergbaustadt Kattowitz. Viele Klimaaktivisten fänden die Ironie dieser Situation wenig unterhaltsam.


Fünf Kategorien

Zum 22. Mal vergab die Deutsche Umwelthilfe (DUH) am 22.11.2017 im Rahmen einer Preisverleihungsgala im Meistersaal in Berlin ihren undotierten UmweltMedienpreis. Die Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation ehrt damit alljährlich herausragende Leistungen und wirkungsvolle Präsentationen von Natur- und Umweltthemen in den Medien.

Die Ministerin und der Kohleausstieg


„Zentraler Teil des notwendigen Weges zu einer treibhausgasneutralen Welt ist der Ausstieg aus Kohle, aus Öl und fossilem Gas“

Das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung teilt mit: Die Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, Dr. Barbara Hendricks, hielt am 21.11.2017 eine Rede zum Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen „Klimakonferenz in Bonn – Schneller Ausstieg aus der Kohle ist jetzt nötig“ vor dem Deutschen Bundestag in Berlin. Solaify dokumentiert.


Energiewende Survey zeigt: Erneuerbare Energien und Energieeffizienz als Säulen international bekannt

Eine Umfrage der Deutschen Energie-Agentur (dena) unter den internationalen Teilnehmern des diesjährigen Berlin Energy Transition Dialogue zeigt: Die deutsche Energiewende wird im Ausland nach wie vor als Erfolg wahrgenommen. Drei Viertel der Befragten sehen sie positiv, nur vier Prozent negativ. Insgesamt haben Entwicklungs- und Schwellenländer (84 Prozent) ein besseres Bild der deutschen Energiewende als Industrieländer (65 Prozent). Die Befragten rechnen der Energiewende insbesondere einen positiven Einfluss auf Innovationskraft, Forschung und Entwicklung (96 Prozent), sowie auf die Schaffung von Arbeitsplätzen (73 Prozent) und auf das Erreichen der Klimaziele (87 Prozent) zu.

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Klima-Musterknabe patzt


Andere steigen aus der Kohle aus – wir nicht

Aufsehenerregendes Randereignis der gerade zu Ende gegangenen Bonner Weltklimakonferenz COP23: Zum ersten Mal blieb Deutschland bei einer Klimainitiative außen vor, als 25 Staaten (bis zur nächsten COP in Kattowitz 2018 sollen es bereits rund 50 sein) den Ausstieg aus Kohle und Kohleverstromung ankündigten. Klima-Musterknabe Deutschland patzt und muss nachsitzen. Wir verbrennen (noch) in viel zu vielen Kohlekraftwerke viel zu viel Kohle und stoßen viel zu viel CO2 aus – und wir exportieren viel zu viel schmutzigen Strom. Krisensymptome: Deutschland verfehlt peinlicherweise das 2020er Klimaschutzziel, kann weder richtig Klimaschutz noch ordentlich Regierung bilden. Klimaschutz und Regierung bleiben kommissarisch, provisorisch.
Zwar hat auch sich auf dem deutschen (und nicht nur am deutschen) Kapitalmarkt inzwischen unter Anlegern herumgesprochen, dass die Treibhausgasemissionen radikal gesenkt werden müssen – als Katalysator wirkte sicher die Meldung, dass 2017 der weltweite CO2-Ausstoß mit 37 Mrd. Tonnen 2 % höher als 2016 liegen wird. Also kommen Unternehmen, die viel emittieren, auf virtuelle schwarze Listen. Alles voran die Kohlebranche. In vielen Ländern wird die Ausweisung von Klimarisiken gefordert, wird ein von institutionellen Investoren ein Kohlenstoff-Fußabdruck verlangt (Frankreich), sollen Pensionsfonds am Übergang in eine kohlenstoffneutrale Gesellschaft mitwirken (Niederlande), werden Investoren danach gefragt, ob sie Klima- und Umweltkriterien beachten (EU-Kommission ), hat der größte private norwegische Pensionsfonds Storebrand erklärt, dass man nicht mehr in kohlenahe Unternehmen investiere, davon betroffen auch RWE und Uniper, deren Kurse gerieten unter Druck (alles nach Börsenzeitung).
Selbst in Trumps USA wartet die Kohle weiterhin auf ihre Wiederbelebung – niemand will Geld in Stranded Assets stecken.
Die Allianz, Munich Re, und weitere europäische Versicherer, auch der norwegische Staatsfonds mit 1. Billion Euro – sie alle kehren der Kohle den Rücken. Na also, möchte man sagen, geht doch! Nur die deutschen Bundes- und Länderregierungen nicht aus Angst vor ein paar Wählerstimmen und vor der Kohlelobby? Wider besseres Wissen die falsche Entscheidung zu treffen ist schlicht verantwortunglos, weil die Zukunft unserer Kinder auf Spiel setzend. Die Klimafakten liegen auf dem Tisch – nur Zyniker zweifeln noch.
-Gerhard Hofmann-