Roboter reparieren Hausgeräte: Repartly gegen E-Schrott

Wenn in der Waschmaschine die Elektronik streikt, wandert oft das ganze Gerät in den Schrott. Dabei ist meist nur eine Platine defekt. Ein Unternehmen aus Rietberg repariert sie nun mithilfe von Robotern.

Zwei Roboterarme an Repartlys Station: Sie helfen, defekte Platinen instand zu setzen, damit nicht das ganze Hausgerät im Schrott landet. Foto: Repartly

Repartly repariert die Leiterplatte, auch wenn nur ein kleines Bauteil defekt ist. Anstatt die gesamte Platine auszutauschen, werden gezielt die defekten Stellen ersetzt, etwa bei einem durchgebrannten Kondensator. Das nennt sich „Reparatur als Dienstleistung”. Fachhändler, Hersteller oder Endkunden schicken die defekte Baugruppe ein. Repartly setzt sie instand und schickt sie zurück. Der Einbau erfolgt dann wieder vor Ort.

Bislang lief das von Hand: Eine Leiterplatte aufzuarbeiten dauert im Schnitt rund 20 Minuten. Neu ist, dass drei kollaborative Roboter des Herstellers ABB dabei helfen. Sie halbieren diese Zeit und sollen den Vorgang skalierbar machen. Noch läuft der Einsatz aber im Prototypbetrieb. Auf der IFA in Berlin führte das Unternehmen Anfang September einen solchen Roboter bei der Live-Reparatur vor. Instand gesetzt werden Waschmaschinen, Trockner und Geschirrspüler von Miele, Bosch, Siemens und AEG.
Hinter Repartly stehen drei ehemalige Miele-Mitarbeiter, darunter Geschäftsführer Lennart Osthoff. Sie gründeten das Unternehmen im Jahr 2021, wenige hundert Meter vom früheren Arbeitgeber entfernt. Seither haben sie nach eigenen Angaben über 30.000 Markengeräte wieder instand gesetzt.

Eine Umfrage, die Repartly beim Institut YouGov in Auftrag gab (rund 2000 Befragte, Mai 2026), zeigt, dass es nicht am Reparaturwillen fehlt. Vier von fünf Deutschen haben schon einmal selbst repariert oder es versucht, doch fast drei Viertel sind dabei gescheitert. In den meisten Fällen aufgrund zu hoher Kosten. Reparaturen lohnen sich nur, wenn sie schnell und bezahlbar sind. Wird die Platine repariert, statt das Gerät zu ersetzen, bleibt der weitaus größte Teil des verbauten Metalls, Kunststoffs und der Elektronik im Umlauf.
Rückenwind kommt vom Gesetzgeber: Seit Juli gilt in Deutschland das Recht auf Reparatur, das Hersteller unter anderem zu Ersatzteilen zu angemessenen Preisen verpflichtet. Die Umfrage zeigt jedoch, dass nur wenige von diesem Recht wissen: 46 Prozent der Befragten kennen diesen Anspruch gar nicht. Ein Recht auf Reparatur nützt jedoch wenig, wenn keine Werkstatt diese günstig genug anbietet.

„Den Preiskampf werden weder Fachhändler noch europäische Premium-Hersteller gewinnen“, sagt Osthoff. Sein Ansatz ist deshalb nicht der billigere Preis, sondern die Reparatur als Service. Der Roboter soll das möglich machen, indem er die Kosten je Platine senkt. Noch ist das kein Massenverfahren, der Roboter-Einsatz bleibt vorerst ein Prototyp. Es wird daran gearbeitet, das Reparieren zu einer echten Alternative zum Neugerät zu machen.

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