Mehr Frauen lernen MINT
Das BMBF und seine Ministerin sehen den Bericht allerdings positiv: Der Anteil der Frauen mit naturwissenschaftlichen Abschlüssen ist in den vergangenen zwölf Jahren von 32 Prozent auf 44 Prozent gestiegen. Das ist ebenfalls über dem OECD-Durchschnitt. Die Bildungsausgaben für Schülerinnen und Schüler sowie Studierenden sind überdurchschnittlich gestiegen. Die OECD vergleicht nur die Ausgaben für die Bildungseinrichtungen. Nicht berücksichtigt wird zum Beispiel das BAföG. So konnten die Ausgaben pro Studierendem gehalten werden bei mehr Studenten.
Studium und Berufsabschluss gleichwertig
Studium und Berufsausbildung seien gleichwertige Alternativen, betonte Wanka vor der Bundespressekonferenz. Beide böten optimale Möglichkeiten für die berufliche Zukunft. Daher sei wichtig, dass sich alle ihren Fähigkeiten und Wünschen entsprechend beruflich qualifizieren können. Die Hochschulen stehen auch Menschen mit Berufsabschluss und Berufserfahrung offen. Wichtig sei, dass die Schülerinnen und Schüler – auch auf den Gymnasien – richtig über ihre beruflichen Möglichkeiten und Fähigkeiten beraten werden. Das Bundespresseamt bietet hierzu auch Expertentelefonforen in Kooperation mit regionalen Medien an.
tagesschau.de: “ Die OECD verweist darauf, dass in Deutschland der Bildungserfolg eines jungen Menschen nach wie vor eng an seine soziale Herkunft gekoppelt ist, so stark wie in kaum einem anderen Industriestaat. „Gerade für Schüler aus sozial schwachen Familien bleibt das Versprechen Aufstieg durch Bildung häufig in weiter Ferne“, kritisierte der Leiter des deutschen OECD-Büros, Heino von Meyer. In Deutschland habe der Bildungsaufschwung bislang nur bedingt zu einer besseren sozialen und ökonomischen Teilhabe bildungsferner Schichten beigetragen. Gerade der internationale Vergleich mache klar, „dass es anderen Ländern besser gelingt, das Bildungsniveau ihrer Bevölkerung über alle Gruppen hinweg zu heben“.
Bildung beugt Arbeitslosigkeit vor
Deutschland konnte seit Jahren als eines der wenigen Länder die Erwerbslosenquote bei allen Bildungsstufen abbauen. Mehr als 90 Prozent der jungen Menschen sind erwerbstätig, in einer Ausbildung oder lernen in den unterschiedlichen Bildungsgängen. Trotz der Verbesserungen bleiben noch immer zu viele ohne Berufsabschluss. „Wir wollen, dass diese jungen Leute eine berufliche Ausbildung machen“, so Wanka. Künftig würden in immer mehr Berufen hohe Qualifikationen gefordert.
Gute Startchancen für die Kleinen
91 Prozent der Dreijährigen und 96 Prozent der Vierjährigen gingen 2012 in eine Kindertagesstätte oder einen Kindergarten. Damit haben die meisten Kinder von früh auf gute Bildungschancen. Deutschland hat hier klar aufgeholt, Frankreich liegt weiter an der Spitze. Ein Mal pro Jahr veröffentlicht die OECD den Bericht „Education at a Glance / Bildung auf einenBlick“. Er beleuchtet bildungspolitische Fragen aus einer internationalen Perspektive. Die Ergebnisse helfen, die Entwicklung des deutschen Bildungssystems zu bewerten und Reformstrategien weiterzuentwickeln.
Weitere kritische Stimmen
GWE: Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) stellt mit Blick auf den OECD-Bericht „Bildung auf einen Blick 2014“ fest: „Es bleibt dabei: Bund und Länder haben ihre Hausaufgaben nicht gemacht. Die Achillesferse des deutschen Bildungswesens: Es ist schlecht finanziert und sozial selektiv.“ (verbaende.com)
tagesspiegel.de/neue-oecd-studie-deutschland-fehlen-die-hochgebildeten
spiegel.de/oecd-zur-bildung-deutschland-droht-ein-abwaertstrend
derstandard.at/sehr-viele-verlorene-Lebenschancen
Bildungskluft in Deutschland wird immer größer
->Quellen: