A-Nord, Ultranet, SuedLink und SuedOstLink – vier Namen, die für die Energiewende entscheidend sind. Nach jahrelangen Planungen sind alle vier Stromautobahnen komplett genehmigt. Künftig wird Windenergie aus dem Norden dorthin fließen, wo sie gebraucht wird: in die Industriezentren und Großstädte des Südens.

ElbX unter der Elbe: Der Tunnel ist ein Bauabschnitt von SuedLink, einer der vier großen Stromtrassen der Energiewende. Foto: TenneT
Die Bundesnetzagentur hat am 2. Januar 2026 die Bilanz des Netzausbaus für das Jahr 2025 veröffentlicht. Was sich da drin ebenfalls finden lässt: Erstmals wurden für alle vier großen Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitungen (HGÜ) die letzten Genehmigungen erteilt. Damit kommt ein jahrzehntelanger Planungsprozess zu einem Ende. Jetzt läuft die Bauphase. Die vier Projekte werden das Rückgrat der künftigen Stromversorgung bilden. SuedLink beispielsweise führt über rund 700 Kilometer von Schleswig-Holstein und Niedersachsen nach Baden-Württemberg und Bayern. SuedOstLink erstreckt sich über rund 540 Kilometer von Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt nach Bayern. A-Nord bringt Windstrom aus Emden nach Nordrhein-Westfalen und Ultranet verbindet Baden-Württemberg mit dem Ruhrgebiet.
Alle vier Trassen werden unteridisch verlegt, was eine technische und planerische Herausforderung darstellt. Zusammen schaffen die vier Verbindungen eine Transportkapazität von zwölf Gigawatt. Das entspricht der Leistung mehrerer großer Kraftwerke. Die Bundesnetzagentur rechnet vor: Allein SuedLink kann mit vier Gigawatt rund zehn Millionen Haushalte versorgen. Überwiegend wird Windenergie aus dem windreichen Norden in die Industrie- und Ballungsräume im Süden und Westen Deutschlands transportiert.
Der Fortschritt ist spürbar: Im vergangenen Jahr wurden fast doppelt so viele Leitungen genehmigt wie im Jahr davor. Mehr Personal bei den Behörden, klarere gesetzliche Vorgaben – das Netzausbaubeschleunigungsgesetz zeigt Wirkung. Die lange Phase stockender Verfahren scheint überwunden. Knapp die Hälfte der geplanten Stromleitungen ist mittlerweile genehmigt oder im Bau. Der Rest steckt in Genehmigungsverfahren. Noch ist also Arbeit zu leisten, aber die Dynamik hat sich gedreht.Die vier Stromautobahnen gehen gestaffelt ans Netz. Ultranet soll noch dieses Jahr Strom transportieren, A-Nord folgt 2027. SuedLink und SuedOstLink sind für 2028 geplant. Ursprünglich war alles früher geplant – die Verzögerungen summieren sich auf Jahre. Gründe gibt es viele: Genehmigungsverfahren dauerten länger als gedacht, Anwohner legten Einsprüche ein, Materialpreise stiegen, Tiefbaufirmen fanden zu wenig Personal. Auch die Kosten sind höher als anfangs kalkuliert.
Der Netzausbau bleibt eine zentrale Herausforderung. Ohne leistungsfähige Übertragungsleitungen verpufft Windkraft im Norden, während im Süden fossile Kraftwerke einspringen müssen. Die Genehmigung der vier Stromautobahnen beseitigt einen Engpass. Ob die Bauarbeiten nach Plan verlaufen, wird sich zeigen. Die Rahmenbedingungen sind jedenfalls gesetzt.
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