Gauck überreicht Deutschen Umweltpreis

„Problemen die Stirn zu bieten, ist entscheidende Triebfeder für den Erfolg beim Umweltschutz“

bundespraesident-joachim-gauck-foto-dbu-peter-himselIm 25. Jahr ihres Bestehens würdigte Bundespräsident Joachim Gauck am 3o.10.2016 in Würzburg die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) und die neuen Träger des Deutschen Umweltpreises. Aus seinen Händen nahmen der Unternehmer Bas van Abel (39, Amsterdam), die Wissenschaftlerin Prof. Angelika Mettke (64, Cottbus) und der Unternehmer Walter Feeß (62, Kirchheim/Teck) den höchstdotierten unabhängigen Umweltpreis Europas in Empfang. Van Abel erhält 250.000 Euro. Die zweite Hälfte des Preisgeldes teilen sich Mettke und Feeß.

Gauck: „Die Bereitschaft, Problemen die Stirn zu bieten, ist entscheidende Triebfeder für den Erfolg beim Umweltschutz – für Ihre Erfolge, liebe Preisträger, und für die erfolgreiche Arbeit der Umweltstiftung. Ihre Leistungen bestätigen mir: Wir können optimistisch in die Zukunft schauen. Wir können guten Mutes sein, ein Verhalten zu erlernen, das die Reichtümer unseres Planeten zu schätzen und die Grenzen seiner Belastbarkeit zu respektieren weiß.“

Hartnäckige Überzeugungsarbeit – getragen von ökologischer Verantwortung

Vor rund 1.200 Festgästen – darunter Bundesumweltministerin Barbara Hendricks, die Präsidentin des Bayerischen Landtages, Barbara Stamm, die bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf und ihr niedersächsischer Amtskollege Stefan Wenzel, der Vorsitzende der ökologischen Arbeitsgruppe der Deutschen Bischofskonferenz und Weihbischof in der Erzdiözese Freiburg Dr. Bernd Uhl sowie Physik-Nobelpreisträger Prof. Dr. Georg Bednorz – betonte Gauck, der Bausektor gehöre zu den Wirtschaftsfeldern, für die besonders große Mengen hochwertiger Rohstoffe benötigt würden. Deren Recycling sei deshalb umso wichtiger.

Durch die Preisträger Mettke und Feeß habe sich herumgesprochen, wie erfolgreich sich Baustoffe für den Straßen- und Gebäudebau wiederverwenden ließen. Die Bereitschaft dazu hätten beide entscheidend befördert – als Wissenschaftlerin und als Unternehmer. Triebfedern des Erfolgs seien dabei die unermüdliche Suche nach neuen Möglichkeiten und hartnäckige Überzeugungsarbeit – getragen von ökologischer Verantwortung.

„Impulse geben, um Nachhaltigkeit Alltag werden zu lassen“

baas-van-abel-screenshot-dbu-de Auch Preisträger van Abel weise Wege zu verantwortungsbewusstem Handeln. Beim Fairphone gehe es um einen fairen Ausgleich von Umweltschutz, wirtschaftlichen Interessen und sozialen Belangen. Hochachtung zollte Gauck dem Preisträger dafür, wie er diese komplexe Aufgabe gemeistert habe – von der Gewinnung der Rohstoffe über die Fertigung der Geräte bis hin zur Reparatur und zum Recycling. Umweltschutz sei stets angewiesen auf zahlreiche Mitstreiter, auf den Ideenreichtum und den Forscherdrang, auf die Leidenschaft und die Überzeugungskraft der Vielen. Denn die Zuversicht, dass grünes Wachstum gelingen könne, dass die Versöhnung von Ökologie und Ökonomie keine Utopie sei, gründe in der Vielfalt der Möglichkeiten, sich einzubringen und mitzuwirken. Er wünsche sehr, so der Bundespräsident, dass das Beispiel aller drei Preisträger Schule mache und dass ihre Leistungen „Impulse geben, um Nachhaltigkeit Alltag werden zu lassen“.

DBU sensibilisiert Millionen Menschen in Deutschland für die Bedeutung ökologischer Zusammenhänge

Das Staatsoberhaupt würdigte aber auch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt anlässlich ihres 25. Geburtstags in diesem Jahr. Bundespräsident und DBU verbinde eine lange, ausgezeichnete Partnerschaft. Bereits die Genese der DBU bestätige, dass Ökonomie und Ökologie keine Gegensätze sein müssten. Schon die Gründerväter hätten auf das Potenzial der kleinen und mittelständischen Unternehmen gesetzt. Denn umweltfreundliche Verfahren, Dienstleistungen und Produkte seien Motor für Wachstum und Arbeitsplätze. Dabei sei vor 25 Jahren Skepsis gegenüber der „Green Economy“ in den klassischen Industriezweigen allerdings noch weit verbreitet gewesen. Die Fördermaßnahmen der DBU hätten deshalb einen doppelten Effekt: Sie trieben die Entwicklung umweltschonender Produkte und Verfahren an. Zugleich gelinge es, Sorgen abzubauen, Umweltschutz schade der Wettbewerbsfähigkeit. Die DBU habe Millionen Menschen in Deutschland für die Bedeutung ökologischer Zusammenhänge sensibilisiert. Ihre Förderprojekte bewiesen, wie viele Möglichkeiten es gebe, durch Umwelt- und Ressourcenschutz Lebensbedingungen zu verbessern. Der Bogen spanne sich vom Klima-, Boden- und Gewässerschutz über den Schutz der Artenvielfalt, den sparsamen Umgang mit Energie und Ressourcen bis zur umweltgerechten Abfallverwertung und zu verantwortungsbewusster Ernährung.

Folgt: „Substantielle Minderung der Treibhausgase steht uns noch bevor“