Öko zahlt sich aus

Nachhaltiges Wachstum als Wirtschaftsmodell

Investitionen in Solarkraftwerke und Geothermie, in Windgeneratoren und Wasserkraftwerke, Wärmedämmung und Wälder können das schwächelnde Wirtschaftswachstum wieder ankurbeln. Vor dem UN-Sondergipfel zum Klimaschutz („Ban Ki-Moon-Gipfel“) präsentierte eine „Weltkommission für Wirtschaft und Klima“ am 16.09.2014 einen entsprechenden Bericht über die positiven wirtschaftlichen Auswirkungen von mehr Klimaschutz.

Ernst gemeinter Klimaschutz ist ein Motor für Wachstum und Wohlstand, keine Bremse – so die Kernthese des Berichts. Vorgestellt wurde er in New York von UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon, dem ehemaligen mexikanischen Präsidenten Felipe Calderón und dem britischen Ökonomen Nicholas Stern.

Die Kommission aus 24 internationalen Führungspersönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft hält die nächsten 15 Jahre für entscheidend, wenn die Welt einen klimaverträglichen Wachstumspfad einschlagen will. Bis dahin würden weltweit 70 Billionen Euro in städtische Infrastruktur, Energiesysteme und den Verkehrssektor investiert werden. Bei dieser Gelegenheit sollten Investitionen in klimaverträgliches Wachstum umgelenkt werden. Das werde Arbeitsplätze schaffen, die Gesundheitssituation, Produktivität und Lebensqualität verbessern. Voraussetzung: Die Regierungen müssten mit einer Revision des Emissionshandels einen kontinierlich ansteigenden [[CO2]]-Preis festlegen und durch ein internationales Klimaschutzabkommen gleiche Wettbewerbsbedingungen zwischen den Ländern schaffen.

Ein globaler Aktionsplan sieht zehn Handlungsfelder vor:

  1. Transformation hin zur kohlenstoffarmen Wirtschaft durch strategische ökonomische Entscheidungen beschleunigen
  2. Vertrauen schaffen für weltweite Investitionen durch starkes, dauerhaftes und gerechtes Klimaabkommen
  3. Subventionen für fossile Brennstoffe und Begünstigung der Zersiedelung abschaffen
  4. Einführung starker, voraussehbarer Kohlenstoff-Besteuerung
  5. Investitionen in kohlenstoffarme Infrastrukur erleichtern
  6. Innovationen kohlenstoffarmer und klima-resilienter Technologien stärken – Kreativitätsbarrieren abbauen
  7. Stadtplanung verbessern
  8. Bis 2030 Abholzung der Regenwälder stoppen
  9. Bis 2030 mindestens 500 Mio. Hektar degradierter Böden und Wälder aufforsten
  10. Kohleausstieg beschleunigen

Der Kommissionsvorsitzende Calderón sagte: „Der Bericht widerlegt die Ansicht, dass wir zwischen der Bekämpfung des Klimawandels und einer wachsenden Wirtschaft wählen müssen“. Und sein Vize Stern ergänzte, dass die Investitionsentscheidungen von heute „die Zukunft unserer Wirtschaft und unseres Klimas bestimmen“. Würde der [[CO2]]-intensive Weg weiter verfolgt, dann führe der Klimawandel zu schwerwiegenden Wohlstandsrisiken. Im „Stern-Report“ von 2006 hatte der Ex-Weltbank-Ökonom gezeigt, dass die jährlichen Kosten des Klimawandels auf 20 Prozent und mehr des weltweiten Bruttoinlandsprodukts ansteigen könnten, wenn nicht gehandelt wird – es also immer teurer wird, je später wir etwas tun.

„Der angebliche Zielkonflikt zwischen Wirtschaftswachstum, Versorgungssicherheit und Klimaschutz entpuppt sich als Mythos. Alle drei Ziele können erreicht werden, wenn es gelingt, verlässliche politische Rahmenbedingungen zu schaffen, nachhaltige Investitionen zu tätigen und Anreize für Innovationen zu setzen“, sagte das deutsche Kommissionsmitglied Caio Koch-Weser (Deutsche Bank). Das von EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker angekündigte Investitionsprogramm könne hier eine wichtige Lenkungswirkung entfalten. „Europa kann seine weltweite Vorreiterrolle bei der Entwicklung sauberer Technologien ausbauen und gleichzeitig die Abhängigkeit von Energie-Importen reduzieren“.

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