Fracking belastet Trinkwasser

US-Untersuchung legt Schluss nahe

spiegelonline_logoEinem US-Forscher ist der Nachweis gelungen, dass Fracking in der Tat das Trinkwasser belasten kann. Die Studie des Wissenschaftlers Dominic DiGiulio ist Ende März 2016 im Fachmagazin “Environmental Science and Technology” erschienen – und besagt, dass das Grundwasser im 231-Seelen-Dörfchen EPA logoPavillon in Wyoming mit Fracking-Schadstoffen belastet ist, dass diese nach oben wandern und mit der Zeit die Trinkwasserbrunnen erreichen. Ein Bericht von Christoph Seidler auf SPIEGEL-Online.

Nach den ersten Beschwerden hatte DiGiulio 2008 im Auftrag seiner Behörde (der US-Umweltbehörde EPA – Environmental Protection Agency) Probebohrungen vornehmen lassen; zudem hatte er zwischen 2009 und 2011 mehrere Messkampagnen durchgeführt und ausgewertet – und einen Bericht geschrieben: Im Grundwasser unter Pavillon seien unter anderem fremde organische Substanzen gefunden worden – vieles spreche dafür, EPA-Studie Pavillon Titeldass die Chemikalien durch das Fracking ins Grundwasser gelangt seien. Allerdings waren DiGiulios Schlussfolgerungen damals nicht von unabhängiger Seite geprüft worden. Entsprechend angreifbar schienen sie. Fracking-Unternehmen im Verein mit dem Bundesstaat Wyoming, sowie der Druck von Senator Inhofe, eines Klimawandel-Leugners, veranlassten die EPA zum Rückzug. Sie werde den Bericht nicht fertigstellen, auch die Zwischenergebnisse nicht mehr verwenden und übergab die Arbeit an den Bundesstaat Wyoming – der nahm 1,5 Millionen Dollar Förderung für die Forschungs-Arbeit vom verursachenden Gasproduzenten Encana. Es schien das Ende der Fracking-Untersuchung von Pavillon.

Stanford-Forscher bei der Arbeit - Foto © Dominik DiGiulio Doch DiGiulio gab nicht auf, ließ sich mit 57 frühpensionieren und arbeitete als Gastforscher an der Stanford University weiter. So wurde aus der EPA-Studie eine Stanford-Studie gemeinsam mit Kollegen der Stanford University. Diese belegt nun aus seiner Sicht endgültig, dass die Fracking-Chemikalien im Grundwasser tatsächlich in trinkwasser-relevante Bereiche gewandert sind. Allerdings fehlen noch Proben aus den lokalen Brunnen, um zu beweisen, dass sich die Substanzen bereits im Trinkwasser befinden.

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