SOLARIFY

Energie für die Zukunft

SOLARIFY – das unabhängige Infoportal von Agentur Zukunft und Max-Planck-Gesellschaft für Nachhaltigkeit, Erneuerbare Energien, Klimawandel und Energiewende.




Stellungnahme zur Bundestagswahl 2017

Wie können wir die technische Allgemeinbildung in Deutschland stärken? Welche wichtigen Leitlinien muss die Politik in der nächsten Legislaturperiode beschließen, um die Energiewende erfolgreich umzusetzen? Was müssen wir tun, um die Übergänge von der heute vorwiegend analogen in die digitale Wirtschaft zu managen? Antworten auf diese und weitere Fragen hat der VDI in seiner neuen Stellungnahme „Empfehlungen für die 19. Legislaturperiode“ formuliert.

Der Carbon-Capture-Traum stirbt


CCS zu teuer und zu ungewiss

Der britische Energieexperte Gerard Wynn verkündete am 21.07.2017 in seinem Blog energyandcarbon.com „The Carbon Capture Drea is dying“. Er begründete das mit dem Zusammenbruch eines niederländischen grünen Energieprojekts mit angeblich „clean coal“ – das habe kurzlebige positive Aussichten für die CO2-Abscheidung und -Speicherung (CCS) in der europäischen Stromerzeugung beendet. Den Verfechtern der Technik blieben danach nur noch kleinere industrielle Anwendungen. Während CCS in begrenztem Maß sinnvoll sein könne, beständen auch die großen Probleme weiter.

EU-E-Auto-Quote kommt


Flasbarth erwartet Vorschlag der Kommission im Rahmen der CO2-Grenzwertregulierung

BMUB-Staatssekretär Jochen Flasbarth rechnet noch in diesem Herbst mit einer Initiative der EU-Kommission für eine E-Auto-Quote. „Nach allem, was wir wissen, wird der Quotenvorschlag im Rahmen der CO2-Grenzwertregulierung eingebracht“, sagte er Henrik Mortsiefer vom Berliner Tagesspiegel und Steffen Stierle auf EURACTIV.dezufolge in Berlin. Die Kommission bestätigte diese Erwartung bisher allerdings nicht – im Gegenteil.


Forscher senken Kosten durch Plasma-Prozesskontrolle

Das Forschungsprojekt SIMPLEX*) zieht eine positive Zwischenbilanz: Auf Basis der plasmagestützten chemischen Gasphasenabscheidung (PECVD) ist es gelungen, den Fertigungsprozess von hocheffizienten PERC-Solarzellen (siehe: solarify.eu/perc-solarzellen) wesentlich zu verbessern und zugleich die Kosten zu senken. So konnten PERC-Solarzellen mit 4 nm dicken Aluminiumoxid-Schichten, statt der heute üblichen 20 bis 30 nm, und einem Wirkungsgrad von 21 Prozent hergestellt werden.


Beitrag von Claudia Kemfert

Erschienen am 13.08.2017 auf ZEIT ONLINE – mit freundlicher Genehmigung –
Diesel-Sparfüchse müssen jetzt einen umfangreichen Wertverlust ihres Fahrzeugs in Kauf nehmen. Zehn Prozent Rabatt für einen Neuwagen sind ein Hohn. Die sogenannte Umweltprämie der Autohersteller wäre ein guter Witz, wenn sie nicht ernst wäre.

Solarworlds Auferstehung


„Schnell zurück zum Gigawatt“

Frank Asbeck schaut – wie immer – zuversichtlich in die Zukunft. Es scheint – zunächst – als habe sich der „Sonnenkönig“ wieder einmal am eigenen Schopf aus dem Sumpf gezogen: Nach wochenlangen Verhandlungen hat SolarWorld einen neuen Eigentümer: Asbeck – und eine neu gegründete SolarWorld Industries GmbH. Die Gläubiger des insolventen SolarWorld-Konzerns hatten bereits am 11.08.2016 dem Verkauf der beiden deutschen Werke in Freiberg und Arnstadt zugestimmt.


Alternative zur E-Mobilität gefragt

von Robert Schlögl, Max-Planck-Institut für Chemische Energiekonversion (in Angewandte Chemie)

„Wenn die Reduktion der Treibhausgase oberstes Ziel der Energiewende ist, müssen wir primäre Elektrizität in stoffliche Energieträger verwandeln. Damit „speichern” wir diese Elektrizität, um sie anderen Anwendungen zugänglich zu machen“, schreibt Robert Schlögl in Angewandte Chemie. In seinem Essay geht es um die Integration der Mobilität, also um nachhaltige Ersatztechnologien zu rein elektrischen Fahrweisen.

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Statt verbieten: entwickeln


Neue Kraftstoffe

Mal über die Skandale hinausdenken: Angesichts sehr beunruhigender Nachrichten über den Klimaschutz werden Forderungen lauter, Verbrennungsmotoren bald zu verbieten. Alternative: Elektromobilität und Wasserstoff. Beide setzen aber ein wesentlich schnelleres Ausbautempo der Erneuerbaren Energien als gegenwärtig voraus. Denn noch kommt viel zu viel Strom aus den (Braun-)Kohlekraftwerken. Der CO2-Ausstoß sinkt deshalb so langsam, dass wir die Pariser Vorgaben (nahezu sicher) deutlich verfehlen werden – unsinnigerweise und klimaschädlich wird deutscher Kohlestrom sogar immer noch exportiert, auch wenn die Erneuerbaren Energien auf dem Vormarsch sind und trotz politischer Bremsen weiter ausgebaut wurden. Denn ungeachtet dieses Vormarsches ist die CO2-Intensität des Primärenergieverbrauchs in den G20-Staaten zumindest bis 2014 gestiegen, weil die meisten ihren steigenden Energieverbrauch nach wie vor überwiegend mit Kohle abdecken. Doch keine Frage: Am meisten hinkt der Verkehr beim Schadstoffausstoß hinterher. Aber Elektromobilität ist erst dann klimadienlich, wenn erstens die Batterieproduktion und -entsorgung weniger umweltbelastend sind, und zweitens, wenn der Strom zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energieträgern stammt, das gleiche gilt für Wasserstoff. Aber das wird noch lange dauern. Bis dahin darf deshalb eine wichtige Option nicht vergessen werden: Die Entwicklung schadstofffreier sogenannter Designer-Fuels. Motoren wurden zwar extrem optimiert, aber Treibstoffe blieben seit Carl Benz und Rudolf Diesel nahezu unverändert. Bei den synthetischen Kraftstoffen sind Oxymethylenether die meistversprechenden – Verbindungen aus Kohlenstoff, Sauerstoff und Wasserstoff, die effizient und nahezu emissionsfrei verbrennen – klimaneutral auch deshalb, weil zu ihrer Herstellung CO2 verwendet und durch ihren Einsatz gleich viel fossile Energie eingespart wird. Entsprechende Forschungsprojekte – Kopernikus P2X und Carbon2Chem – sollen unterschiedliche Möglichkeiten testen, wie man „E-Fuels“ aus CO2, Wasser und Erneuerbarem Strom herstellen kann oder wie sie aus Hüttengasen gewonnen werden können. Fest steht aber, auch wenn es eine Binsenweisheit ist: Die Erneuerbaren müssen wesentlich schneller ausgebaut werden als bisher.
-Gerhard Hofmann-