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Archiv: Dieselgate


ADAC-Test widerlegt Auto-Unternehmen und VDA

„Hardware-Nachrüstsätze für ältere Diesel-Pkw sind nicht praktikabel herzustellen und einzubauen“, hieß es stets von der Autoindustrie. „Hardware-Nachrüstungen an Dieselfahrzeugen sind wirksam“, betitelte der ADAC am 20.02.2017 eine Medienmitteilung über einen gemeinsam mit dem baden-württembergischen Verkehrsministerium durchgeführten Test. Dieser habe „die Fake News der Industrie endgültig wiederlegt: Hardware-Nachrüstung funktioniert“, ergänzte Württemberg-Chef Dieter Roßkopf. Die Automobilindustrie hatte es bislang stur abgelehnt, Geld in die Nachrüstung zu stecken und behauptet, sie funktioniere schon aus Zeitgründen technisch nicht.


Klimabilanzen der Autobauer mit roten Zahlen

Infolge des durch die Dieselbetrügereien selbstverschuldeten Niedergangs des Selbstzünders geraten die Planungen der Autoschmiede ins Rutschen; denn sie haben um der CO2-Bilanz willen die Diesel-Motoren eigentlich fest eingeplant. Damit rückt das EU-Klimaziel 95 g CO2/km in weite Ferne. Zudem sind die CO2-Emissionen neu zugelassener Pkw in Deutschland 2017 gar erstmals wieder gestiegen – um 0,4 % auf 127,9 g/km (2016: 127,4 g/km), sagt eine Studie des Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach.


„Kapitulation vor der Autoindustrie“ – Polizeigewerkschaft: Fahrverbote nicht zu kontrollieren

Informationen des Bayerischen Rundfunks und der Süddeutschen Zeitung zufolge will eine Expertenkommission des Verkehrsministeriums (BMVI) die nötigen Hardware-Nachrüstungen älterer Diesel-Motoren mit Steuergeldern fördern. In einem den beiden Medien vorliegenden Kommissionspapier heißt es, das Kraftfahrtbundesamt könne die Autobauer nur zu einer solchen Maßnahme verpflichten (obwohl sie die Verantwortlichen sind), „sofern das Vorhandensein einer unzulässigen Abschalteinrichtung hinreichend nachgewiesen ist“. Deswegen überlegen die Experten jetzt, ob „öffentliche Mittel“ eingesetzt werden können. „Umweltpolitiker sind entsetzt. Dem nationalen Diesel-Gipfel droht der nächste Eklat,“ so die SZ.


CDU-SPD-CSU „kneifen beim Klimaschutz“ – Diesel wird eher dilatorisch behandelt

Das deutsche Klimaziel 2020 wird laut Papier der Großen Koalition offiziell aufgegeben und statt dessen 2030 angepeilt – mit gesetzlichen Zielen für Energie, Verkehr und Landwirtschaft. Eine Kommission aus Politik, Wirtschaft, Gewerkschaften und Umweltverbänden soll bis Ende 2018 einen Masterplan für Kohleausstieg und damit einhergehenden Strukturwandel entwickeln. Wenig kommt zum Thema Dieselgate. Dennoch soll Deutschland „Klimaschutzpionier bleiben und wieder werden“, so Umweltministerin Barbara Hendricks.


Jürgen Resch (DUH) im Solarify-Selbst-Gespräch

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, im Solarify-Selbst-Gespräch über die fruchtbare Konkurrenz der deutschen Umwelt- und Verbraucherschutz-Organisationen, über vergebliche Einschüchterungsversuche der Großkonzerne, über saubere Luft und über Erfolge – und über die dringend notwendige Begrenzung überbordender Marktmacht.


Von VW erwirkte einstweilige Verfügung in allen Punkten aufgehoben

Mehr als sieben Monate lang hatten die Wolfsburger Dieselsünder die Verbraucherschutzarbeit der DUH gerichtlich zu behindern versucht: Jetzt darf die deutsche Umwelthilfe (DUH) laut einer Medienmitteilung von „Rechtswidrigkeit der VW-Diesel-Pkw“ sprechen, wenn auch nach den Software-Updates bei Straßenmessungen stark erhöhte NOx-Realemissionen gemessen werden.


Nachrüstung von 5,3 Millionen Fahrzeugen – Freigabe durch KBA dauert

Im Rahmen des „Nationalen Forums Diesel“ sei die Nachrüstung von 5,3 Millionen Autos vereinbart worden. Details könnten aber erst mitgeteilt werden, wenn die Hersteller die Freigabe der Software-Updates für die Nachrüstung beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) konkret beantragt hätten. Diese Updates würden aber vom KBA erst dann freigegeben, wenn dieses „sich von der Wirksamkeit der optimierten Emissionskonzepte überzeugt hat und keine Zweifel an der Zulässigkeit der optimierten Konzepte bestehen“. Zwei Antworten der Regierung auf Fragen von der Linken und den Grünen.


Ba-Wü stimmt Sprungrevision zu – Bundesverwaltungsgericht wird letztinstanzlich entscheiden

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) begrüßte in einer Medienmitteilung, dass die Landesregierung Baden-Württemberg am 02.10.2017 in der von der Deutschen Umwelthilfe gewonnen Klage gegen das Land für „Saubere Luft in Stuttgart“ ebenfalls der Sprungrevision zugestimmt hat. Damit wird die Rechtmäßigkeit von Fahrverboten im Rahmen einer Sprungrevision vom Bundesverwaltungsgericht Leipzig kurzfristig geprüft werden.


Autobosse sagen die Unwahrheit

Die markig-trotzigen Worte von VW-Chef Matthias Müller vom Diesel-Gipfel (siehe: solarify.eu/der-berg-gebiert-eine-maus) klingen einem noch im Ohr: Die Hardware-Nachrüstung von Dieselmotoren gehe nicht und zweitens sei sie zu teuer. „Angebot“ statt dessen: Das Problem sollte mit billigen Software-Updates gelöst werden. Nun hat der ADAC festgestellt, dass die Hardware-Systeme für SCR oder NOx-Kat schon seit Jahren in den Regalen von Audi, BMW, Mercedes und VW liegen. Die Hardware-Nachrüstung wäre also sehr wohl möglich.


SFV erläutert allgemeinverständlich technische Hintergründe

Der Aachener Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. hat auf seiner Webseite die wichtigsten Informationen über den Dieselmotor (und den Abgasskandal) zusammengefasst: Warum er gesundheitsschädlich ist. Warum er das Klima schädigt. Warum er seinen Besitzern finanzielle Nachteile bringt. Solarify dokumentiert.

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