Klimawandel seit 1979 bekannt

Auch die Leugner fingen früh an – Lesehinweis

“Chronik einer vertanen Chance” nennt der Politik- und Kulturwissenschaftler Claus Leggewie einen langen Aufsatz in der ZEIT am 13.02.2019, in dem er eine Geschichte des Klimawandels entwirft, von der ersten – heute fast vergessenen – Weltklimakonferenz am 12.02.1979 in Genf bis zur COP24 in Katowice. Damals berieten UN-Experten über die anthropgenen Klimaveränderungen – wichtiges Ergebnis war die Warnung, dass die weitere Verbrennung fossiler Energieträger und die fortschreitende Vernichtung der Wälder auf der Erde “zu einem massiven Anstieg der atmosphärischen Kohlendioxidkonzentration führen” werde. weiterlesen…

“Sie sind nicht erwachsen genug, um es so zu sagen, wie es ist. Selbst diese Bürde überlassen Sie uns Kindern.”
(Greta Thunberg, 15, an die Politiker der Welt vor der COP24 am 12.12.2018)

Randnotiz

Ein Kind vor der COP24
Ich heiße Greta Thunberg, ich bin 15 Jahre alt und komme aus Schweden. Ich spreche im Namen vonClimate Justice Now.. Viele Leute sagen, dass Schweden nur ein kleines Land ist und es keine Rolle spielt, was wir tun. Aber ich habe gelernt, dass man nie zu klein ist, um etwas zu bewirken. Und wenn ein paar Kinder auf der ganzen Welt Schlagzeilen machen können, nur weil sie nicht in die Schule gehen, dann stellen Sie sich einmal vor, was wir alles erreichen könnten, wenn wir es wirklich wollten.
Aber um das zu tun, müssen wir Klartext reden, egal, wie unangenehm das sein mag. Sie reden nur deswegen vom grünen ewigen Wirtschaftswachstum, weil Sie Angst haben, sich unbeliebt zu machen. Sie sprechen immer nur davon, mit denselben schlechten Ideen weiterzumachen, die uns in diese Misere gebracht haben. Dabei wäre es das einzig Sinnvolle, die Notbremse zu ziehen. Sie sind nicht erwachsen genug, um es so zu sagen, wie es ist. Selbst diese Bürde überlassen Sie uns Kindern. Mir ist es egal, ob ich mich unbeliebt mache. Mir geht es um Klimagerechtigkeit und um einen lebenswerten Planeten. Unsere Zivilisation wird dafür geopfert, dass eine kleine Gruppe von Menschen immer mehr Geld verdienen will. Unsere Biosphäre wird geopfert, damit reiche Menschen in Ländern wie meinem in Luxus leben können. Die Leiden der Vielen bezahlen für den Luxus der Wenigen.
2078 werde ich meinen 75. Geburtstag feiern. Wenn ich Kinder habe, werden sie vielleicht diesen Tag mit mir verbringen. Vielleicht werden sie mich nach Ihnen fragen. Vielleicht werden sie mich fragen, warum Sie damals nichts unternommen haben, obwohl noch Zeit dazu war. Sie sagen, dass Sie Ihre Kinder mehr als alles andere lieben, aber gleichzeitig stehlen Sie ihnen die Zukunft direkt vor ihren Augen weg.
Bis dahin, wo Sie beginnen, sich auf das zu konzentrieren, was getan werden muss und nicht was politisch möglich ist, wird es keine Hoffnung geben. Wir können eine Krise nicht lösen, ohne sie als Krise zu behandeln. Wir müssen die fossilen Brennstoffe im Boden lassen. Wir müssen uns auf Gerechtigkeit konzentrieren. Wenn es so unmöglich ist, Lösungen im bestehenden System zu finden, sollten wir das System selbst ändern. Wir sind nicht hierhergekommen, um die führenden Politiker der Welt darum anzubetteln, dass sie das Problem ernst nehmen. Sie haben uns in der Vergangenheit ignoriert und Sie werden uns wieder ignorieren. Uns sind die Ausreden ausgegangen, und uns läuft die Zeit davon! Wir sind hierhergekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass der Wandel kommen wird, egal, ob Sie das wollen oder nicht. Die wirkliche Macht gehört den Menschen. Vielen Dank. weiterlesen…

COP24 Katowice – Von der Regelsetzung zur Umsetzung?

Wuppertal bewertet COP24

Die Klimakonferenz COP24 in Katowice machte am 15.12.2018 mit dem “Katowice Climate Package”, Detailregeln zur Umsetzung von COP21, das Pariser Klimaschutz-Abkommen umsetzungsreif. Neben der Stärkung der Minderungsehrgeizes wollte die polnische Regierung zudem das Thema “Just transition”, das heißt einen sozialverträglichen Strukturwandel, zu einem wichtigen Thema der Konferenz machen. In einer Diskussionsrunde erörterte das Wuppertal Institut am 19.12.2018 in Berlin eine erste Schnellanalyse, die zeigt: COP24 hat zwar den technischen Rahmen für den internationalen Klimaschutz bereitet und ist insofern ein wichtiger Schritt nach vorn, gemessen am Handlungsdruck sind die konkreten Minderungsambitionen der meisten großen Emittenten aber nach wie vor deutlich zu gering. weiterlesen…

Solides Regelwerk – aber nicht ausreichend zur Abwendung der Klimakrise

Germanwatch, BUND und BEE zum COP24-Ergebnis

Das bei der COP24 vereinbarte Regelbuch ist nach Einschätzung der Umweltorganisationen zwar eine solide Grundlage für die weltweite Umsetzung des Pariser Klimaabkommens, bedeutet aber nur einen kleinen ersten Schritt. Germanwatch:Dieses Regelwerk ist eine solide technische Basis. Aber zur Abwendung der Klimakrise kommt es nun darauf an, dass alle Staaten deutlich mehr politischen Willen zur zügigen Umsetzung des Pariser Abkommens zeigen”, so Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch. BUND-Chef Weiger: “Enttäuschend”. Simone Peter (BEE): “Es liegt bei den Nationalstaaten, was sie aus den Beschlüssen von Kattowitz machen.“ weiterlesen…

Durchbruch(?) in Katowice

NYT-Breaking News Alert

Am Samstag, dem 15. September 2018 um 16:09 New Yorker Zeit (22.09 MEZ) versandte die New York Times einen News Alert: “Diplomaten einigten sich, das Pariser Klimaabkommen am Leben zu erhalten, indem sie von jedem Land verlangen, sich an eine Reihe von Normen zur Messung seiner Emissionen zu halten. Die nach einer nächtlichen Verhandlungsrunde getroffene Vereinbarung fordert die Länder
auf, ihre Pläne zur Emissionssenkung vor einer weiteren Gesprächsrunde im Jahr 2020 zu verschärfen.” Aber in Katowice keine Begeisterung wie in Paris vor drei Jahren: Allseits nüchternes Echo. weiterlesen…

Same procedure: Klimagipfel geht in Verlängerung

Schulze trotzdem optimistisch – Euractiv schaut hinter Kulissen

Ursprünglich hätte der Weltklimagipfel COP24 in Katowice am 14.12.2018 enden sollen. Die Vertreter aus fast 200 Staaten müssen – wie nicht anders erwartet – noch bleiben: Die Staaten feilschen über den Entwurf einer Abschlusserklärung und die Umsetzung des bei der COP23 in Bonn mit ca. 200 Seiten vereinbarten „Regelbuchs“ zur Umsetzung des 2015 in Paris verabschiedeten „Weltklimaabkommens“ einleiten. weiterlesen…

Wichtige Zusage für den Anpassungsfonds – nun muss Deutschland beim Klimaschutz aufholen

Germanwatch kommentiert Rede von Bundesumweltministerin Svenja Schulze bei COP24

Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch: “Umweltministerin Schulze ist hier mit einer schweren Hypothek vor die Weltöffentlichkeit getreten: Deutschlands Emissionen sind seit neun Jahren nicht gesunken, ein Sofortprogramm zum Klimaschutz und ein Fahrplan zum sozialverträglichen Kohleausstieg bis etwa 2030 liegen noch immer nicht vor. Es ist gut, dass die Ministerin diesen Rückstand anerkannt hat. Im kommenden Jahr muss endlich gehandelt werden: Mit Ergebnissen der Kohlekommission, die im Einklang mit den Pariser Klimazielen stehen, mit dem Einstieg in die Verkehrswende und mit einem verbindlichen Klimaschutzgesetz.” weiterlesen…

Peinlich: Deutsche Klimapolitik am COP24-Pranger

Negativpreis „Fossil des Tages“

Am 07.12.2018 wurde Deutschland im Rahmen der Weltklimakonferenz COP24 für seine ungenügende Klimapolitik an den Pranger gestellt: Die internationale Klimabewegung Climate Action Network “verlieh” den Negativpreis „Fossil des Tages“ für das Verfehlen der 2020-Klimaziele an die Bundesregierung. Das „Fossil des Tages“ („Fossil of the Day“) wird während der COP täglich an das Land vergeben, das sich durch besonders schlechten Klimaschutz oder besonders destruktives Verhalten während der Verhandlungen ausgezeichnet hat. weiterlesen…

“Deutschland blamiert sich in Kattowitz”

DENEFF, DUH, GIH, VfW, BuVEG, BWP kritisieren Wirkung der Modernisierungsumlage auf Gebäudesanierung

Die Ankündigungen aus der Wohnungswirtschaft, nach der jüngsten Mietrechtsnovelle die Sanierungsraten zu drosseln, bedeuten während der Klimakonferenz in Kattowitz eine (weitere) Blamage für Deutschland. Das attestieren gleich sechs in diesem Thema engagierte Organisationen in einer gemeinsamen Pressemitteilung vom 07.12.2018 der Bundesregierung: die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz (DENEFF), die Deutsche Umwelthilfe (DUH), der Bundesverband Gebäudeenergieberater Ingenieure Handwerk GIH, der Verband für Wärmelieferung (VfW), der Bundesverband energieeffiziente Gebäudehülle (BuVEG) und der Bundesverband Wärmepumpe (BWP). weiterlesen…

“Die Emissionen steigen immer noch: Beschleunigt die Reduzierungen!”

Hundert Experten warnen

Die CO2-Emissionen steigen wieder, nachdem die zwei Jahre auf hohem Niveau verharrt hatten, unbeeindruckt von der Weltklimakonferenz COP24 in Kattowitz. Dort soll ein Regelwerk zu ihrer definitiven Senkung verabschiedet werden. Dafür muss der Klimaschutz deutlich intensiviert werden, heißt es in einem Text von fast 100 Klima-Experten in der Zeitschrift „Nature“, darunter auch Allianz-Chef Oliver Bäte. Lead-Autorin ist die ehemalige Chefin des UN-Klimasekretariats, Christiana Figueres. Solarify übersetzt und dokumentiert den Artikel. weiterlesen…