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Energie für die Zukunft

SOLARIFY – das unabhängige Infoportal von Agentur Zukunft und Max-Planck-Gesellschaft für Nachhaltigkeit, Erneuerbare Energien, Klimawandel und Energiewende.




G20 noch nicht auf Kurs zu Pariser Klimazielen – Größte Problembereiche Kohle und Verkehr

Bisher kommen die G20-Staaten bei der Umsetzung des Pariser Klimaabkommens nicht ausreichend voran – der notwendige Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas bis 2050 würde bei Fortsetzung dieser schwachen Dynamik klar verfehlt. Dennoch gibt es in einigen Bereichen erste Fortschritte, die in den kommenden Jahren ausgebaut und beschleunigt werden müssten. Dies sind einige Kernaussagen des am 14.11.2018 im Vorfeld des G20-Gipfels vorgestellten “Brown to Green”-Reports der internationalen Initiative Climate Transparency. Ein Resümee des Reports von Jan Burck, Referent für Klima und Energie bei Germanwatch.


Nur noch knapp 20.000 Beschäftigte

Die vier deutschen Braunkohlereviere haben in den vergangenen fünf Jahren insgesamt mindestens 13,8 Milliarden Euro Fördermittel zur Bewältigung des Strukturwandels erhalten. Das geht aus der Antwort (19/5519) auf eine Kleine Anfrage (19/4792) der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hervor. Die tatsächlichen Förderungen dürften größer sein, schreibt die Bundesregierung weiter: Die Regionen profitierten auch von Förderprogrammen, bei denen keine regionale Aufteilung möglich sei.


Solarforscherin entwickelt klimaneutrales Herstellungsverfahren für Düngemittel

Schnell und zielsicher bewegen sich die Finger von Dorottya Gúban über ihre Versuchsanlage. Sie stellt noch einige Parameter ein, dann startet sie den Infrarot-Ofen und heizt das von ihr entwickelte Redox-Material auf bis zu 800 Grad Celsius. Eine von unzähligen Versuchsreihen, mit denen die promovierte Chemie-Ingenieurin ein geeignetes Verfahren entwickelt, mit dem Düngemittel nachhaltig aus Sonne, Luft und Wasser hergestellt werden können, wie das Deutsche Luft- und Raumfahrt-Zentrum am 14.11.2018 mitteilte.


Entwicklungsziel wird wohl verpasst

Die internationale Staatengemeinschaft wird wohl daran scheitern, die Mittel bereitzustellen, die für einen allgemeinen Zugang zu Elektrizität bis 2030 weltweit erforderlich sind. Das zeigt ein am 12.11.2018 veröffentlichter Report. Benjamin Fox hat ihn für EURACTIV.com gelesen (übersetzt von Tim Steins).


Rund 243 Millionen Euro EU-weit – 43 für Deutschland

Die Europäische Kommission stellt einer Medienmitteilung vom 25.10.2018 zufolge EU-weit 243 Mio. Euro für Projekte im Rahmen des EU-Programmes LIFE (L’Instrument Financier pour l’Environnement) bereit. Sie fördern den Übergang in eine nachhaltige und emissionsärmere Zukunft. In Deutschland werden durch LIFE sechs Projekte mit insgesamt 43 Mio. Euro unterstützt. Da acht weitere grenzübergreifende Projekte finanziert werden, wird LIFE sich auf alle EU-Mitgliedstaaten auswirken.

Neuer Perowskit-Weltrekord


HZB meldet Wirkungsgrad von 25,5 Prozent durch verbesserten Lichteinfang

Durch mikrostrukturierte Schichten konnte ein HZB-Team den Wirkungsgrad von Perowskit-Silizium-Tandemsolarzellen auf aktuell 25,5 Prozent steigern, den höchsten Wert, der bis jetzt publiziert wurde. Gleichzeitig gelang es mit Hilfe von rechnerischen Simulationen, die Lichtumwandlung in verschiedenen Zelldesigns zu untersuchen. Diese Modellierungen ermöglichen die Optimierung des Lichtmanagements und detaillierte Ertragsanalysen. Die Studie wurde nun in Energy & Environmental Science veröffentlicht.


vzbv-Forderungen: Prinzip „Energieeffizienz zuerst“ und Prosumenten-Rechte stärken

Am heutigen 13.11.2018 geht es im Europäischen Parlament (EP) um zwei neue Ziele bis zum Jahr 2030: 32,5 Prozent für Energieeffizienz und 32 Prozent für den Ausbau der Erneuerbaren Energien. Es geht aber auch um verbesserte Effizienzmaßnahmen für private Verbraucher und um die Stärkung der Prosumenten, teilt der Verbraucherzentrale Bundesverband mit und listet noch einmal seine Forderung an die europäischen Parlamentarier auf.

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“Ich bin nicht der Sprecher der Automobil-Industrie!”
(Verkehrsminister Andreas Scheuer am 08.11.2018 im ZDF)

Nix Kompromiss!
Dem Verkehrsminister sei “ein konstruktiver Kompromiss mit den deutschen Automobilherstellern gelungen”, ließ sich kürzlich ein Unionsabgeordneter vernehmen. Wie? Der Autominister wollte aber doch gar keine Nachrüstungen, zumindest keine Hardware… Dazu hilft der “Kompromiss” den betrügerischen Autoschmieden, die bald in Panik geraten werden, weil sie E-Mobility und E-Fuels allzu lange aus Angst vor dem Risiko verschlafen haben, mehr als vielen Dieselbesitzern, die sich trotz ausgelobter Prämien-Mogelpackungen (die es in Form von hohen Rabatten schon vorher gab) schlicht keinen neuen Diesel leisten können. Es ist kaum anzunehmen, dass dergleichen billige Manöver die enttäuschten Wähler wieder an die Wahlurnen der vom Volk verlassenen sogenannten “Volksparteien” zurücktreiben werden. Zumal der Minister (“ich will die Flotte erneuern” – er allein?) doch stets gebetsmühlenhaft (übrigens in schönem Duett mit dem VDA-Chef) behauptete, Hardware-Nachrüstungen funktionierten gar nicht. Dabei hat der ADAC längst das Gegenteil bewiesen; das interessiert den CSU-Auto-Lobbyisten aber offensichtlich nicht, oder es passt ihm nicht in den Kram: Unentwegt wiederholt er, es gebe kaum zugelassene Einbauten, und diejenigen, die sie schon hätten, seien dauernd in der Werkstatt.
Das Übel muss an der Wurzel gepackt werden: Es muss endlich in großem Stil an der Entwicklung von grünem Gas (Wasserstoff durch Methan-Cracking) und Designer Fuels (synthetische Kraftstoffe aus CO2, bzw. Methanol) geforscht werden – Treibstoffe, die in herkömmlichen Verbrennungsmotoren klimaneutral eingesetzt werden können. Und: die Politik muss die sich uneinsichtig-allmächtig gerierenden Autoschrauber, denn mehr sind sie nicht, endlich unmissverständlich in ihre Grenzen weisen und zur Verantwortung ziehen. Dieselbe Politik (die Regierung) muss endlich die Lehre aus den vergeigten Landtagswahlen ziehen und aufhören, sich von den Konzernchefs dadurch ins Bockshorn jagen zu lassen, dass sie Arbeitsplätze und Gesundheit der Bürger gegen Umwelt- und Klimaschutz ausspielen. Dann könnte sie wieder an Glaubwürdigkeit gewinnen. Es ist höchste Zeit. -Gerhard Hofmann-