Strategie der EU-Kommission zu erneuerbaren Energien: Echos

Altmaier nennt neue Erneuerbare-Energien-Strategie der EU „wichtiges Signal“

Bundesumweltminister Peter Altmaier hat die Strategie der EU-Kommission zu erneuerbaren Energien für die Zeit nach 2020 begrüßt: „Die Kommission setzt ein wichtiges erstes Signal, rechtzeitig für Investitionen und verlässliche Rahmenbedingungen auch über das Jahr 2020 hinaus zu sorgen.“ Altmaier betonte, Europa werde seine Klimaziele nur erreichen, wenn alle Mitgliedstaaten den Ausbau der erneuerbaren Energien deutlich voranbrächten. „Der im Dezember veröffentlichte EU-Energiefahrplan bis 2050 zeigt, dass wir EU-weit einen Anteil der erneuerbaren Energien von mindestens 30 Prozent erreichen müssen, egal auf welchen Energiemix die einzelnen Mitgliedstaaten im Übrigen setzen. Damit die verschiedenen Ansätze der Energiepolitik in Europa besser ineinander greifen, sollten wir diese Zielmarke in Europa möglichst gemeinsam und abgestimmt anstreben“.
Wichtig sei das Zusammenspiel zwischen EU-Ebene und nationalen Fördersystemen. „Für das Gelingen der Energiewende in Deutschland ist entscheidend, dass die europäische und nationale Ebene reibungslos Hand in Hand arbeiten. Deshalb ist es richtig, dass die Kommission auf eine bessere Koordinierung der Förderpolitiken der Mitgliedstaaten sowie auf eine verbesserte Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten setzen will. Dabei ist es jedoch wichtig, dass die Mitgliedstaaten die Förderung effizient an ihren jeweiligen nationalen Potentialen und Entwicklungen ausrichten können. Das wäre bei einem harmonisierten EU-weit einheitlichen Fördersystem nicht mehr möglich“. Am Ende werde es darauf ankommen, dass wir dieses Zusammenspiel im europäischen Kontext optimierten, so Altmaier.

BDEW: Lösungsvorschläge fehlen

Hildegard Müller, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) sah “ wichtige Akzente für einen erfolgreichen europaweiten Ausbau der Erneuerbaren Energien – allerdings ohne konkrete Lösungsvorschläge für die benannten Problemfelder“. Der BDEW unterstütze die Kommission darin, für mehr Effizienz und Konvergenz der Fördermechanismen für erneuerbare Energien in Europa zu sorgen. „Langfristig ist aus unserer Sicht eine europaweite Anpassung der Fördersysteme für erneuerbare Energien notwendig. Das Ziel muss sein: Weg von der spezifischen Förderung einzelner Technologien, hin zur kosteneffizienten Erschließung der Potenziale an sinnvollen Standorten“, sagte Hildegard Müller in Berlin.Die Europäische Kommission betont in ihrer Mitteilung darüber hinaus die Notwendigkeit des EU-weiten Ausbaus der Netzinfrastruktur. Zugleich misst sie dem Ausbau der Verteilnetze aufgrund des starken Zubaus von Anlagen zur Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien hohe Bedeutung bei. „Diesen Bedarf verdeutlichen auch folgende Zahlen: In der BDEW-Verteilnetzstudie haben die Gutachter bei 66.000 Megawatt installierter Leistung im Jahr 2020 einen Ausbaubedarf im Verteilnetzbereich von 195.000 Kilometern und einem resultierenden Investitionsbedarf von rund 13 Milliarden Euro ermittelt“ erläuterte Müller.
Der Entwicklung von Speichertechnologien im Rahmen der europäischen Forschungsaktivitäten räumt die Europäische Kommission ebenfalls richtigerweise Priorität ein. „Wir brauchen zusätzliche Speicherkapazitäten und neue Speichertechnologien, ohne die es nicht gelingen wird, den wachsenden Anteil der stark wetterabhängigen Einspeisung von Ökostrom sicher in das Energieversorgungssystem Deutschlands zu integrieren“, so die Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung.

EWEA: Drei Millionen neue Jobs

Starkes Wachstum der erneuerbaren Energieträger bis 2030 könne „mehr als 3 Millionen Arbeitsplätze schaffen“, und die Fortsetzung eines EU-weiten Rahmen für erneuerbare Energie über 2020 hinaus werde bis 2030 Wachstum sichern. Und: „Die EU-Wirtschaft könnte bis 2050 zwischen 518 und 550 Milliarden Euro bei den Ausgaben für die Einfuhr fossiler Brennstoffe sparen“, sagte Stephane Bourgeois, Head of Regulatory Affairs der European Wind Energy Association (EWEA) in Brüssel. „Ein rechtlich verbindliches Ziel für erneuerbare Energien für das Jahr 2030 ist entscheidend, wenn wir die Führungsrolle Europas bei der Windenergie fördern wollen, und insbesondere bei Offshore-Windenergie“. Die EWEA unterstütze ebenfalls die Kritik der EU-Kommission an den jüngsten abrupten Veränderungen der Förderungs-Mechanismen für erneuerbare Energien in mehreren EU-Mitgliedstaaten:. „Rückwirkende Änderungen der Fördermechanismen untergraben das Vertrauen der Anleger in die Branche und könnten die 20-20-Ziele für erneuerbare Energien gefährden. Wir teilen die Bedenken der Kommission, aber die Kommission selbst muss nun alle rechtlichen Mittel ergreifen, dies zu verhindern „, sagte Bourgeois.

Wüstenstrom-Initiative Dii lobt

Die Dii GmbH begrüßt in einer Erklärung auf ihrer Internetseite, dass die Europäische Kommission ihre Unterstützung der erneuerbaren Energien über die Grenzen der EU zum Ausdruck bringe und ausdrücklich die Zusammenarbeit mit dem südlichen Mittelmeerraum unterstreiche. „Ehrgeizige Zielvorgaben für erneuerbare Energien sind der Schlüssel bei der Definition der Nach-2020-Erneuerbaren-Strategie einschließlich einer intensiven Zusammenarbeit mit Nordafrika und dem Nahen Osten. Wir ermutigen die Europäische Kommission, die Nutzung von Mechanismen der Zusammenarbeit mit Drittländern zu erleichtern und konkrete Schritte zu tun, um die Rechtsunsicherheit zu mildern“, heißt es in der Erklärung. 08.06.2012

->Quelle(n): BMU, BDEW, EWEA, Dii