Lausitz-Kohle-Deal bringt COP21 in Gefahr

Vorschlag: Gespräch Löfven-Merkel

Dies ist ein so wichtiges Thema für unsere Länder und für die Zukunft der Welt, dass wir vorschlagen, dass eine Entscheidung über den Braunkohle-Verkauf erst nach einem Gespräch von Premierminister Stefan Löfven und der deutschen Kanzlerin Angela Merkel getroffen werden sollte. Dieses Gespräch sollte im engen Dialog mit den Braunkohleregionen in Deutschland stattfinden, die gemeinsame Verantwortung für einen rentablen und umweltfreundlichen Ausstieg übernehmen sollten, die neue Arbeitsplätze für die 6.000 schaffen müssen, die sonst arbeitslos wären. Die Lausitz-Region in Brandenburg, die durch Braunkohleabbau gekennzeichnet ist, würde damit eine Vorreiterrolle einnehmen; ein „Prüfstand“, der zeigen wird, wie Gemeinden mit Hilfe der neuen Technologie und nachhaltigen Geschäftsmodellen aus der fossilen Sackgasse herauskommen können.

Dies ist auch wirtschaftlich sinnvoll. Schwedische Steuerzahler werden grundsätzlich nichts verlieren durch den Verkauf an EPH. Nach Angaben der tschechischen Gesellschaft wird Vattenfall für den Verlust der Braunkohle-Operationen weiter zahlen, bis die europäischen Strompreise wieder steigen, was die schwedische und die deutsche Verantwortung untergräbt, das Pariser Abkommen zu erfüllen.

Wenn Vattenfall seine deutschen Kohle-Ressourcen behalten und weiterhin ausbeuten würde, wäre das ebenfalls ein schlechtes Geschäft. Schwedens angemessene Kosten für die Emission schädlichen Kohlendioxids angenommen, 100 Euro pro Tonne, würde die fortgesetzte Nutzung der schwedischen Braunkohlereserven in Deutschland die schwedische Gesellschaft 60 Milliarden pro Jahr kosten.

Es ist daher wichtig, dass Schweden und Deutschland in der Entscheidung über Vattenfalls Braunkohle nicht eine ausschließlich innenpolitische Angelegenheit sehen. Beide Länder haben eine große Verantwortung für die Welt und eine große Chance, die Führung der globalen Klima-Bemühungen zu übernehmen, indem sie den Weg für einen verträglichen Kohleausstieg einschlagen.

Alles andere würde, neben dem Bruch des Pariser Abkommens, in einen direkten Kollisionskurs mit einer breiten Palette von wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und moralischen Gründen führen. In Zeiten wie diesen darf sich die Welt solche Fehler nicht leisten.

  • Johan Rockström ist Professor an der Universität Stockholm
  • Hans-Joachim Schellnhuber ist Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung und Vorsitzender des WBGU, der Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung für Globale Umweltveränderungen
  • Will Steffen ist Emeritus der Australien National University, Canberra, und Mitglied des unabhängigen Climate Council of Australia.

->Quelle: di.se/vattenfalls-forsaljning-bryter-mot-parisavtalet