Orinoco-Savanne: Bäume als Regenmacher in der Steppe

Vor eineinhalb Jahren beschrieb im ithaka-journal ein Artikel anschaulich eine Möglichkeit beschrieb, wie in Kolumbien der Steppe das Land zurück gewonnen und wieder fruchtbar gemacht wurde. „Noch vor 25 Jahren herrschte trostlose Steppe im kolumbianischen Las Gaviotas“, so die Autoren Haiko Pieplow und Ute Scheub: „Heute wachsen wieder Waldgärten auf über 8000 ha, und mit dem Wald kehrte auch der Regen zurück. So ernährt der Wald bereits über 200 Familien, die neben veredelten Produkten aus den Waldgärten inzwischen sogar Trinkwasser in die Hauptstadt verkaufen.“

Der Verlust der Wälder habe Auswirkungen auf unseren gesamten Planeten, heißt es in dem Artikel weiter. Das gesamte Klima hänge entscheidend von der Existenz der Wälder und von ihrem Einfluss auf den Wasser- und den Kohlenstoffkreislauf ab. „Die Wälder speichern jedoch nicht nur große Mengen an Kohlenstoff, sie bieten auch Nahrung, Energie, Baumaterial und Lebensraum. Sie stabilisieren das Wetter und die Verteilung der Niederschläge. Die Verdunstung der Bäume gleicht Temperaturschwankungen aus. Die Wälder sind unendlich viel wertvoller als das bloße Holz ihrer Stämme oder der Boden auf dem sie stehen. Wo die Wälder vernichtet werden, verlieren auch die Menschen ihre Lebensgrundlagen.“

Brennender Regenwald südlich von Boavista /Roraima/Brasilien) – Foto © ho (1991)

Als Beispiel nennen de Autoren Las Gaviotas in der Orinoco-Savanne im Osten Kolumbiens. Dort haben vor zwei Jahrhunderten aus Europa kommende Siedler den Regenwald für die Rinderzucht abgeholzt und die Ureinwohner vertrieben: Überweidet und ohne den Schutz der Bäume wurde die fruchtbare Oberbodenschicht rasch abgeschwemmt und verweht. Der Boden verarmte und lag bald ungeschützt unter der Äquatorsonne. Wo einst Regenwald die Heimat unzähliger Tier- und Pflanzenarten war, konnte niemand mehr überleben. Die Region wandelte sich zu menschenleerer Ödnis. Der Boden schien nichts mehr wert zu sein.“

Bäume für den Regen

Heute könne man in Las Gaviotas sehen, dass es „möglich ist, eine vom Menschen verwüstete Region mit Hilfe der Natur wieder in einen wirtschaftlich ertragreichen Regenwald umzuwandeln“. Als der Kolumbianer Paolo Lugari 1984 mit der Vision nach Las Gaviotas gekommen sei, aus heruntergewirtschaftetem Land wieder eine lebenswerte Gegend zu machen, hielten ihn viele für einen Träumer. Zehn Jahre später waren bereits 5.000 Hektar aufgeforstet, 2010 waren es schon 8.000. Weitere 45.000 ha seien bereits von der Regierung an die Initiative übergeben worden. 6,3 Millionen Hektar des dagradierten Landes könnten folgen und wieder Waldgärten werden. Das entspricht immerhin der Fläche der Benelux-Staaten. „Für die meisten etablierten Wissenschaftler war das ein Ding der Unmöglichkeit…“
->Quelle und ganzen Artikel lesen: ithaka-journal.net