SOLARIFY

Energie für die Zukunft

SOLARIFY – das unabhängige Infoportal von Agentur Zukunft und Max-Planck-Gesellschaft für Nachhaltigkeit, Erneuerbare Energien, Klimawandel und Energiewende.




One Planet Summit: Kohleverstromung verteuern

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks hat gemeinsam mit Kollegen aus vier weiteren EU-Ländern einen „wirksamen CO2-Preis“ gefordert, um den Treibhausgasausstoß wirksam zu senken. Die Umwelt- und Klimaminister aus Frankreich, Großbritannien, Schweden und den Niederlanden stimmten in diesem Punkt mit Hendricks überein, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung im Rahmen des Pariser One Planet Summit, der über finanzielle Fragen des Klimaschutzes beraten hatte, am 12.12.2017. Wenn der Ausstieg der Weltwirtschaft aus fossilen Brennstoffen vorangetrieben werden sollte, sei der CO2-Preis ein effektives Mittel immer dann, wenn er von passenden Regelungen und Maßnahmen begleitet werde.


Thailand auf dem Vormarsch – von Yi Lin Boo, Eco-Business

Südostasiens führende Solar-Nation – Thailand – könnte jetzt auch Spitzenreiter in der Windenergie werden, nachdem der Erneuerbare-Energien-Entwickler Wind Energy Holding Co. Ltd (WEH) mit 1,1 Milliarden US-Dollar (€ 0,94 Mrd.) die Finanzierung für fünf neue Onshore-Windparks, das bisher größte Windkraftprojekt der Region, gesichert hat.


COP23 und ihr Erbe – von Paola TammaEuractiv

Am 12.12.2015 – vor zwei Jahren – unterzeichneten 196 Länderam Ende der COP23 das als Meilenstein bezeichnete so genannte Pariser Abkommen. Aber ist die EU an ihrem zweiten Jahrestag noch in der Lage, eine Führungsrolle in Sachen Klimaschutz einzunehmen? Die Kommission veröffentlichte am 12.12.2017 ihren Beitrag zum Klimagipfel, den der französische Präsident Emmanuel Macron in Paris veranstaltet hat.

Seltene Einigkeit


Gewerkschaft und RWE-Chef warnen vor Kohleausstieg

Kurz vor Sondierungen über eine neue Große Koalition versucht der IG BCE-Chef, Pflöcke einzuschlagen. RWE-Chef Schmidt forderte Union und SPD vor möglichen Koalitionsgesprächen zu einer Politik des „Augenmaßes“ in der Klima- und Energiepolitik auf. Die Energieunternehmen hätten bereits sehr viel dazu beigetragen, den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Zugleich aus Atom und Kohle auszusteigen sei nicht möglich. „Wir sind es leid, dass die Politik bestellt, die Rechnung aber bei uns bleibt“, kritisierte Michael Vassiliadis bei einer Betriebsrätekonferenz der Gewerkschaft in Berlin. „Wir müssen für falsche Weichenstellungen in der Politik bezahlen.“


Handfeste ökonomische Motive

Der VW-Boss nahm den Zug. Von Hannover nach Berlin sei „die Bahn das beste Verkehrsmittel“ – dass sie auch das umweltfreundlichste ist, verschwieg er. Der bisher beinharte Diesel-Verteidiger überraschte im Handelsblatt mit einem unerwarteten Vorstoß: Das Dieselprivileg könne fallen, allerdings „schrittweise“- Überschrift: „Dieser Wahnsinn ist vorbei“. Immerhin hat die Regierung seit der Wiedervereinigung dank des billigeren Diesel 160 Milliarden Euro weniger an Steuern eingenommen. Dabei ist schon lange klar, dass Selbstzünder mitnichten umweltfreundlicher sind als Benziner.


ESYS-Analyse Pfadabhängigkeiten in der Energiewende. Das Beispiel Mobilität

Einer gemeinsamen Pressemitteilung des Akademienprojekts „Energiesysteme der Zukunft“ (ESYS) von acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften, Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina, Union der deutschen Akademien der Wissenschaften vom 11.12.2017 zufolge zeigt die Analyse Pfadabhängigkeiten in der Energiewende. Das Beispiel Mobilität zeigt Strategien für den Umgang mit Pfadabhängigkeiten auf und will damit Politiker in ihrem Entscheidungsprozess unterstützen.


DIW aktuell von Prof. Karsten Neuhoff, Ph.D., Heiner von Lüpke, Carlotta Piantieri

Am 11.12.2017 jährte sich die Verabschiedung des Kyoto-Protokolls zum 20. Mal. Grund genug, zurückzublicken auf die Implementierung dieses ersten bedeutenden Klimaschutzabkommens und zu fragen, welche Erfahrungen gemacht und Lehren daraus gezogen wurden. Die wichtigste davon: Die internationale Formulierung von Emissionsminderungszielen reicht für eine effektive Klimapolitik nicht aus. Deswegen wurde im Nachfolgeabkommen von Paris (COP23) 2015 festgeschrieben, dass nun jeder Akteur und jedes Land Verantwortung für seine Treibhausgasemissionen übernehmen und geeignete Maßnahmen umsetzen muss.

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Klima-Musterknabe patzt


Andere steigen aus der Kohle aus – wir nicht

Aufsehenerregendes Randereignis der gerade zu Ende gegangenen Bonner Weltklimakonferenz COP23: Zum ersten Mal blieb Deutschland bei einer Klimainitiative außen vor, als 25 Staaten (bis zur nächsten COP in Kattowitz 2018 sollen es bereits rund 50 sein) den Ausstieg aus Kohle und Kohleverstromung ankündigten. Klima-Musterknabe Deutschland patzt und muss nachsitzen. Wir verbrennen (noch) in viel zu vielen Kohlekraftwerke viel zu viel Kohle und stoßen viel zu viel CO2 aus – und wir exportieren viel zu viel schmutzigen Strom. Krisensymptome: Deutschland verfehlt peinlicherweise das 2020er Klimaschutzziel, kann weder richtig Klimaschutz noch ordentlich Regierung bilden. Klimaschutz und Regierung bleiben kommissarisch, provisorisch.
Zwar hat auch sich auf dem deutschen (und nicht nur am deutschen) Kapitalmarkt inzwischen unter Anlegern herumgesprochen, dass die Treibhausgasemissionen radikal gesenkt werden müssen – als Katalysator wirkte sicher die Meldung, dass 2017 der weltweite CO2-Ausstoß mit 37 Mrd. Tonnen 2 % höher als 2016 liegen wird. Also kommen Unternehmen, die viel emittieren, auf virtuelle schwarze Listen. Alles voran die Kohlebranche. In vielen Ländern wird die Ausweisung von Klimarisiken gefordert, wird ein von institutionellen Investoren ein Kohlenstoff-Fußabdruck verlangt (Frankreich), sollen Pensionsfonds am Übergang in eine kohlenstoffneutrale Gesellschaft mitwirken (Niederlande), werden Investoren danach gefragt, ob sie Klima- und Umweltkriterien beachten (EU-Kommission ), hat der größte private norwegische Pensionsfonds Storebrand erklärt, dass man nicht mehr in kohlenahe Unternehmen investiere, davon betroffen auch RWE und Uniper, deren Kurse gerieten unter Druck (alles nach Börsenzeitung).
Selbst in Trumps USA wartet die Kohle weiterhin auf ihre Wiederbelebung – niemand will Geld in Stranded Assets stecken.
Die Allianz, Munich Re, und weitere europäische Versicherer, auch der norwegische Staatsfonds mit 1. Billion Euro – sie alle kehren der Kohle den Rücken. Na also, möchte man sagen, geht doch! Nur die deutschen Bundes- und Länderregierungen nicht aus Angst vor ein paar Wählerstimmen und vor der Kohlelobby? Wider besseres Wissen die falsche Entscheidung zu treffen ist schlicht verantwortunglos, weil die Zukunft unserer Kinder auf Spiel setzend. Die Klimafakten liegen auf dem Tisch – nur Zyniker zweifeln noch.
-Gerhard Hofmann-