“Klimaschutz braucht Beitrag von Wissenschaft und Think Tanks”

Hendricks bei T20 

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks hat die zentrale Rolle der Wissenschaft im Kampf gegen den Klimawandel gewürdigt. „Kaum ein anderes Politikfeld wird so sehr von wissenschaftlichen Erkenntnissen vorangetrieben wie die Klimapolitik“, sagte sie am 29.05.2017 beim T20-Gipfel in Berlin. Die T20 sind ein Netzwerk der führenden Forschungsinstitute und Think Tanks aus den G20-Ländern.

Als Teil der Zivilgesellschaft entwickeln sie gemeinsame, forschungsbasierte und konkrete Politikempfehlungen, um den politischen G20-Prozess zu unterstützen. Hendricks: „Es kommt nun darauf an, dass wir als G20-Staaten Mut beweisen und die großen Chancen nutzen, die uns das Paris-Abkommen und die 2030-Agenda bieten. Es geht um einen weltweiten Modernisierungsschub hin zu nachhaltigeren, klimaverträglicheren Wirtschaftsweisen.“

Eine wichtige Voraussetzung sei die Umlenkung der globalen Finanzströme in Richtung nachhaltige Investitionen. Viele Universitäten weltweit haben bereits damit begonnen, ihr Kapital aus fossilen Energieträgern abzuziehen und in klimafreundliche Alternativen umzuschichten.

[note Zum gleichen Thema hatte der designierte UNDP- und Ex-UNEP-Chef Achim Steiner anlässlich der 17. Jahrestagung des Rates für Nachhaltige Entwicklung in Berlin das Projekt eines “Hub for Sustainable Financing” in Deutschland vorgestellt. Der Noch-Direktor der Oxford-Martin-School informierte darüber, dass an vielen Finanzplätzen der Welt mehr und mehr über nachhaltige Finanzen gesprochen werde. Dabei gehe es nicht nur um sustainable Investments aus öffentlichen Mitteln, sondern auch darum, private Investoren zu motivieren, in die Transition zu investieren. 300 Milliarden Dollar seien 2017 in Erneuerbare Energien investiert worden – mehr als in alle fossilen Energien zusammen. Steiner, der auch Mitglied des Nachhaltigkeitsrates ist,  wörtlich: “Jedes Land hat seine eigenen Ansätze, aber Deutschland hat das Thema nicht mit gleicher Dynamik aufgegriffen. Divestment ist ein öffentliches Druckmittel und hat auch bereits Signale gegeben. Aber wir wollen etwas Neues ermöglichen, das Finanzwesen stärker an übergeordneten Zielen ausrichten. Der Hub hat das Ziel, darüber Gespräche zu ermöglichen.” (Siehe auch: solarify.eu/steiner-rne-fordert-green-finance-hub-fuer-deutschland).]

Hendricks begrüßte den Bericht der „High-level Commission on Carbon Pricing“, der auf dem T20 Gipfel vorgestellt wurde. „Der Bericht unterstreicht, wie wichtig es ist, CO2 einen Preis zu geben, und er zeigt, wie man diese Bepreisung gestalten kann. Wir brauchen effektive CO2-Preise als Anreize für Investitionen in CO2-arme Infrastruktur und Technologien.“ Mittlerweile nutzen bereits mehr als 40 Staaten sowie rund 20 Regionen und Städte Kohlenstoffbepreisung und Kohlenstoffmärkte. Rund 80 nationale Klimaschutzbeiträge (NDCs) sehen die Nutzung marktbasierter Ansätze vor. Effektive CO2-Preise sind erforderlich, um Anreize für Investitionen in CO2-arme Infrastruktur und Technologien zu setzen.

Angeführt werden die T20 während der deutschen G20-Präsidentschaft vom

  • Direktor des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik (DIE) Dirk Messner sowie dem
  • Präsidenten des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IFW) Dennis J. Snower.

Ko-Vorsitzende der High-level Commission on Carbon Pricing sind

  • Lord Nicholas Stern (London School of Economics) und
  • der Nobelpreisträger Joseph Stiglitz (Columbia University).

Der T20 Gipfel fand am 29./30. Mai 2017 in der European School of Management and Technology (ESMT) in Berlin statt.

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