MCC erstellt umfassende Landkarte der Klimaforschung

Mehr als 400.000 Studien mit Big-Data-Technologie ausgewertet

Die Forschung zu konkreten Klimalösungen war bisher in den UN-Klimaberichten unterrepräsentiert. Solche Themen sind oft technisch geprägt und wurden von den Sozialwissenschaften wenig beachtet – was nahelegt, Forschungsprogramme und auch Prioritäten der Forschungsförderung zu überdenken. Dies ist das Ergebnis einer richtungsweisenden neuen Studie, die erstmals die Inhalte von hunderttausenden wissenschaftlichen Artikeln über die gesamte Breite der Klimaforschung abbildet. Die „Topographie der Klimaforschung“ wurde in Zusammenarbeit zwischen dem Berliner Klimaforschungsinstitut MCC (Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change) und dem Priestley International Centre for Climate an der Universität Leeds erstellt. Sie wurde jetzt in der Fachzeitschrift Nature Climate Change veröffentlicht. weiterlesen…

IPCC: Je beunruhigender die Berichte, desto weniger Widerstand

Klimawandel-Untersuchungen scheinen anzukommen

Seit 30 Jahren veröffentlicht das IPCC zunehmend erschütternde Berichte über Auswirkungen und Folgen des anthropogenen Klimawandels. Nun denken die IPCC-Autoren, dass ihre Botschaft endlich ankommen könnte, schreibt Nathanial Gronewold in Climatewire. Ende September hätten Wissenschaftler während der Gespräche in Monaco den Regierungen ihren “Special Report on the Ocean and Cryosphere in a Changing Climate” (SROCC, siehe: solarify.eu/ipcc-sonderbericht-ueber-den-ozean-und-die-kryosphaere-in-einem-sich-wandelnden-klima-srocc) präsentiert. Das Dokument sei wohl das alarmierendste, das je aus dem IPCC-Prozess hervorgegangen sei, wobei die Autoren etwa 7.000 akademische Studien eingesehen hätten, um den aktuellen Stand des Verständnisses darüber darzustellen, wie der Klimawandel die Ozeane, die Pole und die Hochgletscher beeinflusst. weiterlesen…

Lesehinweis: Begrenztes Emissionsbudget

Darum schweigt die Bundesregierung zur wichtigsten Zahl beim Klimaschutz

Wollen wir die Klimaziele einhalten, bleibt uns eine klar definierte Restmenge an CO2, die wir noch ausstoßen dürfen. Doch zur wichtigsten Zahl der Klimapolitik bleibt die Regierung erstaunlich stumm. Es war der wohl peinlichste Moment in der Debatte der vergangenen Wochen über die deutsche Klimapolitik: Vor laufender Kamera wird die Umweltministerin gefragt, von welchem Emissionsbudget die Regierung bei ihren Planungen ausgeht. Erst versucht Svenja Schulze (SPD) der Frage auszuweichen, indem sie auf das Ziel verweist, 2050 treibhausgasneutral zu sein. Auf mehrfache Nachfragen (siehe Video im unten verlinkten Tweet) sagt sie schließlich: “Unter diesen ganzen Tonnen kann sich doch keiner was vorstellen!” – Ein Gastbeitrag von Stefan Rahmstorf für Spiegel-online vom 20.10.2019. weiterlesen…

Atomkraft – Irrweg im Kampf gegen Klimakrise

Mehr noch: Laufender AKW-Betrieb blockiert Ausbau Erneuerbarer Energien

Laut Weltklimarat könnte Atomkraft einen Beitrag gegen den Klimawandel leisten. Dankbar greifen dies Befürworter nuklearer Energie auf. Eine neue Studie zeigt jedoch: Atomkraft kann fossile Energie nicht schnell genug ersetzen. Manuel Först zeigt in energiezukunft vom 27.09.2019 die Gründe dafür auf.
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280 Millionen könnten obdachlos werden

IPCC Sonderbericht über die Ozeane und die Kryosphäre in einem sich wandelnden Klima

Die Ozeane – bisher kaum oder eher im Urlaub wahrgenommen – leiden besonders unter dem Klimawandel: Ihr Wasserspiegel steigt; sie werden warm und sauer, mit weitreichenden Folgen für ihr (und unser) komplexes Ökosystem. Auf Basis von mehr als 7.000 ausgewerteten wissenschaftlichen Studien über die Veränderungen der Ozeane warnt der am 25.09.2019 in Monaco vorgestellte IPCC Sonderbericht samt Kurzfassung für Politik-Entscheider, die eigentlich lebensspendenden Ozeane stünden davor, globales Leid zu entfesseln: Bis zu 280 Millionen Menschen könnten infolge des steigenden Meeresspiegels ihre Heimat verlieren. Jährliche Flutschäden sollen sich dem Bericht zufolge mindestens verhundertfachen. Von 2050 an würden tief liegende Städte und kleine Inselstaaten jährlich von extremen Fluten betroffen sein. Durch schwindende Gletscher droht in vielen Regionen erst zu viel, dann zu wenig Schmelzwasser. weiterlesen…

IPCC-Sonderbericht über den Ozean und die Kryosphäre in einem sich wandelnden Klima (SROCC)

Vorläufige Übersetzung der Hauptaussagen

Dieser Sonderbericht über den Ozean und die Kryosphäre1 in einem sich wandelnden Klima (Special Report on the Ocean and Cryosphere in a Changing Climate, SROCC) wurde aufgrund eines Beschlusses der IPCC-Vollversammlung 2016 erstellt, im Verlauf des sechsten Berichtszyklus drei Sonderberichte zu erstellen2. Mit der Bewertung neuer wissenschaftlicher Literatur3 reagiert der SROCC4 auf Vorschläge von Regierungen und Beobachterorganisationen. Der SROCC folgt auf die anderen beiden Sonderberichte über 1,5 °C globale Erwärmung (SR1.5) sowie Klimawandel und Landsysteme (SRCCL)5 und den Globalen Sachstandsbericht der Zwischenstaatlichen Plattform für Biodiversität und Ökosystemleistungen (IPBES) über Biodiversität und Ökosystemleistungen. weiterlesen…

Vor UN-Klimagipfel in New York: Wissenschaftler-Allianz schlägt Alarm

Wichtige Fakten und Zahlen über wachsende Kluft zwischen Zielen und Realität

Weil ihnen die Maßnahmen gegen die Erderwärmung viel zu gering erscheinen, schlägt eine Wissenschaftler-Allianz Alarm. Vor dem UN-Klimagipfel in New York forderten die sieben Institutionen, die Bemühungen um Verringerung des CO2-Ausstoßes müssten sich verdreifachen, um die Erwärmung auf zwei Grad gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Um 1,5 Grad zu halten, müssten sie sich sogar verfünffachen. Das ist das Ergebnis der Untersuchung führender Wissenschaftler für die Teilnehmer des UN-Gipfels am 23.09.2019. Ihm vorangegangen war am Vortag ein UN-Jugendgipfel, bei dem Greta Thunberg erneut zu größeren Anstrengungen für den Klimaschutz aufgerufen hatte. Immerhin 75 der 197 Staaten, die sich zum Pariser Klimaabkommen bekannt haben, sollen mittlerweile Nachbesserungen ihrer Politik signalisiert haben, wie der Tagesspiegel am 22.09.2019 mitteilte. weiterlesen…

Neues Klimamodell für den Weltklimarat

AWI-Klimamodellrechnungen erstmals mit Grundlage für IPCC-Sachstandsbericht

Klimaforscher vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) belieferten erstmals die Datenbank für den Weltklimarat direkt mit Ergebnissen aus ihren globalen Computermodellierungen – so eine AWI-Medienmitteilung vom 04.09.2019. Die Daten sind von besonderem Interesse, weil das zugrundeliegende, am AWI entwickelte Modell das Meereis und die Ozeane deutlich besser auflöst als herkömmliche Verfahren. Die Ergebnisse werden weltweit von Klimawissenschaftlern und Stakeholdern genutzt, um die Folgen des Klimawandels für den Menschen und die Natur zu bestimmen. weiterlesen…

Klimawandel bedroht unsere Lebensgrundlage

IPCC-Sonderbericht belegt dramatische Risiken der Erderwärmung für Landressourcen und Lebensmittelversorgung

Der am 08.08.2019 in Genf veröffentlichte wissenschaftliche Sonderbericht des Weltklimarats (IPCC) über Klimawandel und Landsysteme (SRCCL) zeigt, wie sehr der Klimawandel die Ökosysteme zu Land belastet und unterstreicht die Notwendigkeit, stärker als bislang dagegen anzukämpfen. Für den Bericht hatten 107 Experten aus insgesamt 53 Ländern 7.000 Studien und 28.000 Gutachterkommentare ausgewertet. Der Weltklimarat verglich die Zeiträume von 1850 bis 1900 und von 2006 bis 2015, und kam zu dem Schluss, dass der weltweite Temperaturanstieg über den Landflächen bereits 1,53 Grad erreicht habe. Unter Berücksichtigung der sich langsamer erwärmenden Meeresflächen liege das globale Temperaturplus gegenüber der vorindustriellen Zeit bei knapp 0,87 Grad. weiterlesen…

Klimawissenschaft hat unausweichliche politische Dimension

Warum die Festlegung einer Klima-Deadline gefährlich ist

In einem am 22.07.2019 in der Zeitschrift Nature publizierten Artikel belegen fünf Autoren (Shinichiro Asayama, Rob Bellamy, Oliver Geden, Warren Pearce und Mike Hulme), warum es ihrer Überzeugung nach gefährlich ist, Deadlines für das Eintreten von Klimawandelfolgen oder gar Kipppunkte zu definieren. Die Veröffentlichung des IPCC-Sonderberichts über die globale Erwärmung auf 1,5° C (solarify.eu/sputet-euch )habe den Weg für einen politischen Diskurs geebnet, der eine feste Frist für entscheidende Maßnahmen gegen den Klimawandel festlegen will. Die Gefahren einer solchen Terminrhetorik legen jedoch nahe, dass das IPCC die Verantwortung für seinen Bericht übernehmen und die Glaubwürdigkeit solcher Fristen offen in Frage stellen muss. Der Text ist auf Nature ShareIt einzusehen. weiterlesen…