SOLARIFY

Energie für die Zukunft

SOLARIFY – das unabhängige Infoportal von Agentur Zukunft und Max-Planck-Gesellschaft für Nachhaltigkeit, Erneuerbare Energien, Klimawandel und Energiewende.




Neue Entdeckung stellt Plancksches Strahlungsgesetz in Frage

Eine kürzlich von William & Mary und Forschern der University of Michigan gemachte und in Nature publizierte Entdeckung (siehe W&M-Medienmitteilung) verändert unser Verständnis für eines der wichtigsten Gesetze der modernen Physik – das Plancksche Strahlungsgesetz von 1900. Es beschreibt, wie sich Wärmestrahlung verhält, wobei ideale schwarze Körper die höchste Emission bei allen Wellenlängen und Temperaturen zeigen.

Ein Jahr ISC3


Festakt in Bonn würdigt Internationales Kompetenzzentrum Nachhaltige Chemie

Vor rund einem Jahr haben Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt das Internationale Kompetenzzentrum für Nachhaltige Chemie (ISC3) ins Leben gerufen. Im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung in Bonn würdigten – so eine gemeinsame Pressemitteilung von UBA und BMU – die geladenen Gäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft den gelungenen Start des Zentrums und blickten gemeinsam auf die künftigen Aufgaben und Ziele des ISC3.


Wissenschaftler suchen nach Lösungen für die weltweite Plastikvermüllung

Plastikabfall vermüllt Land, Flüsse und vor allem Meere. In einem Institut der Universität von Minnesota, dem Center for Sustainable Polymers (Zentrum für nachhaltige Polymere) entwickeln Wissenschaftler Material, das sich auf Befehl selbst zerstört oder zur Wiederverwendung zerfällt. Verbrennung ist dann unnötig. Eine Lösung für das Müllproblem auch der Meere. Vor Jahrzehnten seien synthetische Polymere deshalb populär geworden, weil sie billig und langlebig waren, so CSP-Direktor Marc Hillmyer: “Der eigentliche Trick ist, sie stabil zu machen, wenn man sie benutzt, und instabil, wenn man sie nicht benutzen will”.


Mit oder ohne Batteriespeicher

Die PV-Anlage auf dem eigenen Dach rentiert sich für Haus­besitzer wieder als Geld­anlage, vor allem dann, wenn sie den größten Teil des erzeugten Stroms selbst verbrauchen. Nach Berechnungen der Zeitschrift Finanztest (ein Special wird gegen Gebühr angeboten) haben Haus­eigentümer bei den aktuellen Anla­gepreisen gute Chancen, in den kommenden 20 Jahren mehr als fünf Prozent Rendite zu erzielen. Selbst bei Betrieb mit Batteriespeicher sei inzwischen “mehr als eine schwarze Null möglich”.


Steuerzahlern drohen Riesenlasten, weil Deutschland im Klimaschutz hinterher hinkt

Deutschland hat sich in Abstimmung mit den anderen EU-Mitgliedstaaten dazu verpflichtet, die CO2-Emmissionen von Gebäuden, Verkehr und Landwirtschaft deutlich zu mindern. Die europarechtlich verbindlichen Ziele werden ohne Trendumkehr in jedem der kommenden Jahre weit verfehlt werden. Um die Defizite auszugleichen, muss Deutschland bis 2030 für bis zu 60 Milliarden Euro Emissionszertifikate (siehe solarify.eu/emissions-handel) von anderen EU-Ländern zukaufen. Sinnvoller wäre es, Klimaschutzmaßnahmen in Deutschland voranzubringen und so auch Wachstum und Innovationen zu fördern – so eine gemeinsame Untersuchung der Thinktanks Agora Energiewende und Agora Verkehrswende unter dem Titel Die Kosten von unterlassenem Klimaschutz für den Bundeshaushalt.


Angeblich Kompromissvorschlag in der Kohlekommission

Am 15.09.2018 berichtete der SPIEGEL über einen Kompromissvorschlag der Kohlekommission. Demnach soll Bahnvorstand Ronald Pofalla, einer von vier Vorsitzenden der Kommission, “eine Kompromisslinie erarbeitet und diese im Umweltministerium sowie im Kanzleramt vorgestellt” haben. Danach sollen bis 2020 Kraftwerke mit einer Leistung von insgesamt fünf bis sieben Gigawatt als Reserve vom Netz gehen. Spätestens 2027 soll geprüft werden, ob der Ausstiegspfad eingehalten werden kann. Die letzten Braunkohlemeiler sollen zwischen 2035 und 2038 abgeschaltet werden.

Landleben gesünder?


Luftverschmutzung schadet kognitiven Fähigkeiten

Großstädter leiden unter Feinstaub, Abgasen und Lärm, was mit fortschreitendem Alter ihr Risiko für zahlreiche Krankheiten verstärkt. Luftverschmutzung beeinträchtigt unsere kognitiven Fähigkeiten, so das Ergebnis einer PNAS-Studie . Wer aber auf dem Land wohnt, lebt kaum viel gesünder. Ein Stadt-Land-Vergleich von Silke Kerscher-Hack aus medizinischer Sicht im Portal DocCheck News, wobei das Land etwas zu kurz kommt.

nächste Seite »

“It’s real, it’s us, it’s bad, experts agree, there’s hope.”
(Es stimmt, wir haben es gemacht, es droht Gefahr, Fachleute sind sich einig, es gibt Hoffnung – Kernbotschaft zum Klimawandel in zehn Wörtern von Anthony Leiserowitz, Yale University)

Woidke auf Dummenfang
-von Gerhard Hofmann-
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) warnt davor, dass ein schneller Kohleausstieg Rechtspopulisten stärken werde, verstieg sich im Berliner Tagesspiegel gar zum Begriff “Desaster”. Und griff tief in seinen politischen Erfahrungsschatz: “Menschen vergessen es einem Politiker nie, wenn ihre Lebensgrundlagen infrage gestellt werden” (Dabei lehrt die Politik jeden Aktiven oder Beobachter, dass die bei weitem vergesslichste Bevölkerungsgruppe die Wähler sind!). Woidke (und seine Parteivorsitzende mit ihrer “Blutgrätsche” ebenso) irrt auf eine für einen Politiker unentschuldbare Weise: Politiker dürfen nicht populistisch banalen Vorurteilen hinterher laufen, sondern müssen zukunftsfähig denken. Doch Woidke verhält sich wie ein Rechtspopulist: Er appelliert an das, was die Menschen nicht wissen, an dumpfe Ängste, nicht an das, was sie bereits wissen und verstanden haben. (So bekam die Lausitz seit 2016 aus der Gemeinschaftsaufgabe “Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur” Bewilligungen für Projekte mit insgesamt 194 Millionen Euro, Ende 2017 zudem das Projekt “Zukunftswerkstatt Lausitz” mit 7,07 Millionen Euro (über vier Jahre). 2018 bis 2021 sind 1,5 Milliarden Euro als zusätzliche prioritäre Ausgaben für regionale Strukturpolitik und für Strukturwandel Kohlepolitik vorgesehen.)
Kein Mensch hat je behauptet, der Abschied von den Fossilen solle auf dem Rücken der Schwächsten stattfinden – in praktisch jeder Behandlung des Themas kommt ganz vorne und prominent das Wort “sozialverträglich” vor. Das muss Woidke entweder nicht verstanden oder permanent aktiv übersehen haben. Schließlich ist von den ursprünglich in der Kohleindustrie Beschäftigten heute nur noch ein verschwindender Bruchteil beschäftigt, selbst wenn man die indirekt abhängigen Gewerbe dazu zählt. Das “sozialverträglich” ist also locker bezahlbar. Niemandes Lebensgrundlage wird in Frage gestellt….

mehr »