SOLARIFY

Energie für die Zukunft

SOLARIFY – das unabhängige Infoportal von Agentur Zukunft und Max-Planck-Gesellschaft für Nachhaltigkeit, Erneuerbare Energien, Klimawandel und Energiewende.




nature: „Ziehen Sie keine voreiligen Schlüsse über Klimawandel und Bürgerkonflikte!“

Die Wissenschaftszeitschrift nature weist in einem Editorial auf einen Sachverhalt hin, der bisher nicht im Mittelpunkt stand: „Viele Studien, die die globale Erwärmung mit zivilen Unruhen in Verbindung bringen, sind voreingenommen und verschärfen die Stigmatisierung der Entwicklungsländer.“

e.on will 25 €/t CO2


CEO Teyssen plädiert für Vervier- bis Fünffachung des Preises

e.on-Vorstandschef Johannes Teyssen verlangt, die Preise für CO2-Zertifikate drastisch zu erhören, um die Klimaschutzziele 2030 zu erreichen. Im Nachrichtenmagazin Focus (so das Wallstreet-Online) forderte Teyssen „wirksame Anreize“, um den Ausstoß von Kohlendioxid zu verringern oder zu vermeiden. Teyssen definierte seine Anreize mit 25 bis 30 Euro je Tonne.


87 Seiten fundiertes Wissen über die Brennpunkte unseres Planeten

Klimaforschung verständlich machen – mit diesem Ziel veröffentlicht das Alfred-Wegener-Institut das Magazin „Auf den Spuren des Wandels“. In Artikeln, Interviews und Infografiken erfahren die Leser, warum Klimaforschung in den Polargebieten so wichtig ist. „Wer sich auf diese kurzweilige und informative Lektüre einlässt, geht gewappnet in die nächste Diskussion zum Klimawandel“ empfiehlt das Institut das am 14.02.2018 erstveröffentlichte AWI-Magazin.

Zwei Versuchsprojekte „erfolgreich abgeschlossen“ – Experte: „Schnee von gestern!“

Wie die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. in einer Medienmitteilung vom 15.02.18 mitteilte, seien soeben Versuche des Lehrstuhls für Kolbenmaschinen und Verbrennungsmotoren (LKV) an der Universität Rostock mit Biokraftstoffen an Non-Road-Motoren und Abgas-Nachbehandlungs-Systemen erfolgreich abgeschlossen worden. Ergebnis: Biodiesel (B100) könne in der Land- und Forstwirtschaft sowie im Flottenbetrieb wesentlich zur Minderung von Treibhausgasemissionen im Bereich Mobilität beitragen. Bio-Treibstoff-Experte Bernhard R. Ahlers hält diese Ergebnisse allerdings für „Schnee von gestern“.


Klimabilanzen der Autobauer mit roten Zahlen

Infolge des durch die Dieselbetrügereien selbstverschuldeten Niedergangs des Selbstzünders geraten die Planungen der Autoschmiede ins Rutschen; denn sie haben um der CO2-Bilanz willen die Diesel-Motoren eigentlich fest eingeplant. Damit rückt das EU-Klimaziel 95 g CO2/km in weite Ferne. Zudem sind die CO2-Emissionen neu zugelassener Pkw in Deutschland 2017 gar erstmals wieder gestiegen – um 0,4 % auf 127,9 g/km (2016: 127,4 g/km), sagt eine Studie des Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach.


„Klimaklage“ vor dem OLG Hamm: Zivilsenat weist Gegenvorstellung von RWE zurück – Verfahren geht in Beweisaufnahme

Das Oberlandesgericht Hamm hat im Verfahren des peruanischen Bergführers und Kleinbauern Saúl Luciano Lliuya gegen RWE eine Art Eilantrag („Gegenvorstellung“) des Unternehmens gegen den Beweisbeschluss zurückgewiesen und unmissverständlich klargestellt: Große Emittenten können für Folgen des Klimawandels zur Verantwortung gezogen werden. Dieser Beschluss wurde schriftlich mitgeteilt. Damit kann es nun unverzüglich in die Beweisaufnahme gehen, wie die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch am 15.02.2018 mitteilte.


Militärische Konversionsflächen nutzen und Denkmalschutz ändern

Die nordrhein-westfälische Landesregierung will die Nutzung von Solarenergie, vor allem den Bau von Photovoltaik-Freiflächenanlagen auf militärischen Konversionsflächen erleichtern. Auch die Vorschriften beim Denkmalschutz sollen geändert werden. Die Pläne sind Teil des vor wenigen Tagen von Sandra Enkhardt in pv magazine vorgestellten „Entfesselungspakets II“.

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Zitat der Woche

Robert Habeck, neuer Vorsitzender B90/Grüne im Tagesspiegel, 19.02.2018

Koalition: Umwelt und Klima unwichtig

Der Vertrag der GroKo (Unwort des Jahrzehnts) ist durch. Einen „Vertrag des Misstrauens“ nannte ihn der Chefredakteur des Berliner Tagesspiegels, Stephan-Andreas Casdorff, auf EURACTIV wegen der fast an homöopathische Verdünnungen grenzenden Kleinteiligkeit. Wirklich alles und jedes ist penibel („bis auf die dritte Stelle hinterm Komma“) aufgelistet und festgezurrt worden. So dass wir während der mit Verspätung beginnenden Legislaturperiode andauernd ein Argument hören werden: „Machen wir nicht – steht nicht im K-Vertrag!“). Dabei steht – neben so manchem durchaus Lobenswertem – sehr viel sehr Wichtiges nicht, oder kaum drin.
Die Dauer-Kanzlerin habe sich „sprichwörtlich zum Affen gemacht“, ätzte die Deutsche Umwelthilfe in Anspielung an die Automobilindustrie. Denn der Koalitionsvertrag sei im „Umwelt- und Verbraucherschutz extrem unambitioniert“. Das stimmt: Mit der Aufgabe des 2020er Klimaziels hat sich der Klimaprimus blamiert. Klimaschutz kommt praktisch nicht vor. So fehlen konkrete Schritte, wie die Luftbelastung in deutschen Städten verbessert werden soll. Die Verkehrswende ist nicht mehr als ein Lippenbekenntnis. Das Artensterben infolge der industriellen Landwirtschaft wollen die Koalitionäre zwar eindämmen, drücken sich jedoch davor, den Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln zu senken. Der Kohleausstieg kommt – irgendwann: Zeitplan und Maßnahmen dafür sollen jedoch erst Ende 2018 von einer Kommission vorgeschlagen werden.
Laut DUH manifestiert der K-Vertrag dadurch, dass die Politik tief vor den Interessen der Industrie einknicke und „ungeniert schwarz auf weiß“ ankündige, man werde nur noch das Nötigste tun, um Bürger und Umwelt zu schützen, „eine gefährliche Machtverschiebung“. Mit der Folge, dass zum Beispiel Europäisches Recht künftig nur noch eins zu eins umgesetzt wird. Die DUH: „Von Vorreiterrolle keine Spur. Gegen keinen EU-Mitgliedsstaat laufen aktuell so viele Vertragsverletzungsverfahren wegen Nicht-Umsetzung von EU-Vorschriften wie gegen Deutschland.“ Dazu passt, dass Bürger-Beteiligungsrechte (Beispiel Verbandsklage) weiter beschnitten werden sollen. Ein (zu Recht in der Unbedeutenheit) versunkener Unionspolitiker hat einmal (kein Scherz) gesagt, das Regieren könnte so schön sein, wenn das Volk einen nicht immer dabei stören würde. Aber warten wir erst mal ab, ob es zur „GroKo“ kommt.
-Gerhard Hofmann-

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