Frankreich 2016 mit Windenergieboom

Rekordzubau von 1,561 GW

Der französische Markt für Windkraftanlagen ist im vergangenen Jahr um gut 45 Prozent gewachsen – das ist Rekord. Davon profitieren auch die Turbinen-Hersteller aus Deutschland. 2016 wurden insgesamt neue Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von 1,561 GW installiert. Das meldet der französische Windenergieverband France Energie Eolienne (FEE). Die insgesamt installierte Leistung zum Jahresende 2016 belaufe sich  auf 12.065 MW.

Dieses Ergebnis erklärt der Windenergieverband aus der seit 2014 bestehenden relativen Rechtssicherheit für die Akteure des Sektors durch die unter den Titeln Grenelle 2 und Brottes bekannt gewordenen Energiewende-Gesetze. Der Gesetzestext Grenelle 2 bildet eine Art juristischen Werkzeugkastens von im Rahmen des Umweltgipfels Grenelle de l’environnement 2010 übernommenen Verpflichtungen (Grenelle 1) und hebt viele Barrieren auf – wie etwa Windentwicklungszonen und einengende Vorschriften für die Masten.

Im französischen Strommix spiele die Windenergie zudem eine vielversprechende Rolle, die starke Fortschritte im Zubautempo möglich gemacht habe, “gefördert von einem starken politischen Willen, übersetzt in ein Gesetz für die Energiewende und grünes Wachstum (LTECV)”, so der Verband in einer Erklärung.

“Windenergie-Experten begrüßen diese Entwicklung. Die Anstrengungen der vergangenen Jahre, die wirtschaftlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen für die Windenergie zu stabilisieren,  tragen Früchte – die gestiegene Nachfrage des Sektors zahlt sich aus. Wir begrüßen das Engagement der Behörden, die Entwicklung der Windenergie in Frankreich zu beschleunigen”, sagte FEE-Präsident Olivier Perot.

2015 habe der Zuwachs des Windsektors 2.000 neue Arbeitsplätze ermöglicht, die industrielle Struktur des Sektors gestärkt und zur wirtschaftlichen Vitalität der Branche beigetragen.

Das Wachstum der Windenergiebranche solle dazu anreizen, das Stromnetz auszubauen, so der Verband. In diesem Sinne sei Kapazitätsplanung wichtig, um entsprechende Investitionen fortzusetzen und zu erweitern. In den kommenden Jahren solle das Ausbautempo beibehalten werden. Für 2018 werde ein Zubau von 15 GW erwartet.

Vestas in Frankreich Markführer vor Enercon

Rund 36 Prozent (592 MW) der neuen Anlagen installierte die dänische Vestas. Dicht dahinter kommen Enercon (rd. 478 MW/ 31 %), Senvion (rd. 209 MW/ 13 %), Nordex (rd. 172 MW/11 %) und Siemens (rd. 50 MW/ 3,2 %), die alle ihre Hauptsitze in Deutschland haben. Damit kommen die deutschen Hersteller insgesamt auf einen Marktanteil von 58 Prozent. Auch General Electric aus den USA (50 MW/ 3,2 %) und Gamesa aus Spanien (42 MW/ 2,7 %) beteiligen sich am französischen Windmarkt.

->Quellen: