118.000 Unterschriften gegen Gratis-Plastiktüten

22 ct Umweltabgabe auf Einweg-Plastiktüten gefordert

Die Petition der Studentin Stefanie Albrecht und der DUH gegen Gratis-Plastiktüten hat offenbar den Nerv der Zeit getroffen: Fast 120.000 Menschen unterstützen die DUH-Forderung nach einer Umweltabgabe auf Plastiktüten. Vor einem Berg aus 5.000 Tüten – der Menge, die in zehn Minuten in Berlin verbraucht wird – übergab DUH- Geschäftsführer Sascha Müller-Kraenner die Unterschriften am 29.01.2015 an Umwelt-Staatssekretär Florian Pronold. [note Unterschriftenübergabe im BMUB – v.l. Gregor Hackmack (Deutschlandchef change.org), Sascha Müller-Kraenner (Bundesgeschäftsführer Deutsche Umwelthilfe), Florian Pronold (Parlamentarischer Staatssekretär BMUB) – Foto © Ann-Kathrin Marggraf]

Die Petition hatte die Studentin Stefanie Albrecht und die Deutsche Umwelthilfe (DUH) gemeinsam auf der Internetplattform change.org am 14.08.2014 gestartet. Darin fordern sie Umweltministerin Hendricks auf, eine Umweltabgabe auf Plastiktüten in Höhe von 22 Cent einzuführen.

In Deutschland jährlich sechs Milliarden Plastiktüten

Den Plastiktütenverbrauch zu senken, ist eine besonders dringende Aufgabe zum Schutz der Umwelt. Allein in Deutschland werden jährlich über sechs Milliarden Plastiktüten verbraucht. Aneinandergelegt ließe sich die Erde damit 46 Mal umwickeln. Viele der Tüten landen nach einmaligem Gebrauch in der Verbrennungsanlage oder in der Landschaft, wo sie sich nur sehr langsam zersetzen und der Umwelt erheblichen Schaden zufügen. Jeder Deutsche verbraucht pro Jahr 76 Plastiktüten. Die Europäische Union hat sich im November 2014 auf konkrete Zielvorhaben für die Reduktion von Plastiktüten geeinigt.

„Wir begrüßen die Entscheidung der EU, der Plastiktüte ein Ende zu setzen. Jedoch sind die formulierten Vermeidungsziele nicht ambitioniert genug. Bis 2025 müsste Deutschland seinen Plastiktütenverbrauch lediglich auf 40 Tüten pro Kopf und Jahr senken. Jeder Ire verbraucht aber bereits heute nur noch 16 Plastiktüten pro Jahr“, betonte der DUH-Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner. Von Barbara Hendricks forderte er deshalb die Einführung einer Abgabe auf Plastiktüten, um deren massenhaften Verbrauch dauerhaft einzudämmen. In Irland habe sich der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch seit Einführung einer Abgabe von 328 auf 16 Tüten verringert – das ist ein Rückgang von 95 Prozent.

Nach Ansicht der DUH zeigt der Erfolg der Petition, dass Stefanie Albrecht mit ihrem Wunsch, der Plastiktüte und der damit einhergehenden Ressourcenverschwendung und Umweltverschmutzung Einhalt zu gebieten, den Nerv der Zeit getroffen hat. „So viele Stimmen kann man nicht ignorieren. Die Petenten zeigen, dass ihnen Umweltschutz wichtig ist und sie konkrete Maßnahmen von der Umweltministerin erwarten, um dem verschwenderischen Verbrauch wertvoller Rohstoffe zu stoppen“, sagte DUH-Bereichsleiter für Kreislaufwirtschaft Thomas Fischer.

[note Ich bin Stefanie Albrecht (Studentin) aus Berlin. Durch die Dokumentation “Plastic Planet” und die Arbeit der Deutschen Umwelthilfe bin ich auf die Invasion der Plastiktüten aufmerksam geworden. Je mehr ich darüber lerne, desto mehr sehe ich es: Plastik vermüllt unseren Planeten. Im Sommer bedecken Teppiche aus Plastik öffentliche Parks und in Strudeln durchzieht es unsere Meere. Vögel und Fische, die das Plastik für Nahrung halten, verenden qualvoll. Plastiktüten tragen einen besonders hohen Anteil an der Landschaftsvermüllung und der Umweltverschmutzung. In Deutschland gehen 17 Millionen Einweg-Plastiktüten täglich über die Ladentheken – beim Klamottenkauf, im Shoppingcenter, in der Apotheke. Das sind im Jahr unvorstellbare 6.100.000.000 (sprich 6,1 Milliarden) Plastiktüten. Viele dieser Tüten werden gratis herausgegeben. Dabei bestehen Plastiktüten meistens aus Rohöl, einer wertvollen, immer knapper werdenden Ressource. Nach kürzester Nutzungszeit werden sie einfach weggeschmissen. Achtlos in der Natur entsorgt, benötigen sie Hunderte von Jahren zum Abbau. Foto © DUH]

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