VW wird e-mobil

“Spekulationen” um geplante Milliarden-InvestitionVW-Six - Foto © Gerhard Hofmann, Agentur ZukunftMitten im Abgasskandal plant Volkswagen laut Medienberichten, bis zu zehn Milliarden in den Ausbau der Elektromobilität zu investieren: Nach dem Vorbild des US-Konkurrenten Tesla wil der Wolfsburger Konzern laut dpa und Handelsblatt mit Bezug auf Konzernkreise in zehn Jahren jährlich eine Million Elektroautos bauen. Für diese spektakuläre Strategiewende erwägt der Autokonzern den Bau einer gigantischen eigenen Batteriefabrik im Raum Salzgitter, wo bisher herkömmliche Motoren gebaut werden.

VW-Transparent 'Wir brauchen Euch'- Foto © Gerhard Hofmann, Agentur Zukunft 11.11.2015Bei Volkswagen wollte man die Meldungen nicht kommentieren; ein VW-Sprecher sprach von “Spekulationen”. Grundsätzlich gelte: “Wir haben die Elektromobilität in die Mitte des Konzerns geholt und umfangreiche Kompetenzen aufgebaut.” Volkswagen habe sich jedenfalls das Ziel gesetzt, bis 2018 Marktführer in der E-Mobilität zu werden. Die Betriebsratsvorsitzenden von Daimler, Volkswagen und BMW hatten sich wiederholt für eine Batteriefertigung in Deutschland stark gemacht.

Dabei geht es vor allem um die Produktion von Batteriezellen. Die Zellen gelten als Schlüssel für den Durchbruch von Elektroautos, weil sie noch zu lange Ladezeiten brauchen, bislang die Reichweite begrenzen und die Fahrzeuge verteuern. Deutschland droht zudem abhängig von asiatischen Batterie-Produzenten zu werden. Denn bisher sind die deutschen Autobauer beim Bau von Elektroautos auf Hersteller wie Samsung oder LG Electronics angewiesen. Diese Firmen fertigen die Zellen, Herzstücke der Batterien, in Asien. Zusammengesetzt werden die Systeme dann zum Beispiel bei VW in Braunschweig. Zurzeit sind Elektroautos bei Volkswagen Nischen-Produkte. e-up! von VW - Bild © emosite.volkswagen.deDer E-Autopionier Tesla baut derzeit in den USA zusammen mit Panasonic die bislang größte Zellfertigung der Welt auf, die 2017 starten soll.

Arbeitnehmervertreter befürchten Arbeitsplatzverluste in Fabriken, in denen bisher Komponenten gebaut werden, die im E-Autozeitalter dann nicht mehr gebraucht werden. Bei Volkswagen geht es etwa um die Zukunft des Motorenwerks in Salzgitter, in dem herkömmliche Antriebe gebaut werden.

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