Gesamtes europäisches CO2 unter Nordsee speichern?

Norwegen lagert bereits jetzt CO2 in 3.000 Metern Tiefe und will es später als Rohstoff nutzen

Norwegen will laut Ministerpräsident Jonas Gahr Støre zusammen mit der Bundesregierung das gesamte in Europa produzierte CO2 einlagern, berichten u.a. der Wiener Standard und die Welt am 15.08.2022. Andernfalls sei es unmöglich, die Klimaschutzziele zu erreichen, sagte Støre. Möglich wird dies durch CCS-Technologie (Carbon Capture and Storage). Dabei wird das Kohlendioxid in poröse Sandsteinformationen gepumpt oder in entleerte Erdgaslagerstätten gepresst. In der Verlautbarung des norwegischen MP-Büros über den Besuch des Bundeskanzlers ist davon keine Rede. weiterlesen…

Equinor und VNG erweitern Zusammenarbeit bei Wasserstoff, Ammoniak und CO2-Abscheidung

Milliardenprojekt für blauen Wasserstoff in Rostock geplant

Die zwei Energie-Unternehmen aus Deutschland und Norwegen haben vereinbart, ihre bestehende Zusammenarbeit im Gassektor auf die neuen Bereiche CO2-armer Wasserstoff, CO2-armer Ammoniak sowie die Abscheidung, Nutzung und Offshore-Speicherung von CO2 (CCU und CCS) auszuweiten. Sie wollen dafür in Rostock in großem Stil mittels Dampfreformierung Wasserstoff aus Erdgas herstellen. Die produzierte Menge soll einem Fünftel der aktuellen Wasserstoff-Produktion in der Bundesrepublik entsprechen. Hierzu sei eine Anlage mi 1,3 Gigawatt Leistung geplant, die bis 230.000 Tonnen blauen Wasserstoff jährlich erzeugen soll, teilten VNG und Equinor mit. weiterlesen…

Kieler Landtag sagt erneut Nein zur CO2-Speicherung

CO2-Senke Meer nicht weiter belasten

Der schleswig-holsteinische Landtag hat Carbon Capture and Storage (Abscheidung und Speicherung von Kohlenstoff – CCS) erneut eine Absage erteilt. Alle fünf Fraktionen (CDU, Grüne, SPD, FDP und SSW) einigten sich auf einen gemeinsamen Antrag und bekräftigten damit die Entscheidungen von 2014 und 2019. Eine zunächst geplante Aussprache gab es dazu am Donnerstag nicht; die Reden wurden zu Protokoll gegeben. Die Grünen-Abgeordnete Silke Backsen zeige sich sehr zufrieden mit dem Beschluss. (Nordsee – © Bild von Peter Ahrend auf Pixabay) weiterlesen…

Marktfähige Power-to-X-Technologien entwickeln

NRW-Landesregierung fördert Aufbau einer offenen Versuchsplattform mit 5,3 Mio.

Im Rahmen eines neuen Projektes des Spitzenclusters Industrielle Innovationen (SPIN) entsteht eine offene Versuchsplattform für die Entwicklung von Power-to-X-Technologien. Untersucht werden dabei Möglichkeiten, CO2-haltige Abgasströme zunächst in ein Synthesegas aus Kohlenmonoxid und Wasserstoff und dann in verschiedene Produkte für die Chemie-, Kraftstoff- und Kunststoffindustrie umzuwandeln. Die nordrhein-westfälische Landesregierung fördert das Vorhaben mit 5,3 Mio. Euro. weiterlesen…

Innovatives Verfahren der CO2-Abscheidung in der Zementindustrie

thyssenkrupp, Holcim und TU Berlin starten Forschungsprojekt zur Emissionsreduktion durch Aminwäsche (Carbon Capture)

In der Zementindustrie wird vielfach an der Reduktion von CO2-Emissionen gearbeitet. Denn auch bei vollständigem Einsatz von erneuerbaren Energien wird bei der Zementherstellung rohstoffbedingt CO2 frei und an die Atmosphäre abgegeben. In einem gemeinsamen Projekt untersuchen drei Partner daher den Einsatz neuster Aminwäsche-Technologie zur CO2-Abtrennung. Der CO2-Ausstoß von bestehenden Zementanlagen soll deutlich reduziert und gleichzeitig das abgetrennte CO2 für weitere Anwendungengenutzt werden. Konkret werden unter anderem neue Stoffaustausch-Apparate entwickelt, die den Wirkungsgrad verbessern und widerstandsfähiger gegen Verunreinigungen sein sollen – so eine gemeinsame Medieninformation von TU Berlin, thyssenkrupp Uhde und Holcim Deutschland GmbH. weiterlesen…

Technologie wandelt CO2 sofort in festen Kohlenstoff um

Defossilisierung bestehender Industrieprozesse mittels Durchleitung durch Flüssig-Metall

Forscher des australischen Royal Melbourne Institute of Technology (RMIT) haben eine intelligente und hocheffiziente neue Methode zur Abscheidung von Kohlendioxid und dessen Umwandlung in festen Kohlenstoff entwickelt, um die Dekarbonisierung der Schwerindustrie voranzutreiben. Die Technologie der RMIT-Forscher zur CO2-Nutzung ist so konzipiert, dass sie problemlos in bestehende Industrieprozesse integriert werden kann. Denn die Dekarbonisierung ist eine große technische Herausforderung für Zement und Stahl. Die neue Technologie bietet eine Möglichkeit, CO2 umzuwandeln, sobald es produziert wird, und es dauerhaft in einem festen Zustand zu halten, damit es nicht in die Atmosphäre gelangt. Die Forschungsergebnisse wurden in Energy & Environmental Science veröffentlicht. weiterlesen…

CCS als Ablass für CO2-Sünder

Neues Industriecluster zur CO2-Abscheidung und -Speicherung in Mittelnorwegen

„Totgesagte leben bekanntlich länger. Das gilt offensichtlich auch für die in Deutschland nicht mehr weiter verfolgte Carbon Capture and Storage-Technologie (CCS) zur Verpressung von CO2 in tieferen Erdschichten. Deutschland hat das Verfahren vor Jahren faktisch verboten. Nun will Norwegen im großen Stil CO2 unter den Meeresboden pumpen. „Es könnte zugleich die Rettung für Teile der deutschen Industrie sein“, hofft Daniel Wetzel in der WELT. weiterlesen…

PSI: Blauer Wasserstoff kann Klima schützen

H2 aus Erdgas „unter Umständen“ positiv zu bewerten

Eine internationale Gruppe von Forschenden unter Leitung des schweizerischen Paul Scherrer Instituts PSI und der schottischen Heriot-Watt-Universität haben die Klimawirkungen von sogenanntem blauem Wasserstoff umfangreich analysiert. Er wird aus Erdgas gewonnen, wobei die dabei entstehenden CO2-Emissionen abgeschieden und gespeichert werden. Die Untersuchung zeigt, dass blauer Wasserstoff unter bestimmten Voraussetzungen eine positive Rolle bei der Energiewende spielen kann. Sie erscheint in Sustainable Energy & Fuels der Royal Society of Chemistry. weiterlesen…

Kopernikus-Projekt Ariadne: „Durchstarten trotz Unsicherheiten“

Eckpunkte einer anpassungsfähigen Wasserstoffstrategie

Für Deutschlands Kurs auf Klimaneutralität 2045 sind grüner Wasserstoff und E-Fuels zweifellos notwendig. Anders als beim erneuerbaren Strom aus Wind und Sonne nutzen wir diese Energieträger allerdings bislang praktisch noch nicht – so eine Medienmitteilung des Kopernikus-Projekt Ariadne am 16.11.2021. In der Debatte gibt es deshalb noch sehr unterschiedliche Einschätzungen, wann welche Wasserstoffmengen zu welchen Preisen verfügbar sein werden. So titelt der Berliner Tagesspiegel tags darauf: „Der überschätzte Hoffnungsträger“. Auch die aktuell meistbeachteten fünf Szenario-Analysen zeigen zumindest langfristig große Bandbreiten für die Nutzung von Wasserstoff und E-Fuels. Doch was wissen wir sicher, wo verbleiben Unsicherheiten und wie kann Politik nun schnell zu robusten Entscheidungen kommen? Mit einem neuen Papier des vom BMBF geförderten Kopernikus-Projekts Ariadne legen Fachleute aus sechs Instituten*) jetzt Eckpunkte für eine anpassungsfähige Wasserstoffstrategie vor. weiterlesen…

Patentrezept gesucht

Trotz Direct Air Capture drastische CO2-Reduktion unausweichlich – mit freundlicher Genehmigung von Felix Schenuit und Oliver Geden

„Deutschland zögert bei der CO2-Entnahme, weil sie den Anreiz für Emissionsreduktionen senkt. Aber ohne sie sind die Klimaziele nicht erreichbar, schreiben Felix Schenuit und Oliver Geden am im ipg-journal der Friedrich-Ebert-Stiftung. „Netto Null“ sei das zentrale klimapolitische Schlagwort der letzten Jahre. Die Europäische Union (EU) strebe das Ziel bis 2050 an, Deutschland und Schweden bis 2045 und Finnland sogar bis 2035. Konkret bedeute „Netto Null“, dass alle nicht vermeidbaren Emissionen – sogenannte Residualemissionen, z.B. aus der Landwirtschaft und einigen industriellen Prozessen – durch CO2-Entnahmen ausgeglichen werden und in der Summe keinerlei Emissionen mehr in die Atmosphäre gelangen. weiterlesen…