Hendricks fordert Mindesthaltbarkeit für Produkte

„Elektrogeräte dürfen keine Wegwerfartikel sein“

barbara-hendricks-eroeffnet-eur-resourcenforum-foto-gerhard-hofmann-agentur-zukunft-fuer-solarifyBundesumweltministerin Barbara Hendricks hat sich für verbindliche europaweite Ziele zur Ressourceneffizienz ausgesprochen. „Die Europäische Kommission muss die Langlebigkeit, Reparierbarkeit und Recyclingfähigkeit von Produkten stärker fördern“, sagte Hendricks am 09.11.2016 zur Eröffnung des 3. Europäischen Ressourcenforums (ERF) in Berlin. „Mit der Ökodesign-Richtlinie steht uns ein schlagkräftiges Instrument zur Verfügung, um für bestimmte Verschleißteile eine Mindesthaltbarkeit vorzuschreiben.“

Außerdem seien ein modularer Aufbau von Produkten und die langfristige Verfügbarkeit von Ersatzteilen wichtig, „damit Elektrogeräte nicht als Wegwerfartikel enden“, sagte die Ministerin. Beim 3. Europäischen Ressourcenforum beraten heute und morgen rund 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft über Strategien zur nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen.

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Plenum Eur. Resourcenforum – Foto © Gerhard Hofmann, Agentur Zukunft für Solarify

Hendricks: „Mit dem Klimaabkommen von Paris haben wir eine Grundsatzentscheidung für Ressourceneffizienz getroffen. Angesichts der Begrenztheit natürlicher Ressourcen brauchen wir eine Ressourcenwende. Die nötigen Konzepte, Instrumente und Technologien für Ressourceneffizienz sind vorhanden. Für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ist die Zeit gekommen, beherzt zu handeln!“

Die Vorteile ressourceneffizienten Handelns zeigen auch die diesjährigen Preisträger des Deutschen Umweltpreises: Der neuartige Recyclingbeton der Firma Feeß spart 30 Prozent Rohstoffe gegenüber herkömmlichem Beton ein. Die Firma Fairphone stellt reparatur- und recyclingfreundliche Smartphones her und verbindet dies mit ökologischen und sozialen Standards in der Produktion.

Ziel der Bundesregierung ist es, Wohlstand und Wirtschaftswachstum vom Ressourceneinsatz zu entkoppeln. Die Bundesregierung hat dazu das Deutsche Ressourceneffizienzprogramm von 2012 in diesem Jahr erstmals fortgeschrieben und am 2. März 2016 das sogenannte „ProgRess II“ verabschiedet. Es evaluiert die Fortschritte und legt die Handlungsschwerpunkte für die nächsten vier Jahre fest. Gleichzeitig stärkt die Bundesregierung die internationale Zusammenarbeit für Ressourceneffizienz. Deutschland hat 2015 die deutsche G7-Präsidentschaft genutzt, um beim Gipfel von Schloss Elmau erstmals die Staats- und Regierungschefs der 7 größten Wirtschaftsmächte mit Ressourceneffizienz zu befassen und eine „G7-Allianz für Ressourceneffizienz“ zu gründen.

maria-krautzberger-vor-eur-resourcenforum-foto-gerhard-hofmann-agentur-zukunft-fuer-solarifyDie Präsidentin des Umweltbundesamts, Maria Krautzberger, äußerte ihre Hoffnung auf einen Neustart der europäischen Ressourcenpolitik; dazu brauche es Denkanstöße: „Wir brauchen eindeutige Ziele für die Resourcen-Effizienz in der EU, mittelfristige Ziele für die  Änderung der Produktionsweisen – und dafür einen ambitionierte Rechtsrahmen.“ Weiter mahnte sie Vorschriften für den Einsatz von Sekundär- und kritischen Rohstoffen an. Da könne ein vorgegebener Recyclatanteil, z.B. für Kunststoffe helfen. Ökonomische Instrumente sollen den Einsatz vom Primärrohstoffen verteuern und den Einsatz von Sekundärrohstoffen fördern. Krautzberger nannte das in Gründung befindliche Resource Efficiency Excellence Center. Aber auch soziale Mindeststandards seien zu beachten – hier nannte sie als Beispiel von Abels Fairphone.

Das Schwierigste aber sei die Veränderung unserer Lebensstile, Hauptvoraussetzung für mehr Resourcenschutz. Denn der Weg dorthin sei außerordentlich steinig. Rhetorisch fragte sie: „Wann werden wir mehr Fairphones als normale Handys haben?“ Eben habe ein UBA-Forschungs-Projekt begonnen, wie Deutschland bis 2050 treibhausgasneutral werden könne.

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