Tremi: Milchalternative aus Brauerei Reststoff

Drei Absolventinnen der TU München haben aus einem Brauerei-Rest ein Getränk entwickelt. Ihre Milchalternative aus Biertreber kommt jetzt in die ersten bayerischen Cafés.

v.l.n.r.: Nathalie Stellwag, Denise Ilogu, Marina Hijano MorenoPhoto by Circular grain

Drei Frauen veredeln einen Brauerei-Rest: Circular Grain macht aus Biertreber die Milchalternative Tremi. Foto: Circular grain

In Deutschland fällt jeden Tag eine Menge von rund 4.000 Tonnen Biertreber an. Dabei handelt es sich um eine feuchte, faserige Masse aus ausgelaugtem Getreide. Über das Jahr gerechnet sind das 1,5 bis 2 Millionen Tonnen. Beim Bierbrauen werden dem Getreide die Zucker entzogen, sodass die übrigbleibende Masse viel Eiweiß und Ballaststoffe, aber wenig Zucker enthält. Das eignet sich als Basis für ein Getränk.

Einen Drink macht daraus das Start-up Circular Grain. Das Produkt Tremi ist in den Varianten „Original“, „Barista“ und „Cacao“ erhältlich. Hinter der Firma stecken Nathalie Stellwag, Marina Hijano Moreno und Denise Ilogu, die aus einem Studienprojekt an der Technischen Universität München ein Unternehmen gemacht haben. Nach zwei Jahren Entwicklung, über 250 Rezepturen und 1.500 Verkostungen ist ein marktreifes Getränk entstanden. Nach eigenen Angaben enthält Tremi dreimal so viel Eiweiß und deutlich weniger Zucker als herkömmliche Hafermilch. Das Team hat rund 500.000 Euro aus Fördermitteln und privaten Investments eingesammelt.

„Wir nutzen Ressourcen, die bereits vorhanden sind“, sagt Mitgründerin Hijano Moreno. Der Kreislaufgedanke trägt, verlangt aber eine ehrliche Einordnung. Biertreber ist kein Abfall, der in der Tonne endet, sondern ein etablierter Rohstoff, der überwiegend als Viehfutter dient und teils auch kompostiert oder vergoren wird. Tremi „rettet“ also keinen Müll, sondern veredelt einen Reststoff vom Futtertrog zum Frühstückstisch. Der Gewinn liegt nicht darin, eine Deponie zu vermeiden, sondern darin, dass aus demselben Getreide zusätzlich ein Lebensmittel entsteht, ohne dass dafür neue Anbauflächen benötigt werden oder Importe erforderlich sind. Eine echte Konkurrenz zum Futtermarkt entsteht vorerst nicht . Dafür sind die Mengen, die in Getränke wandern könnten, viel zu klein.

Der Start beschränkt sich auf einzelne Cafés, Läden und Verkostungen in und um München. Dem steht ein Markt gegenüber, den Hafer-, Soja- und Mandeldrinks längst besetzen, der zuletzt aber eher gesättigt war. Ob ein Getränk aus Brauerei-Resten darin seinen Platz findet, wird sich zeigen. Überzeugen müssen dann Geschmack und Preis, nicht der Entstehungshintergrund allein.

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