EU-weit größte Erdgasspeicher-Kapazitäten

Viertgrößte im internationalen Vergleich

Deutschland hat die größten Erdgasspeicherkapazitäten in der EU und die viertgrößten im internationalen Vergleich, teilt das Bundeswirtschaftsministerium (mit Blick auf die Ukraine-Diskussion) mit. Insgesamt können hierzulande fast 24 Milliarden Kubikmeter Erdgas gespeichert werden, um Schwankungen im Angebot oder bei der Nachfrage auszugleichen.

[note Daten: Monitoring-Bericht zur Versorgungssicherheit bei Erdgas (BMWi), Grafik © BMWi]Weltweit können nur die USA, Russland und die Ukraine mehr Erdgas einspeichern als Deutschland. Im EU-weiten Vergleich hat Deutschland sogar das größte Erdgasspeichervolumen vor Italien und Frankreich. Dieses soll in den nächsten Jahren weiter ausgebaut werden. Insgesamt können hierzulande 23.800 Millionen Kubikmeter Erdgas eingespeichert werden (Stand: 31.12.2013) – gegenüber 2012 bedeutet das einen Zuwachs der Speicherkapazitäten um fünf Prozent. Ende 2013 waren 51 unterirdische Erdgasspeicher in Betrieb.

Thema Versorgungssicherheit – Vollversorgung für 80 Tage

Über die Erdgasspeicher können nicht nur saisonale Schwankungen beim Verbrauch ausgeglichen werden. Sie spielen auch eine wichtige Rolle für die Versorgungssicherheit. Theoretisch könnte die maximale Speicherkapazität in Deutschland sogar ein Viertel des gesamten Jahresbedarfs von ca. 95 Milliarden Kubikmetern Erdgas abdecken, zur Vollversorgung reicht diese statistisch gesehen im Durchschnitt für 80 Tage. Die genaue Deckungsdauer hängt dann von Faktoren wie den tatsächlichen Füllständen oder den Temperaturen ab. Zurzeit sind die deutschen Erdgasspeicher zu mehr als 90 Prozent gefüllt (siehe Titelthema).

Geologische Voraussetzungen besonders günstig

In Deutschland sind die geologischen Voraussetzungen für unterirdische Erdgasspeicher besonders günstig. Unterschieden wird dabei zwischen sogenannten Porenspeichern und Kavernenspeichern. Porenspeicher finden sich überwiegend in Erdöl- oder Erdgaslagerstätten, beziehungsweise in porösen Sandsteinformationen in Nord-, Ost- und Süddeutschland. Sie reagieren in der Regel langsamer auf Veränderungen der Förderrate und werden daher zur saisonalen Grundlastabdeckung genutzt. Die Kavernenspeicher können vor allem in Gegenden mit Salzstöcken im norddeutschen Raum errichtet werden. Sie sind beim Ein- und Ausspeichern leistungsfähiger und daher besonders geeignet, um kurzfristige Spitzenlasten im Tagesverlauf abzudecken.
->Quelle: bmwi-energiewende.de