SOLARIFY

Energie für die Zukunft

SOLARIFY – das unabhängige Infoportal von Agentur Zukunft und Max-Planck-Gesellschaft für Nachhaltigkeit, Erneuerbare Energien, Klimawandel und Energiewende.




Verbundforschungsprojekt ELGEVOS

In Deutschland ist im Winter der Anbau von Gurken und Tomaten im Gewächshaus aufgrund der relativ geringen Sonneneinstrahlung nur mit Heizung und Beleuchtung möglich. Wirtschaftlich ist die Gemüseproduktion damit angesichts der aktuellen Strompreise allerdings nicht. Ob das mit einem optimierten direkten Strombezug zu schwankenden Börsenstrompreisen möglich wäre, hat einer Medienmitteilung des Fraunhofer IEE zufolge das Verbund-Forschungsprojekt ELGEVOS – Elektroenergieversorgung von Gewächshäusern bei einer volatilen Stromversorgung mit hohem Anteil erneuerbarer Energien von Fraunhofer IEE, HU Berlin und Leibniz IGZ untersucht. Das Ergebnis ist nun als interaktive Animation verfügbar.


Neue Er­kennt­nis­se hel­fen bei der Be­rech­nung

Kohlendioxid (CO2) ist ein wesentlicher Verursacher der globalen Erwärmung. In komplexen Computermodellen berechnen Forscher die weltweite Zirkulation des Treibhausgases. Die Meere haben dabei großen Einfluss auf die Klimaregulierung. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse helfen nun, diesen Einfluss genauer zu berechnen. Sie sind das Resultat eines Forschungsprojekts von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Marine Mikrobiologie und der Jacobs University in Bremen in Zusammenarbeit mit Kollegen vom Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven, dem Marum – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen sowie der Universität Göteborg.


Power-to-Gas-Leuchtturmprojekt am Hochrhein eingeweiht

Wasserstoff aus Ökostrom macht die Mobilität zwar klimafreundlicher und reduziert den Schadstoffausstoß entscheidend – er ist derzeit aber noch zu teuer. Eine Power-to-Gas-Anlage in Megawattgröße im süddeutschen Grenzach-Wyhlen soll nun den Weg ebnen, um die Kosten deutlich zu senken. Am 15.11.2018 wurde das Leuchtturmprojekt im Beisein von Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut offiziell eingeweiht. Der Strom für den Wasserstoff stammt aus einem benachbarten Wasserkraftwerk am Rhein. Das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) koordiniert das Vorhaben.


EVU nahmen im Durchschnitt 16,27 ct/kWh ein

Die Energieversorgungsunternehmen nahmen im Jahr 2017 bei der Abgabe von Strom an alle Letztverbraucher im Durchschnitt 16,27 Cent für die Kilowattstunde ein. Einer Medienmitteilung des Statistischen Bundesamtes (DESTATIS) zufolge ist damit der Durchschnittserlös bei Strom 2017 um 1,3 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen, wobei der Grenzpreis zur Berechnung der Konzessionsabgabe +0,2 % im Vergleich zum Vorjahr beträgt.


Endlich öffentlich: Die große BMWi Studie zur EE-Nutzung in den Kohlerevieren

Das Bundeswirtschaftsministerium hat endlich seinen bereits 2017 begonnenen groß angelegten Projektbericht Erneuerbare Energien- Vorhaben in den Tagebauregionen veröffentlicht. Die Zeitung für kommunale Wirtschaft: “Ein Konsortium aus u.a. Prognos, IFOK und dem Institut für ökologische Wirtschaftsforschung haben sich mit der Frage auseinandergesetzt, welche sozioökonomischen Perspektiven sich durch den Ausbau von Windkraft- und Solaranlagen in den vier großen, deutschen Kohlerevieren ergeben.”


“Ohne Umdenken im Verkehr sind EU-Klimaziele Schall und Rauch”

In Deutschland wird das Potenzial der Erneuerbaren im Verkehrssektor kaum ausgeschöpft. Auf der von der Agentur für Erneuerbare Energien am 13.11.2018 veranstaltete Konferenz “Die Energiewende auf die Straße bringen” diskutierten Experten aus Politik und Wirtschaft unterschiedliche Technologien und Konzepte für eine nachhaltige Mobilität. „Deutschland als Autoland kann mehr. Energiewende geht nur mit Erneuerbaren Energien, sei es mit Strom und Gas aus Erneuerbaren oder mit Biokraftstoffen“, sagte Nils Boenigk, kommissarischer Geschäftsführer der AEE.


Europäisches Parlament billigt verbindliches Ziel 2030 für erneuerbare Energien

Das Europäische Parlament bestätigte am 13.11.2018 die mit dem Rat im Juni erzielte vorläufige Einigung über Energieeffizienz (434 zu 104 Stimmen bei 37 Enthaltungen), erneuerbare Energien (495 zu 68 Stimmen bei 61 Enthaltungen) und die neue Governance-Struktur für die Energie-Union (475 zu 100 Stimmen bei 33 Enthaltungen) – drei wichtige Legislativvorschläge, die Teil des Pakets „Saubere Energie für alle Europäer“ sind. Bis 2030 muss sich die Energieeffizienz in der EU um 32,5 % verbessert haben, während der Anteil der Energie aus erneuerbaren Energien mindestens 32 % des Bruttoendenergieverbrauchs der EU betragen sollte. Beide Ziele sollen bis 2023 überprüft werden. Laut Pressemitteilung des EU-Parlaments vom selben Tag können diese Ziele nur angehoben, nicht gesenkt werden.

nächste Seite »

“Ich bin nicht der Sprecher der Automobil-Industrie!”
(Verkehrsminister Andreas Scheuer am 08.11.2018 im ZDF)

Nix Kompromiss!
Dem Verkehrsminister sei “ein konstruktiver Kompromiss mit den deutschen Automobilherstellern gelungen”, ließ sich kürzlich ein Unionsabgeordneter vernehmen. Wie? Der Autominister wollte aber doch gar keine Nachrüstungen, zumindest keine Hardware… Dazu hilft der “Kompromiss” den betrügerischen Autoschmieden, die bald in Panik geraten werden, weil sie E-Mobility und E-Fuels allzu lange aus Angst vor dem Risiko verschlafen haben, mehr als vielen Dieselbesitzern, die sich trotz ausgelobter Prämien-Mogelpackungen (die es in Form von hohen Rabatten schon vorher gab) schlicht keinen neuen Diesel leisten können. Es ist kaum anzunehmen, dass dergleichen billige Manöver die enttäuschten Wähler wieder an die Wahlurnen der vom Volk verlassenen sogenannten “Volksparteien” zurücktreiben werden. Zumal der Minister (“ich will die Flotte erneuern” – er allein?) doch stets gebetsmühlenhaft (übrigens in schönem Duett mit dem VDA-Chef) behauptete, Hardware-Nachrüstungen funktionierten gar nicht. Dabei hat der ADAC längst das Gegenteil bewiesen; das interessiert den CSU-Auto-Lobbyisten aber offensichtlich nicht, oder es passt ihm nicht in den Kram: Unentwegt wiederholt er, es gebe kaum zugelassene Einbauten, und diejenigen, die sie schon hätten, seien dauernd in der Werkstatt.
Das Übel muss an der Wurzel gepackt werden: Es muss endlich in großem Stil an der Entwicklung von grünem Gas (Wasserstoff durch Methan-Cracking) und Designer Fuels (synthetische Kraftstoffe aus CO2, bzw. Methanol) geforscht werden – Treibstoffe, die in herkömmlichen Verbrennungsmotoren klimaneutral eingesetzt werden können. Und: die Politik muss die sich uneinsichtig-allmächtig gerierenden Autoschrauber, denn mehr sind sie nicht, endlich unmissverständlich in ihre Grenzen weisen und zur Verantwortung ziehen. Dieselbe Politik (die Regierung) muss endlich die Lehre aus den vergeigten Landtagswahlen ziehen und aufhören, sich von den Konzernchefs dadurch ins Bockshorn jagen zu lassen, dass sie Arbeitsplätze und Gesundheit der Bürger gegen Umwelt- und Klimaschutz ausspielen. Dann könnte sie wieder an Glaubwürdigkeit gewinnen. Es ist höchste Zeit. -Gerhard Hofmann-