SOLARIFY

Energie für die Zukunft

SOLARIFY – das unabhängige Infoportal von Agentur Zukunft und Max-Planck-Gesellschaft für Nachhaltigkeit, Erneuerbare Energien, Klimawandel und Energiewende.




Bekenntnis zu kohlenstoffarmer Zukunft

Nach Shell legte am 16.04.2018 auch BP einen Nachhaltigkeits- und Klimaschutzbericht vor. Konzernchef Bob Dudley dazu: „Sie sehen in unserer Strategie und den neuen Zielen, die wir uns gesetzt haben, ein Geschäftsmodell, das sich – bei allem, was wir tun – auf die doppelte Herausforderung von mehr Energie mit weniger Emissionen konzentriert.“ BP will im neuen Bericht sein Engagement für eine kohlenstoffarme Zukunft und die doppelte Herausforderung, den steigenden Energiebedarf der Welt zu decken und gleichzeitig die Treibhausgasemissionen zu reduzieren, darlegen.

Sonne bringt Ionen auf Trab


Nicht nur Elektronenfluss, sondern 100fache Ionenleitfähigkeit

Licht macht manche Materialien auf bislang ungeahnte Weise leitfähig. Dass in gewöhnlichen Silicium-Solarzellen bei Sonneneinstrahlung Elektronen fließen, ist bekannt. Nun aber warten Wissenschaftler des Stuttgarter Max-Planck-Instituts für Festkörperforschung mit einer Überraschung auf: In einem speziellen, ebenfalls für Solarzellen verwendeten Perowskit setzt Licht nicht nur Elektronen frei, sondern auch elektrisch geladene Atome, so genannte Ionen ein neuartiger, sogar ausgesprochen starker Fotoeffekt. Die Ionenleitfähigkeit erhöhte sich nämlich um das Hundertfache. Aus Sicht der Stuttgarter Forscher ist der Effekt an sich richtungweisend, weil er neuartige lichtgesteuerte elektrochemische Anwendungen denkbar macht wie etwa Batterien, die direkt durch Licht aufgeladen werden.


EURACTIV und ZDF zur Vermüllung des Planeten

Sonntag der 22.04.2018 ist „Earth Day 2018“ und dem Kampf gegen den Plastikmüll gewidmet: Wir müllen unseren Planeten zu. 2050 soll es mehr Plastikmüll im Meer geben als Fische. Mikroplastik ist im arktischen Eis ebenso wie in unserer Nahrungskette. Die EU bemüht sich um eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft, vor allem das Europa-Parlament – das hat am 18.04.2018 einem Gesetzespaket mit neuen Recyclingquoten bis 2035 zugestimmt. „Doch das ist nur ein Kompromiss zwischen den sehr unterschiedlichen Realitäten in den Mitgliedsstaaten,“ schrieb Florence Schulz am 19.04.2018 auf EURACTIV.de. Das ZDF zeigt am Earth Day in der Umwelt-Doku-Reihe planet e. „Der Plastik-Fluch – Wie wir unseren Planeten vermüllen“.


Australische Untersuchung nimmt erneut Live-Circle ins Visier

„Nicht so schnell: Warum die Elektrofahrzeug-Revolution eigene Probleme mit sich bringt“, überschrieb der Nachhaltigkeitsforscher Martin Brueckner von der australischen Murdoch-Universität am 17.04.2018 seinen im Magazin The Conversation veröffentlichten Artikel über die Elektromobilität. Er versuchte darin den Nachweis, dass es mit der Klimafreundlichkeit der Stromvehikel nicht so weit her ist, wie gegenwärtig weitherum behauptet.


enervis-Studie sieht jedoch Potenzial für zukünftige Trendwende

Am Spotmarkt für Strom sind allein im ersten Vierteljahr 2018 bereits 50% der negativen Strompreisstunden des Gesamtjahres 2017 aufgetreten – mit 145 negativen Preisstunden auch schon ein Rekord in der Geschichte der EPEX Spot. Das meldete die Berliner Unternehmensberatung enervis energy advisors GmbH am 19.04.2018 und wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass negative Strompreise einen zunehmend wichtigen Einfluss auf die Erlöse von Wind- und größeren Photovoltaik-Projekten haben und ihre zukünftige Entwicklung daher für die Bewertung dieser Projekte zu berücksichtigen sei.


Luftverschmutzung vierthöchste Todesursache weltweit

Das amerikanische Institut für Gesundheitseffekte (Health Effects Institute, HEI) hat mitgeteilt, dass mehr als sieben Milliarden Menschen in Gebieten mit ungesunder Luft leben. In seiner jüngsten Untersuchung konstatierte die Non-Profit-Vereinigung, jeder Dritte stehe „weltweit vor einer „Doppelbelastung“: Der Belastung durch Hausbrand und durch Luftverschmutzung im Freien.


Rede von Außenminister Heiko Maas bei der Eröffnung des vierten Berlin Energy Transition Dialogue

Außenminister Heiko Maas und Wirtschaftsminister Peter Altmaier eröffneten am 17.04.2018 den vierten Berlin Energy Transition Dialogue im Auswärtigen Amt. Zu der zweitägigen Konferenz unter dem Motto „towards a global Energiewende“ kamen hochrangige Delegationen aus 40 Ländern – insgesamt rund zweitausend Gäste aus mehr als 95 Ländern – um Strategien für eine intelligente Transformation des Energiesystems, des Verkehrssektors und der Wärmeversorgung zu entwickeln. Solarify dokumentiert die Rede des frischgebackenen Außenministers.

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“Wir berechnen die Energieversorgung von morgen mit den Modellen von gestern. Dabei besteht die Energiewende nicht darin, dass wir viele Einzelfall-Lösungen suchen, sondern das Gesamtsystem ändern. Eines der Instrumente dahin ist die CO2-Bepreisung kombiniert mit einer Absenkung der auf Strom erhobenen Steuern und Abgaben – dieses System muss komplett überdacht werden. Dabei müssen die Kosten nicht steigen.“
Peter Röttgen, Geschäftsführer Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE)

Anfang ohne Zauber

Dem jüngsten ZDF-Politbarometer (13.04.2018) zufolge hat die neue Bundesregierung einen super-miesen Start hingelegt. Insgesamt 77 Prozent glauben das, nur 17 scheinen Berufsoptimisten zu sein – der Vorgänger-Koalition attestierten 2014 noch 29 Prozent einen guten und 62 Prozent einen schlechten Auftakt. Dabei spielt seit einem halben Jahr eines der wichtigsten Probleme im Polit-Diskurs überhaupt keine Rolle mehr: das Klima und der nach ihm benannte Wandel. Würden die Mannheimer Umfrager dies einbeziehen, wäre das Ergebnis noch desatröser.
Völlig unbemerkt ging so vor zwei Wochen ein wichtiger Stichtag vorüber: Am 28. März hatte Deutschland sein CO2-Jahres-Budget aufgebraucht, eine Woche früher als 2017. CO2-Budget? Das Pariser Klimaabkommen 2015 will die Erderwärmung auf „gut“ unter zwei Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter begrenzen. Deshalb dürf(t)en weltweit nicht mehr als 890 Milliarden Tonnen CO2 in die Atmosphäre abgegeben werden. Aus dieser Höchstmenge lassen sich nationale CO2-Budgets errechnen: Demnach hätte Deutschland dieses Jahr 217 Millionen Tonnen CO2 in die Luft blasen dürfen – 2017 wurden aber mehr als 900 Mio. t emittiert – das Vierfache des Erlaubten.
Das Schwierige an diesem Thema ist ähnlich wie bei der atomaren Strahlung: Wir sehen CO2 weder, noch riechen oder schmecken wir es; wir sehen nur die Folgen, und die meist nur im Fernsehen, weit weg. Bei uns vielleicht ein bisschen Starkregen mit ein paar umgefallenen Bäumen samt Überschwemmungen – aber: Ob das wirklich Klimawandelfolgen sind? Wer weiß das schon. Mehr noch: Allzu gerne verwechseln wir Wetter mit Klima.
Und dennoch: Längst gibt es keinen Zweifel mehr am menschengemachten Klimawandel – der sich selbst beschleunigenden Erderwärmung. Im Gegenteil: Die Indizien (nicht Beweise! Das wäre unwissenschaftlich…) sind erdrückend…

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