UBA: Deutschlands CO2-Ausstoß sinkt deutlich

Landwirtschaft und im Verkehr gegenläufig

Die Treibhausgasemissionen in Deutschland sind laut Umweltbundesamt erstmals nach drei Jahren wieder gesunken: Die klimaschädlichen Ausstöße sanken 2014 um rund 41 Millionen Tonnen. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks spricht von einer Trendwende. In der Landwirtschaft und im Verkehr geht der Trend jedoch in eine ganz andere Richtung.

Deutschlands Kohlendioxid-Emissionen sind 2014 erstmals nach drei Jahren wieder gesunken. Die klimaschädlichen Ausstöße sanken um rund 41 Millionen Tonnen, was einem Rückgang um 4,3 Prozent im Vergleich zum Jahr 2013 entspricht. Das ergibt eine Auswertung des Umweltbundesamts (UBA) vom Dienstag. “Der Trend weist endlich wieder in die richtige Richtung”, erklärt Bundesumweltministerin Barbara Hendricks.

Insgesamt lagen die Treibhausgasemissionen durch Haushalte, Gewerbe, Industrie, Verkehr, Land- und Energiewirtschaft bei 912 Millionen Tonnen – dem niedrigsten Wert seit 2010. Das entspricht einer Minderung um 27 Prozent im Vergleich zum internationalen Referenzjahr 1990.

Die Bundesregierung rückt ihrem selbst gesteckten Ziel jedoch nur geringfügig näher. Bis 2020 will sie den CO2-Ausstoß um 40 Prozent senken. Im EU-Schnitt ist Deutschland jedoch schon jetzt Vorreiter: So peilt die Staatengemeinschaft bis 2020 eine Reduzierung von 20 Prozent an, bis 2030 dann von 40 Prozent.

Grund für die “Trendwende” ist laut Umweltbundesamt der außergewöhnlich milde Winter. Dadurch sei weniger geheizt und damit weniger fossile Brennstoffe verbraucht worden. Besonders stark ist der Rückgang bei Erdgas und Steinkohle: Der Einsatz von Erdgas verursachte 12,9 Prozent, der Einsatz von Steinkohle 8,2 Prozent geringere Kohlendioxidemissionen. Die durch Braunkohle verursachten Kohlendioxidemissionen gingen dagegen nur um 2,2 Prozent zurück.

In der Landwirtschaft und stiegen die Emissionen des Treibhausgases Lachgas (N2O) hingegen an. Grund dafür ist der erhöhten Einsatz an mineralischem Dünger. “Die immer noch steigenden Treibhausgasemissionen in der Landwirtschaft und vor allem im Verkehr weisen deutlich auf die vorhandenen Defizite hin”, so UBA-Präsidentin Maria Krautzberger. “Wir haben hier zusätzlichen Handlungsbedarf.” Im Verkehr stiegen die Emissionen um mehr als drei Prozent.

Auch die Braunkohleverstromung stelle den Klimaschutz vor Herausforderungen: Denn alleine hier fielen 175 Millionen Tonnen Kohlendioxid an – und das, obwohl der Anteil der erneuerbaren Energien kontinuierlich wächst. “Die Daten zeigen Handlungsbedarf.  Es ist besser, jetzt einen sanften, sozialverträglichen Strukturwandel einzuleiten, als später abrupte Brüche zu riskieren”, so Umweltministerin Hendricks.

Da Deutschland trotz aller Bemühungen sein 40-Prozent-Ziel bis 2020 zu verfehlen droht, hatte Hendricks den “Aktionsplan Klimaschutz” vorgelegt. Ein Kernstück ist die Drosselung der Emissionen in Kraftwerken. Der dafür zuständige Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel stößt mit seinen Plänen für eine Strafabgabe bei Überschreiten einer bestimmten Ausstoßgrenze jedoch auf Widerstand, vor allem aus ostdeutschen Braunkohle-Ländern.

Klimaschutz könne nur erfolgreich praktiziert werden, wenn dafür weltweit abgestimmt gehandelt wird, sagt Brandenburgs Ministerpräsident . “Ein Modell jedoch, das in Deutschland zigtausende Jobs vernichtet, wird international nicht kopiert werden”, so der SPD-Politiker.

Um die Emissionen der rund 500 fossilen Kraftwerke bis 2020 um zusätzliche 22 Millionen Tonnen CO2 zurückzufahren, sollen Betreiber von Kraftwerken, die älter als 20 Jahre sind, eine Abgabe zahlen.

->Quellen: