5.700 Euro pro Lkw einsparen

Technologien könnten sie viel effizienter machen

Lkw könnten sehr viel treibstoffeffizienter sein und Spediteure pro Fahrzeug 5.700 Euro jährlich sparen, wenn bereits verfügbare Technologien eingesetzt würden, schreibt Zoran Radosavljevic auf EURACTIV.com (übersetzt von Tim Steins) über einen  am 26.09.2017 veröffentlichten Bericht der Transportorganisation Transport & Environment (T&E).

[note Lkw machen weniger als 5 Prozent des europäischen Verkehrs aus, sind aber für rund ein Viertel der Treibhausgas-Emissionen verantwortlich – Foto © Gerhard Hofmann, Agentur Zukunft für Solarify]

“This report finds that while there is still plenty of potential to improve truck fuel efficiency, market forces alone will not do the job” (dieser Bericht kommt zu dem Schluss, dass es zwar noch viel Potenzial zur Verbesserung der Kraftstoffeffizienz von Lastkraftwagen gibt, aber die Marktkräfte allein werden die Aufgabe nicht erfüllen) – so die Überschrift. Neue Technologien würden jedoch kaum genutzt, kritisiert T&E. Die Organisation nennt als Beispiel das sogenannte Turbo-Compounding, mit dem der Kraftstoffverbrauch um drei Prozent gesenkt werden könnte. Diese Technologie ist seit 15 Jahren auf dem Markt, aber nur 0,24 Prozent der europäischen Lastkraftwagen nutzen sie.

Ein weiteres Beispiel seien Reifen mit niedrigem Straßenwiderstand, die einfach auf Lkw aufgezogen werden könnten. Sie reduzieren den Spritverbrauch um durchschnittlich sieben Prozent, kommen aber lediglich bei ungefähr ein Prozent der Trucks zum Einsatz, so der Bericht von T&E, der auf Daten des International Council on Clean Transportation (ICCT) beruht.

18 % Treibstoffersparnis möglich

Spediteure geben für Kraftstoff derzeit durchschnittlich 32.000 Euro im Jahr pro Lastkraftwagen aus. Laut T&E könnten 18 Prozent dieser Kosten eingespart werden. Die EU-Kommission will Anfang 2018 neue Kraftstoff-Effizienzrichtlinien sowie CO2-Standards für Lkw vorschlagen. Gegenüber EURACTIV.com erklärt T&E dazu, die neuen Regeln müssten deutlich strikter werden, „damit sich der Markt endlich bewegt und diese effizienten Technologien effektiver genutzt werden.“

Stef Cornelis, bei T&E zuständig für sicherere und sauberere Trucks, schreibt in einer Pressemitteilung, die Nichtbeachtung der neuen Technologien sei ein „klassischer Fall von Marktversagen: Technologien, die durchschnittlich seit mehr als fünf Jahren auf dem Markt sind, werden nur in 15 Prozent der Lkw eingesetzt.“

Weiter erklärt er, EU-weite Kraftstoffstandards für Lkw würden dieses Versagen beheben: „Solche Truck-Standards gibt es heute schon in Nordamerika, China und Japan, wo sie immer mehr dazu beitragen, dass solche fortschrittlichen Technologien zum Kraftstoffsparen in neuen Trucks verwendet werden.“ Im Angesicht der möglichen finanziellen Einsparungen sei es „eine Schande, dass so viel Technik einfach ignoriert wird”, fasst Cornelis zusammen.

Lkw machen weniger als fünf Prozent aller Fahrzeuge auf europäischen Straßen aus, sind aber für rund ein Viertel aller Treibhausgas-Emissionen verantwortlich. Noch wesentlicher: Ihr Kraftstoffverbrauch hat sich in den letzten 20 Jahren kaum verbessert. „Ein im Jahr 2015 gebauter Lkw verbraucht praktisch genau so viel Sprit wie ein Truck von 1995,” kritisiert T&E.

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