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Archiv: Abgasskandal


MCC-Studie belegt Notwendigkeit

Als Reaktion auf den Dieselskandal sollten die Steuervorteile des Diesels innerhalb der Europäischen Union (EU) komplett gestrichen werden, zumal eine aktuelle Studie der Dach-NGO Transport & Environment den CO2-Vorteil des Diesel als Märchen entlarvt hat (siehe unten: solarify.eu/diesel-stossen-mehr-co2-aus-als-benziner). Denn eine neue MCC-Studie zeigt: Dieselfahrer sind deutlich preissensibler als gedacht. Ohne die Steuervorteile würden sie etwa 14 Prozent weniger Kraftstoff tanken – in der Folge würden CO2– und Stickoxid-Emissionen um zehn Prozent sinken.


DUH: Nach zwei Jahren Dieselgate und zehn Jahren Abgasbetrug präsentieren Autokonzerne vor allem schmutzige Diesel-SUVs – BUND sucht vergeblich saubere Diesel auf IAA – Greenpeace mit Husten-Performance für Bundeskanzlerin

Mit einem 15 Meter langen Diesel-Pkw Modell und dem Slogan „Diesel-Abgase töten“ demonstrierte die Deutsche Umwelthilfe am 14.09.2017 am Haupteingang der IAA für „Saubere Luft in unseren Städten“ und ehrliche Spritverbrauchsangaben. Einer Recherche des BUND zufolge sind die „von den Autoherstellern vielbeschworenen Diesel der neuesten Abgasnorm Euro 6d auf der diesjährigen IAA nicht präsent“. 100 Greenpeace-Aktivisten demonstrierten mit einer Performance beim Rundgang von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf der IAA für den Schutz vor gesundheitsschädlichen Dieselabgasen.


Untersuchungsdesign nicht zugunsten der Autoschmiede, sondern „entsprechend den gesetzlichen Regelungen“

Wie der parlamentseigene Pressedienst heute im bundestag am 11.09.2017 meldete, will sich die Bundesregierung auf EU-Ebene dafür einsetzen, dass nicht nur für NOx-, sondern auch für CO2-Messungen ein Testverfahren entwickelt wird, das die Emissionen im realen Fahrtbetrieb misst (die bisher laut Regierung „nicht Inhalt der europäischen Typgenehmigungsvorschriften“ sind). Das geht aus ihrer Antwort (18/13450) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (18/13170) hervor.


Dieselgipfel mit Kommunen sollte für saubere Luft sorgen – „missglückter Harmonieversuch“ (Spiegel)

Der Bund unterstützt die Kommunen bei der Umsetzung von Verkehrskonzepten und der Umrüstung des öffentlichen Nahverkehrs mit weiteren 500 Millionen Euro, melden Bundesregierung in einer Medienmitteilung als Ergebnis des Treffens von Vertretern der Länder und Kommunen zur Luftreinhaltung im Kanzleramt. SPD-Vizekanzler Gabriel fordert die Autobranche auf, sich an der Aufstockung zu beteiligen. Doch „Fahrverbote drohen noch immer und die Autoindustrie zieht nicht ohne Weiteres mit“ – so das Nachrichtenmagazin Spiegel.

Wissmann vor Ablösung?


Autobosse wollen angeblich VDA-Präsidenten stürzen

„Die Revolution frisst ihre Kinder“ – dem Klassiker der französischen Revolution folgend fordert der Dieselskandal sein erstes Opfer: ausgerechnet den VDA-Präsidenten. Nach mehr als zehn Jahren an der Spitze des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) steht Matthias Wissmann offenbar vor der Ablösung, wie das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) „aus Industriekreisen“ erfahren haben will. Der Ex-Minister hatte sich zu empört gezeigt. Das soll ihm angeblich vor allem Daimler-Chef Zetsche übelgenommen haben. Die Stuttgarter Zeitung zweifelt daran.


Ohne Hardware-Nachbesserung bei Diesel-Pkw keine saubere Luft – Hendricks und Krautzberger: „Umtauschprämie nur für saubere einsetzen“

Das Umweltbundesamt hat in Szenarien berechnet, wie sich die am 02.08.2017 beim Dieselforum beschlossenen Software-Updates und die Umtauschprämien auf zwei beispielhaft gewählte Messstellen auswirken. Sie führen laut einer gemeinsamen Medienmitteilung von UBA und BMUB zu einer Senkung der NO2-Belastung in den deutschen Städten von lediglich maximal sechs Prozent. Das BMVI widersprach prompt: Es seien Verkehrsbeschleunigungsmaßnahmen beschlossen worden. Der VDA reagierte trotzig-uneinsichtig.


Entscheidung zwischen Soft- und Hardware

Am Tag vor dem Diesel-Gipfel am 02.08.2017 im BMVI sah der Berliner Tagesspiegel „die Bundesregierung in der Sackgasse“, denn die Ministerien waren uneins über die zu stellenden Forderungen an die Autoindustrie. Die Grünen schlugen eine „Zukunftskommission“ unter Vorsitz von Klaus Töpfer vor. VW, Daimler, BMW, Opel und Co sollten darlegen, wie sie Diesel-Motoren nachrüsten wollen, dass sie weniger gesundheitsgefährdende Abgase ausstoßen. Die Bundesregierung tat sich aber offensichtlich schwer mit gemeinsamen Forderungen an die Adresse der Konzerne. Umweltverbände blieben ausgesperrt.


Greenpeace-Aktivisten demonstrierten an Verkehrsministerium für mehr Gesundheitsschutz

Für besseren Schutz der Gesundheit vor Dieselabgasen demonstrierten Greenpeace-Aktivisten am 31.07.2017 vor Tagesanbruch am Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur von Alexander Dobrindt (CSU) in Berlin: Sie projizierten mit ein Meter großen Leuchtzeichen die Zahl der vorzeitigen Todesfälle durch Stickoxide (NOx) seit Bekanntwerden des Abgasskandals an die Fassade des BMVI.


BUND: Verdacht auf vorsätzliche Luftverunreinigung

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat am 28.07.2017 bei den Staatsanwaltschaften der Städte Berlin, Stuttgart, München und Hamburg Strafanzeigen wegen des Verdachts der vorsätzlichen Luftverunreinigung durch Stickoxid-Emissionen aus Diesel-Fahrzeugen erstattet. Sie richten sich gegen die leitenden Mitarbeiter von Volkswagen, Porsche, Audi, Daimler und gegebenenfalls auch BMW. Der BUND sieht den Tatbestand der „Freisetzung von Schadstoffen unter Verletzung verwaltungsrechtlicher Pflichten“ erfüllt.


Abgasmanipulation

Bundesverkehrsminister Dobrindt hat ein Zulassungsverbot für bestimmte Porsche Cayenne verfügt. Denn in den Kfz seien unzulässige Abschalteinrichtungen für die Reinigung von Abgasen verbaut. Die Kosten für die nötigen Rückrufe muss Porsche tragen – so eine Medienmitteilung aus Berlin.

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