SOLARIFY

Energie für die Zukunft

SOLARIFY – das unabhängige Infoportal von Agentur Zukunft und Max-Planck-Gesellschaft für Nachhaltigkeit, Erneuerbare Energien, Klimawandel und Energiewende.




Zypries bei DENEFF-Konferenz: Neue Geschäftsfelder

Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries betonte am 20.02.2018 in Berlin im Rahmen der 7. DENEFF-Jahresauftaktkonferenz die vielfachen Vorteile der Energieeffizienz – die aber noch nicht genügend genutzt würden: „Unser Ziel ist es, dass Deutschland auch im Energiebereich eines der innovativsten Länder bleibt. Gerade Energieeffizienz-Technologien bieten vielfältige Chancen für die deutsche Wirtschaft und eröffnen neue Geschäftsfelder, nicht nur für große Unternehmen, sondern auch für Startups. Diese Potenzial müssen wir noch besser nutzen.“


Neueste Studie der NASA zeigt den erschreckenden Klimaeinfluss von Erdgas

Von der Industrie wird oft behauptet, dass Gas ein klimafreundlicher Energieträger sei, der gemeinsam mit den Erneuerbaren Energien den Klimaschutz voranbringe. Das die Kohle ablösende Erdgas trage wesentlich zur Reduktion von CO2-Emissionen bei, so die Argumentation. In der Tat sind die CO2-Emissionen von Erdgas deutlich geringer als die von Kohle und Öl. Für die Klimabewertung von Erdgas ist die Zahl der CO2-Emissionen jedoch nicht erschöpfend, denn obgleich Erdgas in der Verbrennung CO2-ärmer ist, werden in der gesamten Prozesskette mehr Klimagasemissionen als bei Kohle oder Erdöl produziert. Denn bei der Förderung und dem Transport von Erdgas wird erheblich Methan ausgestoßen – und die Wirkung von Methan ist wesentlich klimaschädlicher als die von CO2. Hans-Josef Fell am 22.02.2018 zu den Erkenntnissen der NASA-Erdgas-Studie.


Agora Verkehrswende: Für Klimaschutzziele im Verkehr bei weitem nicht ausreichend

Hat die noch gar nicht im Amt befindliche Bundesregierung eben erst (während der Koalitionsverhandlungen) das 2020er Klimaziel kurzerhand aufgegeben, so zieht jetzt ein Kurzgutachten des Öko-Instituts die deutschen Klimaziele erneut in Zweifel – und zwar für die Zeit danach: Diesmal geht es um die von der EU-Kommission vorgeschlagenen Pkw-Flottengrenzwertregelungen für CO2 von 2021 bis 2030.

WWF mit Palmöl-Scorecard 2017


Wenig Klasse, viel träge Masse“

46 Prozent der deutschen Händler und Produzenten verweigern die Auskunft über ihren Umgang mit Palmöl. Nur ein Teil macht Fortschritte beim Einsatz von zertifiziertem Palmöl. Das ist die durchwachsene Bilanz des bereits am 02.02.2017 veröffentlichten neuen WWF-Palmöl-Checks – und: Wenigen Palmöl-Vorreitern steht die Masse der Totalverweigerer gegenüber. Daher fordert der WWF gesetzliche Vorgaben für Import und Kennzeichnung von Palmöl.

…fordern DUH, Germanwatch und WWF

In einer gemeinsamen Presseerklärung vom 21.02.2018 üben Deutsche Umwelthilfe (DUH), Germanwatch und WWF Kritik am Szenariorahmen für den Netzausbau bis 2030: „Die aktuelle Stromnetzplanung in Deutschland bildet die Klimaziele von Paris nicht ab“, so lautet die Kritik der Deutschen Umwelthilfe DUH, von Germanwatch und WWF in ihren Stellungnahmen zum Szenariorahmen für den Netzausbau 2019-2030.


Massiver EE-Ausbau notwendig und sinnvoll

„Die am 20.02.2018 veröffentlichten Ergebnisse der aktuellen Ausschreibungen für Solar- und Windenergie an Land zur Umsetzung in den kommenden zwei Jahren haben ein klares Ergebnis“ (siehe unten: solarify.eu/solarstrom-gleich-billig-wie-windstrom), schreibt Karl-Heinz Remmers am 21.02.1018 in seinem Blog.


Kohlestrom stinkt ab

Solarstrom aus neu geplanten großen Solarparks wird in Deutschland ebenso billig wie Elektrizität aus Windparks. Das geht einer Pressemitteilung des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW-Solar) vom 21.02.2018 zufolge aus den jüngsten Ausschreibungen hervor: Nach Angaben der Bundesnetzagentur liege der durchschnittliche Zuschlagspreis bei neu geplanten PV-Kraftwerken bei 4,3 Cent, bei Windparks bei 4,6 ct/kwh. Damit unterschreite Strom aus neuen Öko-Kraftwerken die Erzeugungskosten von Kohle-Strom.

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Zitat der Woche

Robert Habeck, neuer Vorsitzender B90/Grüne im Tagesspiegel, 19.02.2018

Koalition: Umwelt und Klima unwichtig

Der Vertrag der GroKo (Unwort des Jahrzehnts) ist durch. Einen „Vertrag des Misstrauens“ nannte ihn der Chefredakteur des Berliner Tagesspiegels, Stephan-Andreas Casdorff, auf EURACTIV wegen der fast an homöopathische Verdünnungen grenzenden Kleinteiligkeit. Wirklich alles und jedes ist penibel („bis auf die dritte Stelle hinterm Komma“) aufgelistet und festgezurrt worden. So dass wir während der mit Verspätung beginnenden Legislaturperiode andauernd ein Argument hören werden: „Machen wir nicht – steht nicht im K-Vertrag!“). Dabei steht – neben so manchem durchaus Lobenswertem – sehr viel sehr Wichtiges nicht, oder kaum drin.
Die Dauer-Kanzlerin habe sich „sprichwörtlich zum Affen gemacht“, ätzte die Deutsche Umwelthilfe in Anspielung an die Automobilindustrie. Denn der Koalitionsvertrag sei im „Umwelt- und Verbraucherschutz extrem unambitioniert“. Das stimmt: Mit der Aufgabe des 2020er Klimaziels hat sich der Klimaprimus blamiert. Klimaschutz kommt praktisch nicht vor. So fehlen konkrete Schritte, wie die Luftbelastung in deutschen Städten verbessert werden soll. Die Verkehrswende ist nicht mehr als ein Lippenbekenntnis. Das Artensterben infolge der industriellen Landwirtschaft wollen die Koalitionäre zwar eindämmen, drücken sich jedoch davor, den Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln zu senken. Der Kohleausstieg kommt – irgendwann: Zeitplan und Maßnahmen dafür sollen jedoch erst Ende 2018 von einer Kommission vorgeschlagen werden.
Laut DUH manifestiert der K-Vertrag dadurch, dass die Politik tief vor den Interessen der Industrie einknicke und „ungeniert schwarz auf weiß“ ankündige, man werde nur noch das Nötigste tun, um Bürger und Umwelt zu schützen, „eine gefährliche Machtverschiebung“. Mit der Folge, dass zum Beispiel Europäisches Recht künftig nur noch eins zu eins umgesetzt wird. Die DUH: „Von Vorreiterrolle keine Spur. Gegen keinen EU-Mitgliedsstaat laufen aktuell so viele Vertragsverletzungsverfahren wegen Nicht-Umsetzung von EU-Vorschriften wie gegen Deutschland.“ Dazu passt, dass Bürger-Beteiligungsrechte (Beispiel Verbandsklage) weiter beschnitten werden sollen. Ein (zu Recht in der Unbedeutenheit) versunkener Unionspolitiker hat einmal (kein Scherz) gesagt, das Regieren könnte so schön sein, wenn das Volk einen nicht immer dabei stören würde. Aber warten wir erst mal ab, ob es zur „GroKo“ kommt.
-Gerhard Hofmann-

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