Vattenfall will CO2-Ausstoß in Berlin halbieren

Wärmespeicher am Kraftwerk Reuter: Baubeginn 2014 – Inbetriebnahme 2016

„Mindestens halbieren“ will das Energieunternehmen Vattenfall den CO2-Ausstoß in der Hauptsdtadt bis 2020 im Vergleich zu 1990. Eine Maßnahme dazu: Der Bau eines Fernwärmespeichers am Spandauer Standort Reuter West. Voraussichtlich ab 2016 soll der Speicher im Berliner Nordwesten installiert sein und den CO2-Ausstoß in Vattenfalls Berliner Anlagenverbund um knapp 100.000 Tonnen pro Jahr senken – so die Planungen von Vattenfall, noch Berlins größter Energieversorger.

Damit entspreche das Speichervorhaben den Zielen der 2009 mit dem Senat Berlin unterzeichneten Klimaschutzvereinbarung. Darin verpflichte sich Vattenfall neben der Modernisierung des Kraftwerksparks zu einer Senkung der CO2-Emissionen und zu Maßnahmen für eine leichtere Integration erneuerbarer Energien in den Erzeugungsmix.

Fernwärmespeicher tragen bei

  • zu Intergration erneuerbarer Energien und
  • zu Erhöhung des Anteils an Kraft-Wärme-Kopplung

Das Prinzip von Wärmespeichern ist in Europa bereits seit den Sechzigerjahren bekannt und in mehreren deutschen Städten erfolgreich im Einsatz. Der aktuelle Zuwachs an regenerativen Energien im Erzeugungsmix steigert indes die Bedeutung von Wärmespeichern. Denn durch sie können Heizkraftwerke flexibel auf die schwankende Einspeisung von Strom aus Erneuerbaren reagieren.

Zudem fungiert der Wärmespeicher als Puffer, der den Anteil gleichzeitiger Erzeugung von Strom und Wärme, sogenannter Kraft-Wärme-Kopplung, steigert. Hierdurch wird die Brennstoffenergie optimal genutzt, was Energieressourcen schont und den CO2-Ausstoß reduziert.

Ein Fernwärmespeicher ist in der Regel ein zylindrischer Stahlbehälter. Darin wird frisch erwärmtes Fernheizwasser für eine spätere Wärmeversorgung gespeichert. Dass die Wärme im Tank auch über längere Zeiträume ohne größere Verluste erhalten bleibt, dafür sorgt eine dicke Dämmschicht um den Tank.
Energie speichern: Um den Speicher mit Wärme aufzuladen, wird heißes Fernheizwasser vom Heizkraftwerk in den oberen Teil des Tanks gepumpt. Kühleres Wasser im unteren Bereich fließt aus dem Tank Richtung Kraftwerk. Die Trennschicht zwischen warmem und kaltem Bereich sinkt.
Energie abgeben: Wird die Wärme benötigt, fließt sie aus dem oberen Teil ins Fernwärmenetz Richtung Verbraucher. Zugleich fließt kühleres, von den Verbrauchern kommendes Fernheizwasser in den unteren Teil des Tanks. Die Trennschicht bewegt sich nach oben.

Die Bauarbeiten für den Wärmespeicher und das dazugehörige Pumpenhaus auf dem Kraftwerksgelände Reuter West sollen Anfang 2014 beginnen. Die Inbetriebnahme folgt nach jetzigem Planungsstand Anfang 2016. Der Speicher soll rund 2,5 Millionen Kilowattstunden Fernwärme speichern können. Die Wärmemenge entspricht dem jährlichen Bedarf von rund 250 Berliner Haushalten. Laufen die Pumpen auf vollen Touren, gelangt die Speicherwärme innerhalb von 13 Stunden ins Berliner Fernwärmenetz.
->Quelle: vattenfall.de