EnBW will Pleite-PROKON kaufen

PROKON ist Pionier in der Windkraftbranche

PROKON ist ein Pionier in der Erzeugung von Strom aus regenerativen Energiequellen in Deutschland. 1995 gegründet, fokussierte sich PROKON früh auf die Entwicklung und den Betrieb von Onshore-Windanlagen. Heute betreibt PROKON 54 Windparks in Deutschland und Polen mit 318 Windenergieanlagen und einer Gesamtkapazität von rund 537 MW. Mehr als 170 Windpark-Projekte mit einer möglichen Gesamtleistung von rund 4.200 MW befinden sich in Deutschland, Polen und Finnland in Planung. Besondere Kompetenz hat sich PROKON im Bereich der technischen Betriebsführung – der Überwachung, Instandhaltung und Reparatur von Windkraftanlagen – erarbeitet.

„Unabhängig von der zuletzt schwierigen finanziellen Situation waren PROKON und seine Mitarbeiter in den letzten Jahren entscheidend daran beteiligt, die Erneuerbaren Energien zu dem zu machen, was sie heute sind: Treiber und Motor einer Energieversorgung der Zukunft, die klimafreundlich und ressourcenschonend ist“, unterstrich Mastiaux.

Erneuerbare Energien tragende Säule für EnBW in Strategie 2020

Im Rahmen ihrer Strategie 2020 wird EnBW die Erneuerbaren Energien zu einer der tragenden Säulen des EnBW-Geschäfts ausbauen. Dazu sind in den kommenden Jahren rund 3,5 Milliarden Euro vorgesehen – das entspricht 50 Prozent der gesamten Investitionen für die Neuausrichtung des EnBW-Konzerns. Mastiaux: „Für PROKON und seine Mitarbeiter würde ein Zusammenschluss mit EnBW den Weg frei machen für einen erfolgreichen Neuanfang. Für EnBW wäre es ein wichtiger Schritt in unserer Neuausrichtung und für den Ausbau des Geschäfts mit Erneuerbaren Energien. Eine Zusammenlegung der Kräfte wird beide Unternehmen entscheidend weiterbringen.“

FAZ: „Es sieht gut aus für EnBW“

Stern und Focus übernahmen eine dpa-Schlagzeile: „Prokon-Kauf wäre Riesenschritt hin zur Energiewende“. Die FAZ titelte zwar: „Es sieht gut aus für EnBW“ Aber im Einleitungstext folgte: „Entschieden ist damit aber noch nichts.“ Allerdings: „EnBW will Prokon für rund eine halbe Milliarde Euro übernehmen – und kann sich Hoffnungen darauf machen, dass das klappt.“ Das letzte Wort hätten jedoch die fast 100.000 Gläubiger von Prokon Anfang Juli in Hamburg. Denn statt des Verkaufs an den Stromriesen könnten die rund 75.000 Inhaber von Prokon-Genussrechten der 54 Windparks in Deutschland und Polen mit einer installierten Gesamt-Leistung von 537 Megawatt die insolvente Firma auch in Eigenregie als Genossenschaft weiterführen.

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