“Produktionslücke” verschwierigt Einhaltung der Klima-Grenzen

Fossile nehmen zu, entgegen den Versprechen, CO2-Ausstoß zu senken

Der Production Gap Report 2019 – erstellt von führenden Forschungseinrichtungen und dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) und am 20.11.2019 publiziert – ist die erste Bewertung der Lücke zwischen den Zielen des Pariser Abkommens (COP21) und der geplanten Kohle-, Öl- und Gasproduktion der Länder. Er liefert eine neue Berechnungsgrundlage für die Bewertung des derzeitigen weltweiten Tempos der Gewinnung fossiler Brennstoffe und beschreibt die Schritte, die Länder unternehmen können, um die Versorgung mit fossilen Brennstoffen an die Ziele des Pariser Abkommens anzupassen. Dieser neue Bericht stellt fest, dass die Welt 50 Prozent mehr Kohle, Öl und Gas produzieren wird, als mit der Begrenzung der Erwärmung auf 1,5°C oder 2°C vereinbar, wodurch eine “Produktionslücke” entsteht, die das Erreichen der Klimaziele viel schwieriger macht. Es handelt sich um einen Bericht, der eine verschärfte und längst überfällige Konzentration auf fossile Brennstoffe fordert. weiterlesen…

“Neue Realitäten, auf die die Energiewelt vorbereitet sein sollte”

Keine Blaupause für Energiewende – alle Technologien und Energieträger nötig – 2-Grad-Ziel voraussichtlich nicht erreicht

Anlässlich des 24. Weltenergiekongresses in Abu Dhabi veröffentlichte der World Energy Council (Weltenergierat) am 09.09.2019 seine Analysen zur globalen Energieversorgung. Aus einer betreffenden Medienmitteilung wird deutlich: Die Dezentralisierung des Energiesystems einerseits sowie die noch langfristige Nutzung fossiler Energiequellen andererseits werden unsere Realität in den nächsten Dekaden prägen. Uwe Franke, Präsident des Weltenergierats Deutschland: „Auch wenn wir dies in Deutschland zunächst angenommen haben: Es existiert keine Blaupause für eine Energiewende – jede Technologie und jeder Energieträger wird benötigt, um den Menschen Zugang zu einer bezahlbaren, sicheren und nachhaltigen Energieversorgung zu ermöglichen und damit den Grundstein für ein Leben in Wohlstand zu legen“. 2030 könnten laut World Energy Council alle Menschen weltweit Zugang zu moderner Energieversorgung haben – noch ist knapp eine Milliarde hiervon ausgeschlossen. weiterlesen…

Hinter den Kulissen des EU-Klimaplans


Streit um vage Zahlen und Angst vor Scheitern erschwert langfristigen EU-Klimaplan

Im März 2018 war die Kommission von den Mitgliedstaaten aufgefordert worden, eine langfristige Strategie zu entwickeln, um die europäische Wirtschaft auf einen dem Pariser Klimaabkommen entsprechenden Kurs zu bringen. Kommissionsgranden wie Präsident Jean-Claude Juncker und EU-Klima-Chef Miguel Arias Cañete befürworten eine Strategie mit Netto-Null-Emissionen bis 2050. Quellen aus dem Kommissionsumfeld legen aber nahe, dass sich Fraktionen innerhalb der EU-Exekutive für eine „business-as-usual“-Strategie einsetzen – schreibt Sam Morgan auf EURACTIV.com (und er schickt einen Kommentar hinterher). weiterlesen…

“Sputet Euch!”


Wissenschaft befürchtet schon bei 1,5° Erwärmung weltweit Risiken für Mensch und Natur

Der neue IPCC-Sonderbericht, der am 08.10.2018 in Incheon, Südkorea, veröffentlicht wurde, zeigt, dass bereits bei 1,5 Grad Celsius globaler Erwärmung weltweit hohe Risiken durch die Klimafolgen bestehen, so eine gemeinsame Medienmitteilung von BMBF und BMU. Der in Paris anlässlich der COP21 in Auftrag gegebene Bericht fasst den wissenschaftlichen Kenntnisstand über die Folgen einer Erwärmung von 1,5°C und darüber zusammen und definiert die damit einhergehenden nötigen Emissionsverringerungen. Er untersucht außerdem konkrete Maßnahmen zur Verstärkung und Beschleunigung des Kampfes gegen den Klimawandel. Im Rahmen einer betonten die beiden Staatssekretäre der Ministerien, Jochen Flasbarth und Michael Meister im Berliner BMU die Dringlichkeit der Maßnahmen. weiterlesen…

Nobelpreis für Vater der Zwei-Grad-Grenze


William Nordhaus und Paul Romer geehrt – Zeichen für das Klima

Zwei amerikanische Ökonomen, William Nordhaus, 77, und Paul Romer, 62, erhalten den Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften 2018. Beide werden dafür geehrt, dass sie zwei globale, langfristige Phänomene in die ökonomische Analyse einbezogen haben: Nordhaus entwickelte mit einem Modell die Integration des Klimawandels in makroökonomische Analysen und Romer untersuchte den Einfluss neuer Ideen auf die “Integration technologischer Innovationen in die langfristige makroökonomische Analyse”, so die Schwedische Akademie: “Nordhaus und Romer haben Methoden entwickelt, um einige der grundlegendsten und drängendsten Fragen unserer Zeit zu beantworten, wie wir langfristig dauerhaftes und nachhaltiges Wirtschaftswachstum schaffen.” weiterlesen…

Erreichen wir unsere Klimaziele noch?


Die Zwei-Grad-Grenze gerät langsam außer Reichweite

Es ist ein Traum mit Ablaufdatum. Die Weltgemeinschaft gibt sich ihm seit einem Moment kollektiver Euphorie hin: damals im Dezember 2015 in Paris. Als der französische Außenminister Laurent Fabius seinen Spielzeughammer fallen ließ und das Pariser Abkommen als “accepté” erklärte, jubelten die Delegierten im Saal. Sie hatten gerade beschlossen, die Erwärmung der Erde durch den Klimawandel zum Ende des Jahrhunderts auf “deutlich unter zwei Grad” zu begrenzen, möglichst sogar auf 1,5 Grad Celsius. Wie im Rausch wurde das Abkommen noch vor der Wahl von US-Präsident Donald Trump ein knappes Jahr später ratifiziert und in Kraft gesetzt, schreibt der Hamburger Wissenschaftsjournalist Christopher Schrader am 16.03.2018 für Spectrum.de – ZEIT-online. weiterlesen…

DAX-Konzerne wollen CO2-Preis


“Ungewöhnlich”

“Wer das Kapitel ‘Umwelt und Klima’ des Koalitionsvertrags von Union und SPD liest, bleibt ratlos zurück”, schrieben und am 18.02.2018 im Handelsblatt – denn: “Vage Ankündigungen wechseln sich ab mit inhaltsleeren Bekenntnissen zum Klimaschutz”. Und das, obwohl Deutschland doch in der Pflicht stehe, der Pariser Übereinkunft der COP21 von 2015 folgend alles zu tun, um die Erderwärmung auf unter zwei Grad zu begrenzen. weiterlesen…

William Nordhaus erhält BBVA-Klimaforschungspreis


Climate Change Award für “Vater der Zwei-Grad-Grenze”

Der diesjährige Preisträger des Klimaforschungspreises BBVA Frontiers of Knowledge Award in der Kategorie Klimawandel ist Professor William Nordhaus. Nordhaus wird dafür ausgezeichnet, eine wegweisende Verbindung aus Klimawissenschaft, Technologie und Wirtschaft entwickelt zu haben, um die entscheidende Frage zu beantworten: Was sollte die Welt tun, um den Klimawandel zu begrenzen? Präsident der diesjährigen Jury war Prof. Bjorn Stevens, Direktor der Abteilung Atmosphäre im Erdsystem am Max-Planck-Institut für Meteorologie (MPI-M). weiterlesen…

Merkel bezweifelt Einhaltung der Zwei-Grad-Grenze


Neuer Kanzlerinnen-Podcast

Bundeskanzlerin Angela Merkel hegt offenbar Zweifel, dass die globale Erwärmung auf weniger als 2° C begrenzt werden kann. „Das Ziel, den Anstieg der Temperatur auf unter zwei Grad – am besten in Richtung 1,5 Grad – zu beschränken, dieses Ziel wird mit dem jetzigen Zustand nicht erreicht“, sagte Merkel in ihrem am 11.11.2017 veröffentlichen Video-Podcast aus Anlass des Weltklimagipfels in Bonn. Auch die derzeitigen Migrationsbewegungen seien zum Teil indirekt auf den Klimawandel zurück zu führen. weiterlesen…

Klimaverzagte EU


BEE: Kleine Fortschritte beim Emissionshandel, aber zu wenig für effektiven Klimaschutz

Unter dem Ratsvorsitz Estlands hat sich die Europäische Union auf Reformen des Europäischen Emissionshandels (EU-ETS) verständigt. Kernpunkt ist ein etwas erhöhter Emissionssenkungspfad bei den Verschmutzungsrechten. „Die Einigung des Trilogs ist eine Verbesserung gegenüber dem Status Quo. Die Pariser Klimaschutzziele werden damit aber nicht erreicht“, kommentiert Dr. Peter Röttgen, Geschäftsführer Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE). weiterlesen…