Menü
SOLARIFY

SOLARIFY

Primäres Menü

Zum Inhalt springen
  • home
    • wir über uns
    • Circular Valley®
  • forschung
    • grundlagenforschung
    • energieforschung
    • batterieforschung
  • politik
    • energiepolitik
    • forschungspolitik
    • klimaschutz
    • nachhaltigkeit
  • wirtschaft
    • erneuerbare energien
    • fossile energieträger
  • umwelt
    • umweltpolitik
    • verbraucher
    • finanzethik
  • bibliothek
    • randnotizen
    • selbstgespräch
    • buchtipps
    • energie abc
    • links
Suchen
Start »Bibliothek»Kolumnen»

Veröffentlicht am24. Dezember 202010. Februar 2021Autorgh

Das Solarify-Team wünscht frohe Weihnachten und ein besseres neues Jahr als es 2020 in Bezug auf das Virus war!

KategorienKolumnen

Beitragsnavigation

← Vorheriger Vorheriger Beitrag: H2-Herstellung mit Licht und Farbstoffen
Nächster → Nächster Beitrag: AGEB: Energieverbrauch 2020 auf historischem Tief

– Energie für die Zukunft –

SOLARIFY, das unabhängige Informationsportal für Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft,
Erneuerbare Energien, Klimawandel und Energiewende.

Verwandte Themen

  • Verpackungssteuer: Eine Abgabe, die schrumpfen soll

    Potsdam hat eine Steuer eingeführt, die umso besser wirkt, je weniger sie einbringt. Ihr Ziel sind Einwegbecher. Im Streit zwischen Rathaus und Gastronomie fliegen die Zahlen hin und her. Seit dem 1. Oktober kostet jeder Einwegbecher und jede Essensschale in Potsdam 50 Cent Steuer, Einwegbesteck 20 Cent. Zahlen müssen Bäckereien, Imbisse und Cafés, die Speisen und Getränke zum Mitnehmen verkaufen. Ob sie den Betrag an ihre Kundschaft weitergeben, entscheiden sie selbst. Potsdam ist die erste Stadt in Brandenburg mit einer solchen Abgabe und nach Tübingen, Konstanz und Freiburg die vierte in Deutschland. Ab 2027 rechnet die Verwaltung mit Einnahmen von rund einer Million Euro im Jahr, die den Haushalt entlasten sollen. Die Steuer ist jedoch als Lenkungssteuer gedacht: Sie soll Einwegverpackungen so verteuern, dass sich Mehrwegverpackungen an der Theke lohnen. Je besser das gelingt, desto weniger nimmt die Stadt ein. Diesen Preisunterschied schafft das Bundesrecht bislang nicht. Seit 2023 müssen Gastronomen zwar Mehrwegangebote bereitstellen, doch kleine Betriebe sind ausgenommen. Laut der Deutschen Umwelthilfe (DUH) sind das mehr als 60 Prozent der Betriebe. Die Erfahrungen mit den Vorgängerregelungen fallen gemischt aus. In Tübingen wuchs zwar das Mehrwegangebot, doch laut einer Studie der dortigen Universität sank das Gewicht des Mülls in den städtischen Abfalleimern nicht. Konstanz maß gemeinsam mit der Universität Konstanz in den ersten neun Monaten 4,7 Prozent weniger Abfall im öffentlichen Raum, umgerechnet rund eine Million Einwegbecher. Zugleich wurden im ersten Jahr mehr als eine Million Euro eingenommen. Eine im Auftrag von DIHK, Handel und Verpackungsbranche erstellte Studie kommt zu einem anderen Ergebnis: Selbst wenn jede Kommune die Steuer erhöbe, würde der Verpackungsverbrauch bundesweit nur um 0,04 Prozent sinken, auch weil Kunden auf abgepackte Ware aus dem Supermarkt ausweichen würden. Umweltverbände werfen der Studie vor, lokale Effekte an nationalen Mengen kleinzurechnen. Beide Rechnungen sind in sich schlüssig, sie messen nur an verschiedenen Orten: die eine am Mülleimer im Park, die andere an der Verpackungsbilanz des ganzen Landes. Dass überhaupt Städte einspringen, liegt an einer Lücke des Bundes. Eine bundesweite Einwegabgabe an der Theke, wie sie von Umweltverbänden seit Jahren gefordert wird, gibt es nicht. So entsteht ein Flickenteppich und die Länder ziehen in entgegengesetzte Richtungen. Bayern hat kommunale Verpackungssteuern zum Januar 2026 per Gesetz verboten, München und Nürnberg hatten sie bereits geprüft. Der Handelsverband Berlin-Brandenburg hält den Potsdamer Start angesichts steigender Preise und sinkender Umsätze für denkbar ungünstig. Ob die Steuer wirkt, wird Potsdam an seinen Quartalserklärungen ablesen können. Sinken die Einnahmen, wirkt sie. Bleiben sie stabil, hat die Stadt vor allem eine neue Geldquelle. Quellen: Universität Tübingen: Studie zur Wirkung der Tübinger Verpackungssteuer Tageskarte: Potsdams Unternehmen lehnen Verpackungssteuer ab Deutsche Umwelthilfe: Verpackungssteuer in Konstanz wirkt GVM: Ökonomische und ökologische Bewertung der Auswirkungen kommunaler Verpackungssteuern DIHK: Lassen sich Verpackungsabfälle wegbesteuern? Deutsche Umwelthilfe: Branchenstudie unterschätzt Wirkung kommunaler Verpackungssteuern: Faktencheck der Initiative Verpackungswende zeigt Schwächen bei Daten und Bewertung Kommunal: Deckel drauf? Bayern verbietet Städten die Verpackungssteuer



  • Greenwashing-Verbot: Aus für „klimaneutrales“ Erdgas

    Fossiles Erdgas, klimaneutral verkauft: Das war jahrelang Normalität. Seit Sonntag ist diese Werbung jedoch verboten. Das neue Gesetz schafft Klarheit, lässt aber eine Frage offen. Seit dem 27. September dürfen Gasversorger fossiles Erdgas nicht mehr als klimaneutral bewerben, nur weil sie irgendwo auf der Welt CO2-Zertifikate kaufen. Möglich macht dies eine Novelle des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG), mit der Deutschland eine EU-Richtlinie umsetzt. Sie erweitert die sogenannte schwarze Liste. Was dort steht, ist stets unzulässig, ohne dass ein Gericht im Einzelfall eine Täuschung prüfen muss. Werbung mit Klimaneutralität durch Kompensation steht jetzt darauf. Für die Energiebranche endet damit ein Geschäftsmodell. Nach einer Recherche von Correctiv kauften 116 von rund 150 untersuchten Gasversorgern zwischen 2011 und 2024 Zertifikate aus Projekten, die für einen solchen Ausgleich nur auf dem Papier taugen. Eigentlich soll das Geld für ein Zertifikat ein Klimaprojekt ermöglichen, das es sonst nicht gäbe. Ein Wasserkraftwerk im indischen Himalaja, dessen Zertifikate auch deutsche Versorger kauften, wäre laut Forschern aber ohnehin gebaut worden. Wer dafür zahlte, sparte also kein zusätzliches CO2 ein. Unterm Strich dürften rund zehn Millionen Tonnen CO2 weniger eingespart worden sein als behauptet. Bisher mussten Gerichte solche Fälle einzeln klären. Im Fall Katjes verlangte der Bundesgerichtshof 2024, dass Werbung mit „klimaneutral“ selbst erklärt, ob Emissionen vermieden oder nur ausgeglichen werden, denn Reduktion habe für den Klimaschutz Vorrang. Im Sommer 2026 untersagte das Landgericht Düsseldorf auf Klage der Deutschen Umwelthilfe einem Versorger vom Niederrhein, fossiles Erdgas als „Ökogas“ zu vermarkten. Die Frage, ob Kunden getäuscht werden, stellt sich ab jetzt bei Kompensationsversprechen nicht mehr. Die Novelle reicht über Energie hinaus. Allgemeine Versprechen wie „umweltfreundlich“ oder „grün“ sind nur noch zulässig, wenn ein Unternehmen eine anerkannte hervorragende Umweltleistung nachweisen kann, beispielsweise durch das EU-Umweltzeichen oder den Blauen Engel. Selbst gebastelte Siegel ohne unabhängige Zertifizierung sind verboten. Wer mit einem Klimaziel für das Jahr 2040 wirbt, muss einen detaillierten Umsetzungsplan vorlegen, der regelmäßig von externen Sachverständigen geprüft wird. Erlaubt bleibt das Konkrete: Ein Versorger darf angeben, welche Klimaprojekte er mit wie viel Geld unterstützt, solange er daraus kein neutrales Produkt macht. Unklar ist aber noch was als Beweis zählt. Dies sollte in einer zweiten EU-Richtlinie, der sogenannten Green-Claims-Richtlinie, geregelt werden. Sie sollte vorschreiben, wie ein Unternehmen misst und belegt, dass sein Produkt der Umwelt weniger schadet. Die EU-Kommission kündigte jedoch im Juni 2025 an, den Entwurf zurückzuziehen, und seitdem liegt er auf Eis. Das Gesetz sagt also, was nicht mehr auf dem Etikett stehen darf, aber nicht, wie ein sauberer Nachweis aussieht. Ob eine Verpackung als „recycelbar“ bezeichnet werden darf, wenn sie in der Praxis selten recycelt wird, bleibt Auslegungssache. Eine Behörde, die Etiketten prüft, gibt es nicht. Ob ein Versprechen zulässig ist, klären weiterhin Wettbewerber und Verbände mit Abmahnungen und Klagen. Für „klimaneutrales“ Erdgas ist diese Frage jetzt beantwortet. Bei vielen anderen grünen Versprechen werden das erst die Gerichte tun. Quellen: Bundesgesetzblatt: Drittes Gesetz zur Änderung des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb Deutsche Umwelthilfe: Energieversorger NEW darf fossiles Erdgas nicht als „Ökogas“ bewerben Deutsche Umwelthilfe: Deutsche Umwelthilfe geht juristisch gegen 15 Gasversorger wegen irreführender Werbung für „klimaneutrales“ Erdgas vor CORRECTIV: Die Ökogas-Lüge



  • Rekordversuch: Aussortierte Solarmodule für den Balkon

    Sie liefern noch Strom, trotzdem wurden sie abgeschraubt. In Freiburg sollen heute aus 600 ausgemusterten Solarmodulen 300 Balkonkraftwerke werden. Der Schulhof der Weiherhof-Realschule in Freiburg-Herdern wird zur Werkstatt. Die Stadt und der Verein Balkon.Solar wollen dort gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern 300 Steckersolargeräte bauen, jedes aus zwei gebrauchten Modulen. Vorkenntnisse sind nicht nötig und das Material ist kostenlos. Helferinnen und Helfer begleiten jeden Schritt: Die Module werden gereinigt und durchgemessen, bekommen neue Stecker, werden mit einem neuen Wechselrichter verbunden und geprüft. Nach etwa 45 Minuten ist das Gerät fertig und kann mit nach Hause, an den Balkon, den Gartenzaun oder aufs Gartenhaus. Freiburg will damit den eigenen Rekord übertreffen: 2024 entstanden auf dem Rathausplatz aus 200 Modulen 100 Geräte. Die Nachfrage nach genau solchen Kleinanlagen ist hoch: Laut Auswertungen des Marktstammdatenregisters sind inzwischen rund 1,3 Millionen Balkonkraftwerke in Betrieb. Die Module stammen vom Dach der Firma Sunstar Interbros in Schönau im Schwarzwald. Weil das Dach saniert wird, ließ das Unternehmen 1.174 Module mit zusammen 245 Kilowatt abbauen. Kaputt sind sie nicht. Gebrauchte Module liefern laut Sebastian Müller von Balkon.Solar typischerweise noch 80 bis 90 Prozent ihrer ursprünglichen Leistung. Statt sie zu entsorgen, spendete die Firma sie an gemeinnützige Initiativen. Der Fall ist typisch. Ein Dach wird saniert, oder ein Solarpark bekommt leistungsstärkere Module, obwohl die alten noch jahrelang laufen könnten. Das Braunschweiger Start-up Better Sol, das gebrauchte Module prüft und weiterverkauft, schätzt, dass im Schnitt jedes zweite ausgemusterte Modul noch für eine weitere Nutzung taugt. Im Forschungsprojekt RENEW unter Leitung des Stuttgarter ZSW nennt ein Projektpartner sogar rund 70 Prozent. Messungen des ZSW zeigen, dass Module im mitteleuropäischen Klima auch nach über 20 Jahren kaum an Leistung verlieren. Bald geht es um ganz andere Mengen. Ab 2029 läuft für die Anlagen der ersten großen Ausbauwelle die zwanzigjährige Einspeisevergütung aus. Prognosen für 2030 reichen von rund 400.000 bis zu einer Million Tonnen Altmodule pro Jahr. Landen sie im Recycling, gehen Silizium und Silber heute meist verloren, übrig bleibt vor allem Glas für Dämmstoffe. Jedes Modul, das weiterläuft, ist ein Gewinn für die Stromerzeugung und schiebt den Verlust der Rohstoffe um Jahre hinaus. Auch wenn sich Hunderte über die 600 Module freuen, setzt die Aktion angesichts der Mengen, die bald abgebaut werden, vor allem ein Zeichen. Damit Wiederverwendung zur Regel wird, fehlen Grundlagen. Es braucht einheitliche Prüfverfahren, die den Zustand eines gebrauchten Moduls verlässlich belegen, und Käufer, die solcher Ware vertrauen können. An entsprechenden Standards arbeitet RENEW. Hinzu kommt der Preis: Gebrauchte Module müssen mit sehr günstiger Neuware mithalten, und die eingesparten Emissionen, laut Better Sol rund 162 Kilogramm CO2-Äquivalente pro Modul, tauchen in keiner Rechnung auf. Freiburg zeigt an diesem Samstag, dass der Schritt vor dem Recycling technisch einfach ist. Entsteht daraus ein Markt, oder werden die Module weiter im Downcycling landen? Quellen: balkon.solar e.V.: Welrekord 2026  Stadt Freiburg: Weltrekordversuch im Steckersolar-Upcycling am Samstag, 26. September balkon.solar e.V.: Weltrekord in Solar-Upcycling: Geschafft! ZSW: Ein zweites Leben für Solarmodule Ohmnify: Balkonkraftwerke in Deutschland Deutsche Umwelthilfe: Alte Solarmodule für Klima- und Ressourcenschutz nutzen Schwarzwalder Bote: Ein zweites Leben für Solarmodule BETTER SOL: Second Life Solar Module



  • Tremi: Milchalternative aus Brauerei Reststoff

    Drei Absolventinnen der TU München haben aus einem Brauerei-Rest ein Getränk entwickelt. Ihre Milchalternative aus Biertreber kommt jetzt in die ersten bayerischen Cafés. In Deutschland fällt jeden Tag eine Menge von rund 4.000 Tonnen Biertreber an. Dabei handelt es sich um eine feuchte, faserige Masse aus ausgelaugtem Getreide. Über das Jahr gerechnet sind das 1,5 bis 2 Millionen Tonnen. Beim Bierbrauen werden dem Getreide die Zucker entzogen, sodass die übrigbleibende Masse viel Eiweiß und Ballaststoffe, aber wenig Zucker enthält. Das eignet sich als Basis für ein Getränk. Einen Drink macht daraus das Start-up Circular Grain. Das Produkt Tremi ist in den Varianten „Original“, „Barista“ und „Cacao“ erhältlich. Hinter der Firma stecken Nathalie Stellwag, Marina Hijano Moreno und Denise Ilogu, die aus einem Studienprojekt an der Technischen Universität München ein Unternehmen gemacht haben. Nach zwei Jahren Entwicklung, über 250 Rezepturen und 1.500 Verkostungen ist ein marktreifes Getränk entstanden. Nach eigenen Angaben enthält Tremi dreimal so viel Eiweiß und deutlich weniger Zucker als herkömmliche Hafermilch. Das Team hat rund 500.000 Euro aus Fördermitteln und privaten Investments eingesammelt. „Wir nutzen Ressourcen, die bereits vorhanden sind“, sagt Mitgründerin Hijano Moreno. Der Kreislaufgedanke trägt, verlangt aber eine ehrliche Einordnung. Biertreber ist kein Abfall, der in der Tonne endet, sondern ein etablierter Rohstoff, der überwiegend als Viehfutter dient und teils auch kompostiert oder vergoren wird. Tremi „rettet“ also keinen Müll, sondern veredelt einen Reststoff vom Futtertrog zum Frühstückstisch. Der Gewinn liegt nicht darin, eine Deponie zu vermeiden, sondern darin, dass aus demselben Getreide zusätzlich ein Lebensmittel entsteht, ohne dass dafür neue Anbauflächen benötigt werden oder Importe erforderlich sind. Eine echte Konkurrenz zum Futtermarkt entsteht vorerst nicht . Dafür sind die Mengen, die in Getränke wandern könnten, viel zu klein. Der Start beschränkt sich auf einzelne Cafés, Läden und Verkostungen in und um München. Dem steht ein Markt gegenüber, den Hafer-, Soja- und Mandeldrinks längst besetzen, der zuletzt aber eher gesättigt war. Ob ein Getränk aus Brauerei-Resten darin seinen Platz findet, wird sich zeigen. Überzeugen müssen dann Geschmack und Preis, nicht der Entstehungshintergrund allein. Quellen:  Tremi-Foods Amazon Press Center: Münchner Start-up bringt mit Amazons Unterstützung nährstoffreiche Milchalternative aus Biertreber auf den Markt StartupValley: Tremi: Was steckt hinter der Milchalternative aus Biertreber?



  • Roboter reparieren Hausgeräte: Repartly gegen E-Schrott

    Wenn in der Waschmaschine die Elektronik streikt, wandert oft das ganze Gerät in den Schrott. Dabei ist meist nur eine Platine defekt. Ein Unternehmen aus Rietberg repariert sie nun mithilfe von Robotern. Repartly repariert die Leiterplatte, auch wenn nur ein kleines Bauteil defekt ist. Anstatt die gesamte Platine auszutauschen, werden gezielt die defekten Stellen ersetzt, etwa bei einem durchgebrannten Kondensator. Das nennt sich „Reparatur als Dienstleistung”. Fachhändler, Hersteller oder Endkunden schicken die defekte Baugruppe ein. Repartly setzt sie instand und schickt sie zurück. Der Einbau erfolgt dann wieder vor Ort. Bislang lief das von Hand: Eine Leiterplatte aufzuarbeiten dauert im Schnitt rund 20 Minuten. Neu ist, dass drei kollaborative Roboter des Herstellers ABB dabei helfen. Sie halbieren diese Zeit und sollen den Vorgang skalierbar machen. Noch läuft der Einsatz aber im Prototypbetrieb. Auf der IFA in Berlin führte das Unternehmen Anfang September einen solchen Roboter bei der Live-Reparatur vor. Instand gesetzt werden Waschmaschinen, Trockner und Geschirrspüler von Miele, Bosch, Siemens und AEG. Hinter Repartly stehen drei ehemalige Miele-Mitarbeiter, darunter Geschäftsführer Lennart Osthoff. Sie gründeten das Unternehmen im Jahr 2021, wenige hundert Meter vom früheren Arbeitgeber entfernt. Seither haben sie nach eigenen Angaben über 30.000 Markengeräte wieder instand gesetzt. Eine Umfrage, die Repartly beim Institut YouGov in Auftrag gab (rund 2000 Befragte, Mai 2026), zeigt, dass es nicht am Reparaturwillen fehlt. Vier von fünf Deutschen haben schon einmal selbst repariert oder es versucht, doch fast drei Viertel sind dabei gescheitert. In den meisten Fällen aufgrund zu hoher Kosten. Reparaturen lohnen sich nur, wenn sie schnell und bezahlbar sind. Wird die Platine repariert, statt das Gerät zu ersetzen, bleibt der weitaus größte Teil des verbauten Metalls, Kunststoffs und der Elektronik im Umlauf. Rückenwind kommt vom Gesetzgeber: Seit Juli gilt in Deutschland das Recht auf Reparatur, das Hersteller unter anderem zu Ersatzteilen zu angemessenen Preisen verpflichtet. Die Umfrage zeigt jedoch, dass nur wenige von diesem Recht wissen: 46 Prozent der Befragten kennen diesen Anspruch gar nicht. Ein Recht auf Reparatur nützt jedoch wenig, wenn keine Werkstatt diese günstig genug anbietet. „Den Preiskampf werden weder Fachhändler noch europäische Premium-Hersteller gewinnen“, sagt Osthoff. Sein Ansatz ist deshalb nicht der billigere Preis, sondern die Reparatur als Service. Der Roboter soll das möglich machen, indem er die Kosten je Platine senkt. Noch ist das kein Massenverfahren, der Roboter-Einsatz bleibt vorerst ein Prototyp. Es wird daran gearbeitet, das Reparieren zu einer echten Alternative zum Neugerät zu machen. Quellen: Repartly: Reparatur-Report 2026  ABB: GoFa cobots drive Repartly’s mission to refurbish electronic appliances for a sustainable future Repartly: Repartly für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2026 nominiert  



  • CO2 in Zement binden: Start-up Co-reactive füllt die Lücke

    Ein Start-up bindet CO2 in Pulverform und ersetzt damit klimaschädlichen Zement. In NRW läuft die erste Anlage. Um die Emissionen zu senken, mischt die Zementindustrie seit Jahrzehnten Flugasche und Hüttensand unter den Zement und ersetzt damit einen Teil des klimaschädlichen Klinkers. Doch beide Stoffe sind Beiprodukte von gestern. Flugasche fällt in Kohlekraftwerken an, Hüttensand im Hochofen. Mit dem Kohleausstieg und der Umstellung der Stahlwerke auf Elektroöfen versiegen diese Quellen. Ein Start-up aus Erkrath nutzt nun genau das, was die Branche loswerden will, um den Ersatzstoff herzustellen: CO2 Co-reactive, 2024 aus der RWTH Aachen ausgegründet, betreibt seit Juli 2026 eine Demonstrationsanlage. Das Verfahren ist eine Art beschleunigte Verwitterung. Dazu werden fein gemahlenes Olivin, ein weitverbreitetes Mineral, und Reststoffe aus der Stahlproduktion in Wasser gemischt und in einen Reaktor unter hohem Druck und hoher Temperatur geleitet. Dort reagiert das eingespeiste CO2 mit den Mineralien zu einem festen Stoff. Was übrig bleibt, wird gefiltert, getrocknet und zu einem feinen Pulver verarbeitet, das im Beton den Zement ersetzen kann. Pro Tonne bindet es nach Unternehmensangaben rund 330 Kilogramm CO2 dauerhaft als Gestein. Der Reiz liegt im doppelten Effekt. Der neue Zusatzstoff senkt nicht nur die Emissionen des Betons, sondern schließt auch die Lücke, die Flugasche und Hüttensand hinterlassen. Deren Preise sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Das CO2 bezieht Co-reactive aus der Nachbarschaft: vom Zementwerk, aus der Müllverbrennung oder aus Biogasanlagen. Die Anlage wurde genau dafür in der Nähe dieser Quellen gebaut. Anfang 2026 kamen rund 6,5 Millionen Euro Startkapital zusammen, unter anderem vom High-Tech Gründerfonds und der NRW.Bank, dazu ein Platz im EIC-Accelerator der EU. Und auch die Wahl des Standorts Nordrhein-Westfalen ist kein Zufall: Etwa ein Drittel der deutschen Zementwerke steht hier. Die großen Hersteller verfolgen eine andere Strategie. So plant Heidelberg Materials an seinem Werk im nordrhein-westfälischen Geseke, das CO2 aus dem Abgas herauszufiltern, bevor es in die Luft gelangt. Ein weiteres Zementkonsortium erprobt dasselbe in Baden-Württemberg. Das aufgefangene Gas soll anschließend verdichtet und tief unter der Erde eingelagert werden, mit einer Infrastruktur, die es in Deutschland bislang kaum gibt. Bei Co-reactive soll das CO2 im Bauwerk stecken bleiben. Doch 1.000 Tonnen im Jahr sind wenig gegen den Bedarf einer Industrie, die in Millionen Tonnen rechnet. Erste größere Werke im Zehntausend-Tonnen-Maßstab, die direkt an Zement- und Stahlstandorten errichtet werden sollen, sind bereits für 2027 geplant. Und auch das benötigte Olivin muss abgebaut und transportiert werden, meist aus Norwegen, sodass die CO2-Bilanz erst über den gesamten Lebensweg hinweg zählt. Und wie beim grünen Stahl gilt: Nur weil eine Technik funktioniert, heißt das noch lange nicht, dass der Markt sie kauft. Neue Zusatzstoffe müssen erst in die Baunormen aufgenommen werden, und gerade bei Baumaterialien ist man vorsichtig. Quellen: Co-reactive: Eröffnung 1.000t Demoanlage – Co-reactive setzt neue Maßstäbe in der Bauindustrie Heidelberg Materials: Erstes vollständig dekarbonisiertes Zementwerk in Deutschland Bauingenieur: Start-up skaliert Mineralisierungstechnologie NRW.GlobalBusiness: Vom Labor auf die Baustelle: Wie Co-reactive aus NRW die Bauindustrie dekarbonisiert HTGF: Co-reactive sichert 6.5 Mio. € Seed-Finanzierung für CO2-negative Baustofftechnologie



  • Altholz: der Rohstoff, der im Ofen landet

    In Deutschland landen jährlich vier von fünf Tonnen Altholz in der Verbrennung, obwohl ein großer Teil davon zu neuem Material verarbeitet werden könnte. Ein Berliner Projekt nutzt jetzt Sensoren, um das Material auszusortieren, das zu schade fürs Feuer ist. Von den rund acht Millionen Tonnen Altholz, die in Deutschland jährlich anfallen, werden etwa 80 Prozent verbrannt. Ein Berliner Projekt von IKEA, dem Sortiertechnik-Hersteller TOMRA und der Holztechnologiefirma Tretorg zeigt jedoch, dass sich dieses Verhältnis verändern ließe. Sensoren erkennen im gemischten Altholzstrom, welche Stücke sauber genug sind, um als Werkstoff weiterverarbeitet zu werden. Altholz kommt selten sortenrein an. Im Sperrmüll ist es verleimt, lackiert und beschichtet, mit Schrauben und Scharnieren versehen und oft von Jahrzehnten Gebrauch gezeichnet. Die Altholzverordnung sortiert den Strom grob nach Belastung: von sauberen Paletten bis zu imprägniertem Holz, das nur noch in den Ofen darf. Das saubere Holz aus dem Gemisch zu lösen und auf Schadstoffe zu prüfen, war bisher teuer und ungenau. Ein Kostenvorteil gegenüber frischem Holz sprang dabei selten heraus. Doch das könnte die neue Sensortechnik jetzt ändern: An einer Demonstrationsanlage im Berliner Stadtteil Spandau liest eine Kombination aus Kamera, Nahinfrarot-Spektroskopie und Metalldetektion jedes Stück auf dem Förderband. Sie unterscheidet unbehandeltes Vollholz von beschichteten Faserplatten und schleust Metallteile aus. Übrig bleibt sauberes Holz und wiederverwertbares Material. Letzteres kann die Holzwerkstoffindustrie direkt einsetzen. Für Ikea, das Spanplatten in großen Mengen verbaut, ist ein solcher Rücklauf sehr interessant. Dass die Trennung inzwischen genau genug funktioniert, zeigt auch ein Forschungsverbund unter der Leitung des Fraunhofer-Instituts IOSB. Mit Infrarot-, Wärme- und Terahertz-Kameras erreicht er eine Treffergenauigkeit von über 95 Prozent, wo Altholz aus Sperrmüll bislang meist von Hand getrennt wird. Die Technik allein dreht das Verhältnis jedoch nicht um. Die deutsche Altholzverordnung stellt die stoffliche und die energetische Verwertung für die meisten Altholzklassen als gleichrangig nebeneinander. Wer sauberes Holz verbrennt, erfüllt die Vorgaben ebenso wie jemand, der es zu Platten verarbeitet. Die europäische Abfallhierarchie sieht das anders: Dort steht das Recycling über der Verbrennung. Eine Novelle, die genau diesen Vorrang in die Altholzverordnung überträgt und die stoffliche Quote anheben soll, kommt seit Jahren nicht voran. Das Holz ist vorhanden, ebenso die Technik, die es retten könnte. Trotzdem lohnt sich das Verbrennen weiterhin, denn die Regelung sieht es genauso vor wie das Recycling. Für das Gesetz ist beides Verwertung: das neue Brett ebenso wie die Wärme aus dem Ofen. Ob aus dem Altholz ein Kreislauf wird oder Rauch entsteht, hängt nicht vom Sensor ab, sondern davon, welche Nutzung Vorrang bekommt. Dabei zählt jedes Brett, das weiterverwendet wird, doppelt: Es bindet seinen Kohlenstoff länger und spart frisches Holz. Beim Verbrennen ist beides sofort weg. Quellen: FNR / Fraunhofer: Holz aus Sperrmüll besser aussortieren mit KI und Sensorik EUWID: Sensorbasierte Sortierung kann stoffliche Verwertung von Altholz erhöhen bvse: Althölzer sind hochwertige Rohstoffe Infopapier Altholz: ENERGIEERZEUGUNG AUS ALTHOLZ IN DEUTSCHLAND WEKA: Novellierung der Altholzverordnung: Diskussionsentwurf vorgelegt



kontakt  |  impressum  |  datenschutz
Copyright © 2026 SOLARIFY. Alle Rechte vorbehalten. Datenschutz | Catch Responsive von Catch Themes
Nach oben scrollen
  • home
    • wir über uns
    • Circular Valley®
  • forschung
    • grundlagenforschung
    • energieforschung
    • batterieforschung
  • politik
    • energiepolitik
    • forschungspolitik
    • klimaschutz
    • nachhaltigkeit
  • wirtschaft
    • erneuerbare energien
    • fossile energieträger
  • umwelt
    • umweltpolitik
    • verbraucher
    • finanzethik
  • bibliothek
    • randnotizen
    • selbstgespräch
    • buchtipps
    • energie abc
    • links
Zustimmung verwalten
Um dir ein optimales Erlebnis zu bieten, verwenden wir Technologien wie Cookies, um Geräteinformationen zu speichern und/oder darauf zuzugreifen. Wenn du diesen Technologien zustimmst, können wir Daten wie das Surfverhalten oder eindeutige IDs auf dieser Website verarbeiten. Wenn du deine Zustimmung nicht erteilst oder zurückziehst, können bestimmte Merkmale und Funktionen beeinträchtigt werden.
Funktional Immer aktiv
Die technische Speicherung oder der Zugang ist unbedingt erforderlich für den rechtmäßigen Zweck, die Nutzung eines bestimmten Dienstes zu ermöglichen, der vom Teilnehmer oder Nutzer ausdrücklich gewünscht wird, oder für den alleinigen Zweck, die Übertragung einer Nachricht über ein elektronisches Kommunikationsnetz durchzuführen.
Vorlieben
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist für den rechtmäßigen Zweck der Speicherung von Präferenzen erforderlich, die nicht vom Abonnenten oder Benutzer angefordert wurden.
Statistiken
Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu statistischen Zwecken erfolgt. Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu anonymen statistischen Zwecken verwendet wird. Ohne eine Vorladung, die freiwillige Zustimmung deines Internetdienstanbieters oder zusätzliche Aufzeichnungen von Dritten können die zu diesem Zweck gespeicherten oder abgerufenen Informationen allein in der Regel nicht dazu verwendet werden, dich zu identifizieren.
Marketing
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist erforderlich, um Nutzerprofile zu erstellen, um Werbung zu versenden oder um den Nutzer auf einer Website oder über mehrere Websites hinweg zu ähnlichen Marketingzwecken zu verfolgen.
  • Optionen verwalten
  • Dienste verwalten
  • Verwalten von {vendor_count}-Lieferanten
  • Lese mehr über diese Zwecke
Einstellungen ansehen
  • {title}
  • {title}
  • {title}