SOLARIFY

Energie für die Zukunft

SOLARIFY – das unabhängige Infoportal von Agentur Zukunft und Max-Planck-Gesellschaft für Nachhaltigkeit, Erneuerbare Energien, Klimawandel und Energiewende.




MCC-Studie belegt Notwendigkeit

Als Reaktion auf den Dieselskandal sollten die Steuervorteile des Diesels innerhalb der Europäischen Union (EU) komplett gestrichen werden, zumal eine aktuelle Studie der Dach-NGO Transport & Environment den CO2-Vorteil des Diesel als Märchen entlarvt hat (siehe unten: solarify.eu/diesel-stossen-mehr-co2-aus-als-benziner). Denn eine neue MCC-Studie zeigt: Dieselfahrer sind deutlich preissensibler als gedacht. Ohne die Steuervorteile würden sie etwa 14 Prozent weniger Kraftstoff tanken – in der Folge würden CO2– und Stickoxid-Emissionen um zehn Prozent sinken.


Neue Studie von Transport & Environment

Die nichtstaatliche Organisation Transport & Environment (T&E) widerspricht den Behauptungen der Autoindustrie und einiger Politiker, Diesel-Autos seien unverzichtbar für die Einhaltung der Zwei-Grad-Grenze. Offenbar stimmt das Gegenteil: Zwei Jahre nachdem der Dieselgate-Skandal die schmutzige Natur der Diesel enthüllt hat, zeigt eine neue Studie der Dachorganisation europäischer NGOs aus dem nachhaltigen Verkehrsbereich, dass Dieselfahrzeuge nicht nur die Luft verschmutzen, sondern sogar mehr Klimawandel-Emissionen (CO2) als Benzinmotoren ausstoßen.


Wissenschaftler zeigen Möglichkeit der Produktion von drop-in Kraftstoff aus Biomasse und elektrischer Energie

Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung der Universität Tübingen (UFZ), der amerikanischen Cornell University und des Deutschen Biomasseforschungszentrums (DBFZ) haben aus Biomasse durch die Kombination von mikrobieller und elektrochemischer Stoffumwandlung hochwertige Produkte (Alkane mit hoher Energiedichte) hergestellt.


Trendforce: PV-Weltmarkt 2017 erstmals über 100 Gigawatt

Angesichts der starken Photovoltaik-Nachfrage im ersten Halbjahr und Gerüchten über eine Kürzung der Solarförderung für kleinere Anlagen zum Jahresende in China, gehen die Analysten davon aus, dass in diesem Jahr etwa 48 Gigawatt zugebaut werden. Das wäre fast die Hälfte der weltweit neu installierten Photovoltaik-Leistung 2017, wie Sandra Enkhardt am 14.09.2017 im pv magazine schreibt.


Feinstaub dringt bis ins Gehirn

Studien belegen, dass langfristiges Einatmen von Feinstaubpartikeln, wie sie etwa von Diesel-Motoren freigesetzt werden, zu sogenannten stillen Entzündungen mit schwerwiegenden Folgeerkrankungen, wie Schlaganfall und Diabetes führen. Und seit kurzem weiß man, dass stille Entzündungen auch das Gehirn befallen und psychische und Demenzerkrankungen wie Depression und Alzheimer begünstigen. Sport-Professor Karsten Krüger hat darüber ein Buch geschrieben, wie gefährlich Feinstaub für unsere gesamte Gesundheit auf Dauer ist: Der stille Feind in meinem Körper. Wie chronische Entzündungen uns krank machen und was wir dagegen tun können.


Kohledioxid-Komponente plus Rückverteilung schafft Fairness auf dem Wärmemarkt

Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) hat am 18.09.2017 einen Vorschlag für eine CO2-Bepreisung im Wärmemarkt vorgestellt. „Bislang gibt es im Wärmemarkt nicht die richtigen Anreize, moderne Technologien und Erneuerbare Energie einzusetzen, da die Kosten für eine Entsorgung der Emissionen in der Atmosphäre nach wie vor nicht beim Anlagenbetrieb anfallen, sondern stillschweigend vergesellschaftet werden. Derzeit werden sogar wieder mehr Ölheizungen installiert. Dabei werden die gesetzten Emissionsminderungsziele der Bundesregierung nicht erreicht und das Potenzial des Wärmesektors weit unterschätzt“, kritisiert BEE-Geschäftsführer Peter Röttgen.


BMUB fördert modellhafte Heizungsumstellung für große Teile eines Wohnquartiers

Wie das BMUB am 16.09.2017 mitteilte, soll mit einem Modellprojekt nachgewiesen werden, dass sich auch Niedertemperaturwärme aus Tiefengeothermie (60° C) technisch machbar und wirtschaftlich für eine weitgehend CO2-neutrale Beheizung und Warmwasserbereitung in Wohnquartieren nutzen lässt.

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Statt verbieten: entwickeln


Neue Kraftstoffe

Mal über die Skandale hinausdenken: Angesichts sehr beunruhigender Nachrichten über den Klimaschutz werden Forderungen lauter, Verbrennungsmotoren bald zu verbieten. Alternative: Elektromobilität und Wasserstoff. Beide setzen aber ein wesentlich schnelleres Ausbautempo der Erneuerbaren Energien als gegenwärtig voraus. Denn noch kommt viel zu viel Strom aus den (Braun-)Kohlekraftwerken. Der CO2-Ausstoß sinkt deshalb so langsam, dass wir die Pariser Vorgaben (nahezu sicher) deutlich verfehlen werden – unsinnigerweise und klimaschädlich wird deutscher Kohlestrom sogar immer noch exportiert, auch wenn die Erneuerbaren Energien auf dem Vormarsch sind und trotz politischer Bremsen weiter ausgebaut wurden. Denn ungeachtet dieses Vormarsches ist die CO2-Intensität des Primärenergieverbrauchs in den G20-Staaten zumindest bis 2014 gestiegen, weil die meisten ihren steigenden Energieverbrauch nach wie vor überwiegend mit Kohle abdecken. Doch keine Frage: Am meisten hinkt der Verkehr beim Schadstoffausstoß hinterher. Aber Elektromobilität ist erst dann klimadienlich, wenn erstens die Batterieproduktion und -entsorgung weniger umweltbelastend sind, und zweitens, wenn der Strom zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energieträgern stammt, das gleiche gilt für Wasserstoff. Aber das wird noch lange dauern. Bis dahin darf deshalb eine wichtige Option nicht vergessen werden: Die Entwicklung schadstofffreier sogenannter Designer-Fuels. Motoren wurden zwar extrem optimiert, aber Treibstoffe blieben seit Carl Benz und Rudolf Diesel nahezu unverändert. Bei den synthetischen Kraftstoffen sind Oxymethylenether die meistversprechenden – Verbindungen aus Kohlenstoff, Sauerstoff und Wasserstoff, die effizient und nahezu emissionsfrei verbrennen – klimaneutral auch deshalb, weil zu ihrer Herstellung CO2 verwendet und durch ihren Einsatz gleich viel fossile Energie eingespart wird. Entsprechende Forschungsprojekte – Kopernikus P2X und Carbon2Chem – sollen unterschiedliche Möglichkeiten testen, wie man „E-Fuels“ aus CO2, Wasser und Erneuerbarem Strom herstellen kann oder wie sie aus Hüttengasen gewonnen werden können. Fest steht aber, auch wenn es eine Binsenweisheit ist: Die Erneuerbaren müssen wesentlich schneller ausgebaut werden als bisher.
-Gerhard Hofmann-