Climate Change Award für “Vater der Zwei-Grad-Grenze”

Der diesjährige Preisträger des Klimaforschungspreises BBVA Frontiers of Knowledge Award in der Kategorie Klimawandel ist Professor William Nordhaus. Nordhaus wird dafür ausgezeichnet, eine wegweisende Verbindung aus Klimawissenschaft, Technologie und Wirtschaft entwickelt zu haben, um die entscheidende Frage zu beantworten: Was sollte die Welt tun, um den Klimawandel zu begrenzen? Präsident der diesjährigen Jury war Prof. Bjorn Stevens, Direktor der Abteilung Atmosphäre im Erdsystem am Max-Planck-Institut für Meteorologie (MPI-M – Medienmitteilung von dort).

Über Jahrzehnte entwickelte Nordhaus ein Modell, das von klimapolitischen Analytikern genutzt wird, um Verläufe für die effiziente Reduzierung von Treibhausgasemissionen abzuschätzen, einschließlich einer Schätzung der sozialen Kosten von Kohlenstoff. In weiteren Untersuchungen benannte er Anreize für Länder einzeln und gemeinsam an der Begrenzung des Klimawandels zu arbeiten. Nordhaus nutzte seine Modelle und sein wirtschaftliches Wissen, um die Rolle der Abzinsung zukünftiger Klimaschäden, das Risiko katastrophaler Schäden und die Rolle des technologischen Wandels im Energiesystem zu beleuchten. Aufgrund der Transparenz und Einfachheit seines Ansatzes werden seine Modelle weltweit genutzt, um klimapolitische Optionen zu analysieren.

In seinen ersten Veröffentlichungen machte Nordhaus sehr früh Projektionen des Klimawandels. Durch die Betrachtung des Problems hat er Meilensteine wie die Zwei-Grad-Grenze eingeführt (siehe: solarify.eu/zwei-grad-grenze), dis bisher einzige Richtgröße für die Erderwärmung, welche die aktuellen Klimaverhandlungen stützt, und auch Ideen wie Geo-Engineering vorhergesehen.

Die Zwei-Grad-Grenze, irrtümlicherweise allzu oft als Zwei-Grad-„Ziel“ bezeichnet, ist eine Linie für den (inzwischen unumstritten) menschengemachten Klimawandel, welche die Erderwärmung bei Androhung existenzieller Folgen keineswegs nur für die Südseeinsulaner nicht überschreiten darf. 1977 veröffentlichte Nordhaus eine Grafik mit einer als Zwei-Grad-Grenze bezeichneten Linie – er fügte dieser Grenze eine Zeitachse, die natürlichen Schwankungsbreiten samt einer nach oben verlaufenden Temperaturkurve hinzu: 2040 schnitten beide einander. Nordhaus führte die Zwei-Grad-Grenze allerdings nicht als wertebasiertes Ziel einer künftigen Klimapolitik ein, sondern er benutzte sie als gedankliche Grundlage für davon ausgehende Kosten-Nutzen-Analysen (siehe: onlinelibrary.wiley.com/abstract).

Alle, selbst unangenehme Ideen, wurden mit bemerkenswerter Klarheit und Umsicht entwickelt. Seine frühen Arbeiten lieferten den intellektuellen Samen für seine nachfolgenden und sehr einflussreichen Beiträge zur Klimaforschung und haben dazu beigetragen, ihn zu einer Koryphäe auf diesem Gebiet zu machen.

Über die BBVA Foundation Frontiers of Knowledge Awards

Die Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA) ist ein Kreditinstitut und ein Unternehmen für Finanzdienstleistungen mit einer mehr als 150-jährigen Geschichte, sie ist mit mehr als 110.000 Angestellten und 47 Millionen Kunden weltweit die zweitgrößte Bank in Spanien, eine der größten der Welt. Sie hat ihren rechtlichen Sitz in Bilbao und den operativen Sitz in Madrid.
Die BBVA Foundation Frontiers of Knowledge Awards (Premios Fundación BBVA Fronteras del Conocimiento)  wurden 2008 ins Leben gerufen, um herausragende Beiträge in verschiedenen wissenschaftlichen, technologischen und künstlerischen Bereichen sowie wissensbasierte Antworten auf die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu würdigen. Die BBVA Stiftung hat als wesentliche Ziele die Förderung wissenschaftlicher Erkenntnisse und deren Übertragung in die Gesellschaft.

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