SOLARIFY

Energie für die Zukunft

SOLARIFY – das unabhängige Infoportal von Agentur Zukunft und Max-Planck-Gesellschaft für Nachhaltigkeit, Erneuerbare Energien, Klimawandel und Energiewende.




Ende April 2017: 61.000 dezentrale Solarstromspeicher mit 400 MWh

Das Institut für Stromrichtertechnik und Elektrische Antriebe (ISEA) der RWTH Aachen hat zum dritten Mal in Folge sein jährliches im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) erstelltes Speichermonitoring veröffentlicht. Der aktuelle Jahresbericht zum Speichermonitoring ist ab sofort zum Download verfügbar. Der Bericht zeichnet ein umfassendes Bild der Markt- und Technologieentwicklungen dezentraler Solarstromspeicher in Deutschland.


Bilanz: 53,2 Millionen Euro Spenden für Kampf gegen Armut, Hunger und Menschenrechtsverletzungen. Kritik an Afrika- und Klimapolitik.

Das weltgrößte katholische Entwicklungshilfswerk Misereor fordert die Bundesregierung auf, sich effizienter für Afrika und den Klimaschutz zu engagieren. Darüber hinaus warnen kirchliche Entwicklungsexperten davor, Entwicklungszusammenarbeit zur Abwehr von Flüchtlingen zu instrumentalisieren.


BUND: Verdacht auf vorsätzliche Luftverunreinigung

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat am 28.07.2017 bei den Staatsanwaltschaften der Städte Berlin, Stuttgart, München und Hamburg Strafanzeigen wegen des Verdachts der vorsätzlichen Luftverunreinigung durch Stickoxid-Emissionen aus Diesel-Fahrzeugen erstattet. Sie richten sich gegen die leitenden Mitarbeiter von Volkswagen, Porsche, Audi, Daimler und gegebenenfalls auch BMW. Der BUND sieht den Tatbestand der „Freisetzung von Schadstoffen unter Verletzung verwaltungsrechtlicher Pflichten“ erfüllt.


Abgasmanipulation

Bundesverkehrsminister Dobrindt hat ein Zulassungsverbot für bestimmte Porsche Cayenne verfügt. Denn in den Kfz seien unzulässige Abschalteinrichtungen für die Reinigung von Abgasen verbaut. Die Kosten für die nötigen Rückrufe muss Porsche tragen – so eine Medienmitteilung aus Berlin.


Verwaltungsgericht Stuttgart: Diesel-Fahrverbote ab 01.01.2018 erforderlich – Regierung muss Luftreinhalteplan schnell überarbeiten

Die Deutsche Umwelthilfe hat vor dem Stuttgarter Verwaltungsgericht gegen das Land Baden-Württemberg vollumfänglich gewonnen: Der von der Landesregierung vorgelegte Luftreinhalteplan enthalte keine ausreichenden Maßnahmen zur Verringerung der Luftbelastung. Das Gericht lehnte Software-Updates für Diesel-Pkw als „ungeeignete Maßnahmen“ ab; DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch sieht die Software-Updates als gescheitert an und forderte Ministerpräsident Kretschmann auf, den Richterspruch zu akzeptieren. Nachdem das Verwaltungsgericht Diesel-Fahrverbote als „rechtlich zulässig und unausweichlich“ bezeichnet habe, seien ganzjährige Diesel-Fahrverboten im gesamten Stuttgarter Stadtgebiet nun unausweichlich.


Emissions-Absprachen dämpften EU-Schwung

Kommentar von Samuel White, EURACTIV
„Nachdem der Volkswagen-Diesel-Emissions-Skandal Ende 2015 losbrach, zeigte sich schnell, dass der deutsche Riese nicht die einzige Autofirma mit schmutzigen Geheimnissen war. Studien zeigten, dass fast alle Autohersteller die gesetzlichen Emissionsgrenzwerte überschritten haben, dabei war VW bei weitem nicht der schlimmste Täter“, so der EURACTIV-Autor am 27.07.2017, der überzeugt ist, die europäischen Autobauer seien eben dabei, die ostasiatische Herausforderung zu verschlafen.


Beihilferechtliche Genehmigung der EU in einigen Wochen erwartet

Einen Tag nach seiner Veröffentlichung im Bundesanzeiger ist das Mieterstromgesetz am 25.07.2017 in Kraft getreten. Ziel der zuvor vom Bundestag verabschiedeten neuen Förderung ist es, Stadtwerke und Wohnungswirtschaft mithilfe eines Zuschlags von 2,11 bis 3,7 ct/kWh für solare Mieterstrommodelle zu interessieren.

nächste Seite »

Statt verbieten: entwickeln


Neue Kraftstoffe

Mal über die Skandale hinausdenken: Angesichts sehr beunruhigender Nachrichten über den Klimaschutz werden Forderungen lauter, Verbrennungsmotoren bald zu verbieten. Alternative: Elektromobilität und Wasserstoff. Beide setzen aber ein wesentlich schnelleres Ausbautempo der Erneuerbaren Energien als gegenwärtig voraus. Denn noch kommt viel zu viel Strom aus den (Braun-)Kohlekraftwerken. Der CO2-Ausstoß sinkt deshalb so langsam, dass wir die Pariser Vorgaben (nahezu sicher) deutlich verfehlen werden – unsinnigerweise und klimaschädlich wird deutscher Kohlestrom sogar immer noch exportiert, auch wenn die Erneuerbaren Energien auf dem Vormarsch sind und trotz politischer Bremsen weiter ausgebaut wurden. Denn ungeachtet dieses Vormarsches ist die CO2-Intensität des Primärenergieverbrauchs in den G20-Staaten zumindest bis 2014 gestiegen, weil die meisten ihren steigenden Energieverbrauch nach wie vor überwiegend mit Kohle abdecken. Doch keine Frage: Am meisten hinkt der Verkehr beim Schadstoffausstoß hinterher. Aber Elektromobilität ist erst dann klimadienlich, wenn erstens die Batterieproduktion und -entsorgung weniger umweltbelastend sind, und zweitens, wenn der Strom zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energieträgern stammt, das gleiche gilt für Wasserstoff. Aber das wird noch lange dauern. Bis dahin darf deshalb eine wichtige Option nicht vergessen werden: Die Entwicklung schadstofffreier sogenannter Designer-Fuels. Motoren wurden zwar extrem optimiert, aber Treibstoffe blieben seit Carl Benz und Rudolf Diesel nahezu unverändert. Bei den synthetischen Kraftstoffen sind Oxymethylenether die meistversprechenden – Verbindungen aus Kohlenstoff, Sauerstoff und Wasserstoff, die effizient und nahezu emissionsfrei verbrennen – klimaneutral auch deshalb, weil zu ihrer Herstellung CO2 verwendet und durch ihren Einsatz gleich viel fossile Energie eingespart wird. Entsprechende Forschungsprojekte – Kopernikus P2X und Carbon2Chem – sollen unterschiedliche Möglichkeiten testen, wie man „E-Fuels“ aus CO2, Wasser und Erneuerbarem Strom herstellen kann oder wie sie aus Hüttengasen gewonnen werden können. Fest steht aber, auch wenn es eine Binsenweisheit ist: Die Erneuerbaren müssen wesentlich schneller ausgebaut werden als bisher.
-Gerhard Hofmann-