SOLARIFY

Archiv: Abgasskandal


Verantwortung für Dieselkrise” – Volkswagen will Bußgeld akzeptieren

Als Konsequenz des Abgasskandals hat die Staatsanwaltschaft Braunschweig gegen die Volkswagen AG einen Bußgeldbescheid von einer Milliarde Euro erlassen. VW akzeptiert die Geldbuße, damit ein laufendes Verfahren beendet werden kann. Solarify dokumentiert entsprechende Medienmitteilungen von Staatsanwalt und der bußfertigen VW AG – und stellt eine Frage.


Audi-Stadlers Wohnung durchsucht – BDI kritisiert offen Verhalten der Autobauer

Daimler muss vielen Medienberichten zufolge 230.000 Autos zurückrufen: Die Regierung zwingt den Daimler-Konzern zum Rückruf von Fahrzeugen mit illegaler Abgasabschalteinrichtung. Insgesamt seien in Europa sogar 774.000 Fahrzeuge betroffen. Das erklärte Verkehrsminister Andreas Scheuer am 11.06.2018 nach seinem zweiten Treffen mit Daimler-Chef Dieter Zetsche. Betroffen seien neben dem Vito auch die Modelle GLC 220d und C 220d. Daimler will kooperieren, aber zugleich gegen den Rückruf Widerspruch einlegen.


Ein Frage- und Antwort-Spiel über Zetsches Zitierung

In der Regierungspressekonferenz wurden die Sprecherin von Bundesverkehrsminister Scheuer, Svenja Friedrich, und ihr Kollege Stephan Gabriel Haufe (BMU) am 28.05.2018 in ein Frage- und Antwort-Spiel verwickelt. Thema: Die Zitierung des Mercedes-Vorstandsvorsitzenden aufgrund von Betrugsvorwürfen ins BMVI und der regierungsinterne Streit um die Nachbesserungen.


Scheuer bestellt Zetsche ein

Der Nachrichtensender n-tv berichtet auf seiner Webseite: “Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) knöpft sich nun auch Daimler vor. Der Autobauer soll beim Transporter-Modell Vito eine illegale Abschalteinrichtung bei der Abgasreinigung verwendet haben. Daimler will diesen Vorwurf nicht auf sich sitzen lassen.” Und Spiegel-Online: “Der Manipulationsverdacht des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) gegen Daimler hat nun Folgen.”


Bosch präsentiert sauberen Diesel

Während viele den Dieselmotor bereits als Auslaufmodell sehen, sagt Bosch jetzt: Wir haben den Diesel sauber bekommen – zumindest, was die Stickoxide angeht. Was steckt dahinter? „Der Diesel hat Zukunft. Heute wollen wir die Debatte um das Ende des Diesels endgültig ad acta legen.“ Mit diesen markigen Worten verkündete Bosch-Chef Volkmar Denner am 25.04.2018 bei der Bilanzvorlage des Unternehmens einen entscheidenden Durchbruch in der Diesel-Technik. Die neuen Bosch-Entwicklungen können die Hersteller einer Medienmitteilung zufolge dabei unterstützen, die Stickoxid-Emissionen von Fahrzeugen so drastisch zu senken, dass sie schon heute künftige Grenzwerte einhalten.


“Kapitulation vor der Autoindustrie” – Polizeigewerkschaft: Fahrverbote nicht zu kontrollieren

Informationen des Bayerischen Rundfunks und der Süddeutschen Zeitung zufolge will eine Expertenkommission des Verkehrsministeriums (BMVI) die nötigen Hardware-Nachrüstungen älterer Diesel-Motoren mit Steuergeldern fördern. In einem den beiden Medien vorliegenden Kommissionspapier heißt es, das Kraftfahrtbundesamt könne die Autobauer nur zu einer solchen Maßnahme verpflichten (obwohl sie die Verantwortlichen sind), “sofern das Vorhandensein einer unzulässigen Abschalteinrichtung hinreichend nachgewiesen ist”. Deswegen überlegen die Experten jetzt, ob “öffentliche Mittel” eingesetzt werden können. “Umweltpolitiker sind entsetzt. Dem nationalen Diesel-Gipfel droht der nächste Eklat,” so die SZ.

Abgasversuche auch an Menschen


Autokonzerne verbrämten zynische Lobbyarbeit wissenschaftlich

Einem Bericht der Stuttgarter Zeitung zufolge hat der von großen Autmobilunternehmen finanzierte Verein “Europäische Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor” (EUGT, 2007-2017) neben den Experimenten mit Affen (siehe: solarify.eu/nyt-zu-tricks-der-diesel-leugner-autoindustrie-hat-ruf-ruiniert) auch einen Versuch an Menschen finanziert. Daimler ging inzwischen voll auf Distanz, Volkswagen teilweise – von BMW und Bosch fehlen Stellungnahmen.


10 Affen und ein Käfer: Aus dem Inneren der VW-Kampagne pro ‘Clean Diesel'”

Volkswagen hat sich im Rahmen des globalen Emissionsskandals bereits des in den Vereinigten Staaten begangenen Betrugs und der Verabredung dazu (“federal fraud and conspiracy”) für schuldig bekannt, und mehr als 26 Milliarden Dollar (€ 21 Mrd.) Bußgelder gezahlt. VW gab zu, Software installiert zu haben (siehe zahlreiche Berichte auf Solarify), um die Abgastests zu täuschen. Aber VW und andere europäische Autohersteller waren darüber hinaus auch an langen, gut finanzierten Aktivitäten beteiligt, akademische Forschung zu produzieren, von der sie hofften, dass sie die politische Debatte beeinflussen und die Steuerprivilegien für Dieselkraftstoff erhalten würde. Ein Bericht von Wirtschaftskorrespondent Jack Ewing, Frankfurt, in der New York Times (25.01.2018) und weitere Informationen.


Handfeste ökonomische Motive

Der VW-Boss nahm den Zug. Von Hannover nach Berlin sei “die Bahn das beste Verkehrsmittel” – dass sie auch das umweltfreundlichste ist, verschwieg er. Der bisher beinharte Diesel-Verteidiger überraschte im Handelsblatt mit einem unerwarteten Vorstoß: Das Dieselprivileg könne fallen, allerdings “schrittweise”- Überschrift: „Dieser Wahnsinn ist vorbei“. Immerhin hat die Regierung seit der Wiedervereinigung dank des billigeren Diesel 160 Milliarden Euro weniger an Steuern eingenommen. Dabei ist schon lange klar, dass Selbstzünder mitnichten umweltfreundlicher sind als Benziner.


Deutsche Umwelthilfe fordert Ende für Fahrzeuge mit hohem CO2– bzw. Stickoxid-Ausstoß

Die Umtausch- bzw. „Umweltprämie“ belohnt besonders den Kauf großer Diesel-SUVs und spritschluckender Pkw. Einer DUH-Medienmitteilung vom 20.09.2017 zufolge zeigen Abgasmessungen an mit „Umweltprämien“ beworbenen Pkw-Modellen bis zu 13-fach höhere Stickoxid-Emissionen auf der Straße als im Prüflabor erlaubt. Kein einziger der aktuell mit Umtausch- bzw. „Umweltprämie“ beworbenen Diesel-Pkw erfülle die aktuelle Abgasnorm Euro 6d.

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