Klimaskeptiker machen auf seriös

Abmahnung von der FTC

Readfearn: “Die Federal Trade Commission der US-Regierung hat Betrugsvorwürfe gegen einen der weltweit größten Open Access-Verlage, Omics International, erhoben. Sie wirft der in Hyderabad ansässigen Omics Group vor, unter den mehr als 700 von ihr herausgegebenen OA-Zeitschriften und den 3.000 von ihr organisierten ‘Konferenzen’ betrügerische Marketingpraktiken zu betreiben, so vor allem, keine echte Peer Review durchzuführen, die Namen von Akademikern ohne deren Zustimmung und andere Namen von Akademikern zu verwenden, um Konferenzen zu fördern, wenn diese nicht dort auftreten wollten. Omics hat alle Vorwürfe zurückgewiesen. Omics hat allerdings auch einen Klimaleugner als Chefredakteur der Zeitschrift Environment Pollution and Climate Change eingestellt, der eine Handvoll merkwürdiger Papiere veröffentlichte, in denen behauptet wurde, dass der Klimawandel nicht vom Menschen verursacht wurde. Prof. Steven Sherwood, Direktor des University of New South Wales Climate Change Research Centre, bezeichnete einen der Beiträge als ‘lächerlich'”.

[note Fake-Konferenzen – Omics und die mit ihr verbundenen Unternehmen organisieren jährlich Hunderte von Meetings und Konferenzen. Mörner habe es geschafft, im Oktober 2017 über Omics ein Treffen in Rom zu organisieren und das Programm dann mit anderen Klimaleugnern zu bestücken. Eine E-Mail, die von der Omics Company ConferenceSeries LLC an mehrere australische Klimaforscher geschickt wurde, sollte sie dazu verleiten, an der Konferenz in Rom teilzunehmen. In einem auf YouTube geposteten Interview sagte Mörner, die Konferenz sei ein großer Erfolg gewesen und brachte seine Freude darüber zum Ausdruck, Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler den Ansichten von Klimaleugnern aussetzen zu können. “Alle sind glücklich gegangen”, sagte er. Prof. Joseph Tomain, ein Juraprofessor an der Universität von Cincinatti, war nicht glücklich. Er ging kurz nach der ersten Teepause. Tomain war der zweite Redner des Treffens, aber er gab später zu, dass er die Anmeldedaten der Organisatoren sorgfältiger hätte prüfen müssen, bevor er einer Reise zustimmte. “Ich war entsetzt über den ersten Redner, der in der Tat ein Klimaverweigerer war, sehr zu meiner Überraschung”, mailte Tomain an Readfearn: “In der Pause sprach ich mit anderen Teilnehmern, die sich eindeutig im selben Lager befanden. Ehrlich gesagt, es war nicht meine Sache, und nach dieser Pause entschied ich mich, Rom zu genießen, anstatt in einem Holiday Inn am Stadtrand zu bleiben”. John Hunter, ein Meeresspiegelexperte an der Universität von Tasmanien, erzählte Readfearn, dass es in der Wissenschaft ein “systemisches Problem” gebe, bei dem jüngere Wissenschaftler dazu gedrängt würden, mehr Arbeiten zu veröffentlichen, die “die Standards der eingereichten Arbeiten gesenkt” hätten.]

Eine wahre Explosion von Online-Zeitschriften und die Möglichkeit, gedruckte Zeitschriften weitaus billiger als bisher zu veröffentlichen, habe allerdings nicht nur gute Zeitschriften hervorgebracht, sondern auch dazu geführt, dass es immer mehr Raubtier- und Eitelkeits-(“Vanity-“)Zeitschriften mit schlechten Beurteilungsstandards gebe. Jetzt kann jedermann Alles und Jedes in einem Journal mit einem Namen veröffentlichen, der offiziell klingt, aber tatsächlich keine der Checks and Balances legitimer Zeitschriften bietet.

So kann sogar ein Artikel mit dem Titel Get Me Off Your Fucking Mailing List für die Veröffentlichung im International Journal of Advanced Computer Technology akzeptiert werden. Ebenso können auch Papiere, welche die etablierte wissenschaftliche Verbindung zwischen der Verbrennung fossiler Brennstoffe und dem gefährlichen Klimawandel ablehnen, in einer “internationalen” und “peer-reviewed” Zeitschrift veröffentlicht werden.

->Quellen: