Wie weiter mit der EEG-Umlage?

BMWi mit dei Szenarien

 Das BMWi belegt in einer am 26. 06. 2014 auf seiner Internetseite veröffentlichten Zusammenstellung von Szenarien für die zukünftige Entwicklung der EEG-Umlage den Zusammenhang zwischen EEG-Umlage und Börsenstrompreisen und zeigt drei Szenarien: niedrige, mittlere und hohe Strompreise. Die Summe aus Umlage unbd Preis unterscheidet sich dabei kaum: Denn die EEG-Umlage steigt bei niedrigen und sinkt bei hohen Börsenstrompreisen.

Die „isolierte Betrachtung der EEG-Umlage aufgrund der zentralen Bedeutung des Börsenstrompreises“ greife „zu kurz“ so die Untersuchung, wichtg sei viel mehr, ob und wie „die Stromvertriebe die sinkenden Strompreise auf der Großhandelsebene an die Verbraucher weitergeben“.

Ausschnitte:
Szenarien für die zukünftige Entwicklung der EEG-Umlage

Eine Abschätzung zur Entwicklung der EEG-Umlage ist mit erheblicher Unsicherheit behaftet. Dies zeigt sich z.B. darin, dass die Übertragungsnetzbetreiber in ihrer im November eines jeden Jahres veröffentlichten Mittelfristprognose für das jeweils nächste Jahr eine Bandbreite von etwa einem Cent angeben… Grund für diese Unsicherheit ist, dass die Entwicklung der Umlage nicht nur vom Ausbau der erneuerbaren Energien abhängt. Eine besondere Rolle spielt dabei der Strompreis an der Börse: Sinkt dieser, so steigen die Differenzkosten des EEG und damit auch die EEG-Umlage.
Der gesunkene Börsenpreis wurde teilweise durch den Ausbau der erneuerbaren Energien verursacht. Das EEG hat sich also einerseits über eine steigende EEG-Umlage strompreiserhöhend, andererseits über sinkende Börsenstrompreise auch strompreissenkend ausgewirkt…. Vor diesem Hintergrund hat das BMWi abgeschätzt, wie sich die EEG-Umlage in den nächsten Jahren in Abhängigkeit vom Börsenpreis entwickeln könnte. Bei diesen Berechnungen handelt es sich nicht um eine Prognose, sondern um mögliche Szenarien für verschiedene Börsenpreise und auf der Basis einer Reihe von weiteren Annahmen (z.B. zur Entwicklung des Stromverbrauchs).

a. Mittleres Börsenstrompreisszenario (Börsenstrompreis: 4,0 ct/kWh)
Im mittleren Börsenstrompreisszenario steigt die EEG-Umlage bis 2017 auf 6,4 ct/kWh. Die Summe aus Börsenstrompreis und EEG-Umlage liegt 2017 bei 10,4 ct/kWh.

b. Niedriges Börsenstrompreisszenario (Börsenstrompreis: 3,5 ct/kWh)
Im niedrigen Börsenstrompreisszenario steigt die EEG-etwas stärker und liegt 2017 bei 6,6 ct/kWh. Grund: Der geringere Börsenstrompreis führt zu geringeren Erlösen für die Vermarktung des EEG-Stroms und somit zu höheren EEG-Differenzkosten. Allerdings verdeutlicht Abbildung 2 auch, dass trotz höherer EEG-Umlage die für die Verbraucherstrompreise entscheidende Summe aus Börsenstrompreis und EEG-Umlage im Vergleich zum mittleren Strompreisszenario zurückgeht und 2017 nur noch bei 10,1 ct/kWh liegt.

c. Hohes Börsenstrompreisszenario (Börsenstrompreis: 4,5 ct/kWh)
Im hohen Börsenstrompreisszenario liegt die EEG-Umlage 2017 mit 6,1 ct/kWh niedriger. Grund: Der hohe Börsenstrompreis führt infolge geringerer EEG-Differenzkosten zu einem Sinken der EEG-Umlage. Dennoch ist die Summe aus Börsenstrompreis und EEG-Umlage mit 10,6 ct/kWh höher als im mittleren Strompreisszenario.

Vergleich der Szenarien

Die hohe Bedeutung des Börsenstrompreises für die Entwicklung der EEG-Umlage zeigt auch der in Abbildung 4 vorgenommene Vergleich der Szenarien. Es wird deutlich, dass die isolierte Betrachtung der EEG-Umlage aufgrund der zentralen Bedeutung des Börsenstrompreises zu kurz greift. Wie auch in den letzten Jahren zu beobachten war, führt ein geringer Börsenstrompreis zwar zu einem Anstieg der EEG-Umlage. Allerdings können die Stromverbraucher gleichzeitig von dem Rückgang des Großhandelspreises profitieren, was sich in der geringeren Summe aus Börsenstrompreis und EEG-Umlage ausdrückt. Eine entscheidende Frage im Hinblick auf die Stromendkundenpreise ist, inwieweit die Stromvertriebe die sinkenden Strompreise auf der Großhandelsebene an die Verbraucher weitergegeben. Damit die Stromverbraucher von den gesunkenen Börsenpreisen profitieren, sollten sie die Möglichkeiten zum Wechsel des Stromanbieters nutzen.
->Quelle(n): bmwi.de/10-punkte-energie-agenda; bmwi.de