SOLARIFY

Energie für die Zukunft

SOLARIFY – das unabhängige Infoportal von Agentur Zukunft und Max-Planck-Gesellschaft für Nachhaltigkeit, Erneuerbare Energien, Klimawandel und Energiewende.




Kooperationen zwischen Kommunen und Anbietern können einen Beitrag zur Mobilitätswende leisten

Leihfahrräder können helfen, Verkehrsprobleme von Kommunen zu lösen. Das gilt auch für Fahrradverleihsysteme ohne feste Abstelleinrichtungen, die vielerorts bereits entstanden sind und weiter entstehen. Damit das bislang nicht ausgeschöpfte Mobilitätsangebot stationsloser Bikesharing-Systeme gestärkt und langfristig etabliert werden kann sollten die Anbieter der Räder und die kommunalen Akteure allerdings eng und konstruktiv zusammenarbeiten. Eine Handreichung dafür hat Agora Verkehrswende gemeinsam mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC), dem Deutschen Städtetag (DST) und dem Deutschen Städte- und Gemeindebund (DStGB) ausgearbeitet und am 20.06.2018 in Berlin vorgestellt.


Ägypten weiht erste Solaranlage von Benban ein

Die erste Baustufe des (derzeit) größten Photovoltaik-Kraftwerks der Welt ist in Südägypten ans Netz gegangen. Im März wurde der erste Abschnitt der Solaranlage bei Benban fertig: Stromminister Mohamed Shaker weihte kürzlich das 64,1-MW-Solarkraftwerk der Infinity Solar (Kairo) und der ib vogt GmbH (Hamburg) in Benban, Assuan, ein, berichtet das Blatt Ahram Gate. Der Benban Solarpark bei Assuan ist das erste Solarkraftwerk, das im Rahmen der (von Deutschland übernommenen) Einspeisevergütung (Feed-in-Tarriff – FiT) fertig gestellt wurde.

2022 PV-Terawatt-Ära


Solarpower Europe optimistisch für Entwicklung des Photovoltaik-Weltmarktes

Die europäische Sonnenenergie-Vereinigung stellte im Rahmen der InerSolar München 2018 ihren aktuellen Ausblick „Global Markt Outlook for Solar Power 2018-2022“ vor. Für dieses Jahr erwartet Solarpower Europe weiterhin ein Wachstum der Nachfrage auf mehr als 100 Gigawatt. Bis spätestens 2022 könnte dann die Terawatt-Ära eingeleitet werden – schrieb in pv magazine am .

2050: 84% EE


BNEF New Energy Outlook 2018: Sinkende Batteriekosten lassen PV und Wind bis 2050 auf 50 Prozent Anteil am Strommix wachsen

2050 werden rund 50 Prozent des weltweiten Energiebedarfs aus Wind- und Solarenergie gespeist werden. Das sagt der am 19.06.2018 präsentierte New Energy Outlook 2018 von Bloomberg New Energy Finance (BNEF) voraus. Stark fallende Batteriepreise sollen das ermöglichen. Für den deutschen Markt schätzt BNEF, dass bis 2025 der Anteil an erneuerbaren Energien auf 70 Prozent steigen wird und 2050 bei 84 Prozent ankommt. Als Grund für diese rasante Entwicklung gibt der Bericht die Verringerung fossiler Energieträger um 29 Prozent und den Atomausstieg an.


Klimaschutzbericht 2017 liegt als Unterrichtung vor

Jetzt ist es amtlich: Deutschland verfehlt sein Klimaziel für 2020. Statt der bis dahin zu erreichenden Verringerung der Treibhausgasemissionen um 40 Prozent prognostiziert die Bundesregierung – so der parlamentseigene Pressedienst heute im bundestag – eine tatsächliche Minderung um 32 Prozent im Vergleich zum Basisjahr 1990. Dies geht aus dem 96seitigen Klimaschutzbericht 2017 hervor, der jetzt als Unterrichtung vorliegt (19/2780). Die Prognose bezieht sich demnach auf die bisher umgesetzten Klimaschutzmaßnahmen. Als Gründe dafür führt die Bundesregierung unter anderem “unerwartete” Entwicklungen an, wie die dynamische Konjunkturentwicklung und das Bevölkerungswachstum”.


Mit APV die Landnutzungseffizienz um 60 % steigern

Die Agrophotovoltaik (APV), eine Verbindung von Solarstrom- und landwirtschaftlicher Produktion auf der gleichen Fläche, hat sich bereits in Pilotprojekten in mehreren europäischen Ländern bewährt. So hat das ISE in Kooperation mit der »Innovationsgruppe APV-RESOLA« an einer 194 kWp großen Forschungsanlage am Bodensee nachgewiesen, dass APV die Landnutzungseffizienz um 60 Prozent steigert, wie das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE am 20.06.2018 mitteilte.


Revolution auf dem Energiemarkt

Eine alte Mühle “im Niemandsland zwischen Hamburg und Bremen” mahlt kein Mehl mehr, sondern erzeugt 100.000 Kilowattstunden Strom im Jahr. Das historische Kleinod ist seit kurzem “Teil eines Masterplans für eine komplett neue Stromversorgung”, schreibt Stefan Schultz auf SPIEGEL-Online. Der “Masterplan” ist eigentlich ein Strom-Marktplatz – ein Netzwerk ohne die EVU-Riesen, eine Ausgründung des Ökostromanbieters Lichtblick und heißt Enyway.

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“Unser großes Sorgenkind in Deutschland ist der Verkehr. Wir haben auch durch unsere geografische Lage viel Transitverkehr. Insofern wird alles, was durch modernere Technologien eingespart wird, durch mehr Verkehr kompensiert.”
Bundeskanzlerin Angela Merkel beim 9. Petersberger Klimadialog am 19.06.2018

Gemein-Fußball-Platz

Im Rahmen des Petersberger Klimadialogs haben Umweltministerin und Kanzlerin Versäumnisse bekannt: Deutschland werde den Treibhausgas-Ausstoß bis 2020 nicht nur nicht um 40 Prozent senken können, sondern noch deutlicher unter der hochgelegten Latte durchspringen, als vorher schon befürchtet, sagte die frischgebackene Ministerin zuerst der Süddeutschen Zeitung und dann den Delegierten. Man habe zwar die Erneuerbaren Energien ausgebaut (was auch nur zum Teil stimmt – denn es wurde so gebremst, dass es noch lange hinten und vorne nicht reicht), aber nicht in gleichem Maße den Kohleausstieg forciert. Was fehlte: Das Planziel der E-Mobilität wird noch weiter verfehlt als das Klimaziel, die THG-Emissionen im Verkehr sind sogar gestiegen, die Wärmedämmung von Altbauten kommt im Schneckentempo voran. Schulze tat sich leicht: Es war nicht ihre Verantwortung, sondern die mehrerer Vorgänger-Regierungen (an denen auch Grüne, auch die SPD beteiligt waren). Die Kanzlerin tat sich auch leicht: “Wir in Deutschland müssen zugeben, dass wir wieder besser werden müssen. Wir haben uns sehr ambitionierte Ziele gesetzt,” klagte sie händeringend. Das deutsche Ziel sei halt “eine ambitionierte Vorgabe” gewesen – na und? Deshalb hätten “wir jetzt alle Hände voll zu tun, damit wir die Lücke, die sich jetzt ergibt, wirklich schließen können”.
Wenn Politiker von eigener Verantwortung ablenken wollen, sagen sie gern “Deutschland”. Auch bei Merkels Klimamonolog kein Wort darüber, dass ihre ewige Bundesregierung dafür verantwortlich ist, dass wir vom Klimavorreiter zur Lachnummer geschrumpft sind, dass uns das Elend der absaufenden Südeeinsulaner einen Dreck schert, und dass uns Profite und Wählerstimmen vor ethisch verantwortbarem Handeln gehen. Es ist nicht “Deutschland” – es ist die Regierung, die munter weiter Kohle-Dreck-Strom produzieren lässt, der den Erneuerbaren die Netze verstopft, weil er – zum Ärger unserer Nachbarn – exportiert werden muss…

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